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Test
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20.06.2020

Accentize VoiceGate Test

Noise-Reduction-Plugin

Trockene Aufnahmen trotz turbulenter Umgebungen

Das in Deutschland ansässige und recht junge Unternehmen Accentize hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Plugin zu entwickeln, das Hintergrundgeräusche nachträglich aus Sprach- und Vocalaufnahmen entfernt – und das in Echtzweit. VoiceGate gelingt dieses Meisterstück dank einer Kombination aus künstlicher Intelligenz beziehungsweise Machine-Learning und Audiosignalverarbeitung.  

Das Ganze basiert auf einem künstlichen neuralen Netzwerk, das mit über 100 Stunden Audiomaterial gefüttert und trainiert wurde, um die Charakteristika der menschlichen Stimme zu erfassen. Klingt ganz schön kompliziert. Doch keine Angst, VoiceGate lässt sich wirklich leicht bedienen. Um das Plugin stetig weiterzuentwickeln, ruft der Hersteller Nutzer übrigens dazu auf, besonders problematische Aufnahmen einzuschicken.

Details

Ein Überblick

Eines vorweg: Dieses Plugin wurde wirklich gut programmiert und beeinträchtigt die CPU weniger als anfangs vermutet, und das trotz Echtzeitverarbeitung. Die Nutzeroberfläche wirkt modern und wurde zudem sehr übersichtlich gestaltet. Zwei grafische Darstellungen geben sowohl einen Überblick über die Input- bzw. Output-Waveform (unten und anhand eines optischen Layerings) als auch über die Begrenzung in Bezug auf die Frequenzbereiche. Über die verfügbaren Reduction-Regler ändert sich das Raster der BPM-Anzeige je nach Einstellung. Dabei kann der Impulsive-Noise-Reiter tiefer eingreifen.

Zwei Modi stehen Anwendern bereit. Der Broadband-Mode, der sich über das gesamte Frequenzspektrum erstreckt, und der Spectral-Focus-Mode, der eine Bearbeitung drei separater Frequenzbänder zulässt. Letzterer ist vor allem interessant, wenn Klänge in einem bestimmten Frequenzbereich auftreten und beispielsweise nur die Bassfrequenzen betreffen.

Steady bzw. Impulsive Noise verfügen je über einen Max-Reduction- (regelt die Gain-Reduction) sowie einen Sensitive-Regler (regelt die Aggresivität des Eingriffs).

  • Steady Noise: Eignet sich für Aufnahmen, die keine großen Veränderungen beinhalten.
  • Impulsive Noise: Eignet sich beispielsweise für Klick- und Pop-Geräusche, die impulsiver sind.

Der Hersteller empfiehlt übrigens eine Bearbeitung mit der Impulsive-Noise-Sektion. Vocal Tracks können nach der Bearbeitung doch recht leise daherkommen. Der rechts angebrachte Make-Up-Gain-Regler schafft hier Abhilfe. In unserem Test fiel auf, dass dieser nicht mit dem Bypass gekoppelt ist und es, wenn er aktiviert ist, zu einem sehr hohen Pegel kommen kann. 

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • einfache Bedienung
  • hervorragende Nutzeroberfläche
  • spart Zeit in der Postproduktion

  • klingt teilweise etwas abgehackt
  • Geräusche im Bereich der menschlichen Stimme können schwerer extrahiert werden

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