Hersteller_Ableton Software
Test
10
26.07.2010

Praxis:
(5 / 5)

Alle Ableton Partner–Instrumente sind separat und zu relativ schlanken Preisen erhältlich. Jedes Soundpack beschränkt sich auf seinen Kernsound, ohne die Packs mit *.wav-Leichen aufzublähen und somit nur unnötig zu verteuern. Wer kauft schon gerne teure, riesenhafte Librarys, die man dann höchsten zu 10% nutzt?! Klasse statt Masse lautet also Abletons Credo, sodass man sich wie bei einem modularen System, je nach Lust und Laune, die benötigten Sounds hinzukaufen kann.

Die Installation aller Instrumente lief übrigens kinderleicht ab: aufwendiges Autorisieren ist nicht nötig. Auch die Ladezeiten bewegten sich, im Gegensatz zu manch anderen Konkurrenzprodukt, eher im „hell-grünen“ Bereich.

Die nun folgenden Videos sollen einen Überblick über die Möglichkeiten und den Klang der Soundpacks vermitteln, legen dabei allerdings keinen Wert auf Vollständigkeit. Dies war bei der Masse an Sounds aber auch schlichtweg unmöglich! Ich wünsche trotzdem viel Spaß beim Betrachten der Videos!

e-instruments: Studio Grand Uptown, West Village, Downtown & East Village

Beginnen wir bei den Basics: Lange Zeit fehlte es Ableton an vernünftigen Flügeln, sodass dieses "Vierergespann" einen längst überfälliger Schritt darstellt. Schade allerdings, dass nicht gleich alle Flügel für einen attraktiven Preis im Bundle erhältlich sind. Hier kommt man bei der Konkurrenz von Native Instruments deutlich besser weg. Zum einen bieten die Berliner die einzelnen Soundpacks günstiger an, zum anderen kostet das Bundle mit allen "klassischen Pianos" (Classic Piano Collection) hier nur die Hälfte der Summe aller Ableton "Studio Grand"-Einzelpacks.

Bei der Integration der GUI macht Ableton allerdings keiner was vor. Klanglich liegt Native Instruments allerdings noch einen kleinen Tick weiter vorn. Aber hört am besten selbst!

Ein besonderer Dank gebürt an dieser Stelle meinen Kollegen Xaver Fischer und Ruben Scheffler für die hervorragenden MIDI-Files aus ihren zahlreichen Tests!

flatpack: electronik drums (inklusive classic drums)

Ableton kommt aus der "Elektroniker Ecke": Klar, dass da auch keine elektronischen Klopfgeister fehlen dürfen. Die Classic Drums reißen heute zwar keinen mehr vom Hocker, pflegen aber die Live Library in ihrer Vollständigkeit und sind so eher als "nette Dreingabe" zu verstehen. Interessanter sind die eigentlichen Electronik Drums. In der zweiten Hälfte des folgenden Videos zeigt Flatpack eindrucksvoll, dass es bedeutend mehr gibt, als rudimentäres "Boing Bum Tschack Clap".

Hier nun alle Drumkits des "Flatpack Electronik Drums" Sounpacks mit den entsprechenden Loops der MIDI-Clip Library im "Schnelldurchlauf"!

flatpack: electronik drums, scope, synthetik loops, textura

Neben Drum Sounds versorgt Flatpack aber auch mit einer großen Auswahl an Flächen, Texturen und Ambiences. Scope bietet die eher "normalen" Sachen, wobei dies keineswegs negativ gemeint ist. Bei Textura geht es hingegen ein wenig abstrakter und kryptischer zu.  Für cineastische Sounds sind beide Packs wärmstens zu empfehlen.

puremagnetik: retro synths, <br/> flatpack: electronic drums <br/> & soniccouture: konkrete drums 1

Hier eine kleine Auswahl des Retro Synths Soundpacks. Man kennt vielleicht schon den ein oder anderen Sound, handelt es sich doch um eine Art "Best Of" des schon länger für Ableton Live produzierenden Samplelieferanten Puremagnetik. Macht aber nichts, denn Sammelwut und der Trieb zur Vollständigkeit sind meist bedeutend größer als der kleine Preis für dieses Partner-Instrument!

sample logic: acoustix

Mit 79,- EUR ist das Sample Logic Acoustix eines der teuersten, aber auch umfangreichsten "Partner-Instruments" Soundpacks. Der Slogan "Werkzeugkasten für Filmmusik und cineastische Kompositionen" trifft den Nagel auf den Kopf. Die Auswahl ist riesig und auf den Punkt. Leider können wir im nächsten Video nur einen kleinen Teil davon zeigen. Ein paar Videos weiter habe ich die Audio Drumloops des Acoustix Packs verwendet.

SonArte: Sound Objects, <br/>& soniccouture: tremors, Abstrakt breaks 1 & 2 , Synthi AKS

Die zum Teil obskuren Ursprünge der Sound Objects Instrumente konnte ich nur in den seltensten Fällen dingfest machen. Brauchte ich aber auch nicht, denn die Instrumente sind nach dem „klingt wie" Prinzip sortiert und liefern so schnelle Ergebnisse. Der organische Klang der Quell-Sounds versprüht auf Anhieb Atmosphäre, gerade die düstereren Flächensounds haben es mir angetan.
 
Kranke Drumloops gibt´s von Soniccouture mit „Tremors, Abstrakt Breaks 1 & Abstrakt Breaks 2"! Wer es eher "harmonisch" bzw. "nett-konservativ" mag, der wird bei den Sounds der SonArte Sound Objects Library fündig, die, dank ihres MIDI- Fundaments, bedeutend flexibler weiterverarbeitet werden können, als das Audio-Pendant. Sie fügen sich überraschend gut in den "roughen" Sound der teilweise "überproduzierten" Tremors, Abstrakt Breaks 1 & 2 Loops ein. Dub-Stepper aufgepasst!

Die rosa Tracks beherbergen außschließlich Audio-Loops der Soniccouture Soundpacks - die Tracknamen verraten den entsprechenden Packnamen, die Clipnamen analog den Presetnamen. Die weißen Tracks spielen wiederum außschließlich fertige MIDI- Loops der "Sound Objects Construction Kits" mit dazugehörigen Instrumenten der SonArte Library ab.

sample logic: Acoustix, <br/> Sonarte: Chrystal Sounds, Sound Objects<br/> & Soniccouture: Skiddaw Stones, ebow, kim, guzheng, synthi aks

Soniccouture liefert jede Menge unkonventioneller und durchweg interessanter Sounds - und das in der für mich am besten weiterzuverarbeitenden Form: Instrument Racks mit (Multi)-Sampler und den entsprechend passenden Effekten.
 
Auch sehr schon zu hören: Wie ein einfacher Audio-Loop von "Sample Logic: Acoustix" sofort Dramatik aufbaut - und das für Faule auch nur mittels "Drag 'n Drop", ohne MIDI-Kenntnisse.

Die Drum Loops in diesem Video-Beispiel stammen aus der Abteilung Clips/Loops des "Sample Logic Acoustix" Packs. Die MIDI Tracks hingegen wurden alle mit Instrument-Racks der entsprecheden Soundpacks (Trackname) beladen, in den Default-Einstellung des Presets (Clipname) belassen und weitergehend nur mit wenigen MIDI Noten versehen.

Soniccouture: bowed piano

Wer sagt denn, dass ein Klavier angeschlagen werden muss? Genau das dachte man sich auch bei Soniccouture. Herausgekommen ist ein "gestrichenes Piano". Und das hat in Sachen Klang herzlich wenig mit dem Original zu tun hat. Braucht es auch nicht- es klingt auch so wunderbar nach, ähm, ... Hört selbst!

Soniccouture: konkrete drums 2, gamelan, tingklik, pan drum & kim

Konrekte Drums ist weit weg von gewöhnlichen und ausgelutschten" four on the floor" Loops. Es finden sich allerdings auch recht viele "no kick loops" in der Library, sodass einer nachträglichen "1/4 Kick " prinzipell nichts im Wege steht.

Soniccouture ist momentan mit den meisten Soundpacks am Ableton Start. Wir widmen ihnen deshalb noch ein weiteres Video!

Toontrack: Fibes & Bully Kit

Natürlich darf auch ein echtes Schlagzeug nicht fehlen! Toontrack ist bekannt für seine Qualität und hat sich mit weitaus komplexeren virtuellen Drumstudios einen Namen gemacht. Die Auswahl an MIDI-Loops ist hier nicht besonders groß, deckt aber die Basics ab: Selber programmieren geht sowieso viel schneller und der Preis von jeweils 29,- Euro ist völlig in Ordnung. Mit dem Bully Kit ist man für Pop und Vorproduktionen bestens bedient, es ist nicht-"über-produziert" und lässt auch noch einiges an "Eigenschrauberrei" zu - die Kick des Fibes Kit (im Video blau) schneidet mir persönlich allerdings ein wenig zu wuchtig ab.

Wer mehr will, der sollte zu den allseits bekannten Platzhirschen greifen. Diese kosten allerdings auch gut zehnmal mehr...

Veröffentlicht am 26.07.2010

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Baukastenprinzip des Licensing-Modells zum Erwerb einzelner Instrumente
  • Preis
  • Qualität der Instrumente

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