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Test
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02.01.2019

Aclam Pedalboard Smart Track S2 Test

Pedalboard

Ideales Transportcase für Tools elektronischer Liveacts?

Unter Gitarristen gehört es mittlerweile zum guten Ton, die Effektpedale fertig konfektioniert und verkabelt auf einem Pedalboard mitzuführen. Aber auch viele elektronische Acts nutzen kleine Effekte, Synths und Grooveboxen. Wie sinnvoll ist es, solche Geräte auf ein Pedalboard zu montieren? Um das praxisgerecht zu testen, habe ich mir das Pedalboard der Firma Aclam aus Barcelona genauer angesehen.

Details

Live-Set fertig vorkonfektionieren

In meinem Keller steht immer noch ein großes Flightcase, mit dem ich Ende der 1990erJahre mein Live-Equipment fest verbaut und fest verkabelt von Rave zu Rave transportiert habe. Darin enthalten waren Sequenzer, Synths, Effekte, eine Steckdosenleiste mit den notwendigen Netzteilen für die installierten Geräte und eine Mini-Patchbay für die Audiokabel. Alles war verschraubt oder mit Klettband befestigt. Deckel auf, ein paar Strippen ziehen und sofort war ein recht umfangreiches Hardware-Set verlässlich spielbereit.

Auch ein Line-Soundcheck bei laufender Party war dann schon mal möglich, weil das umständliche Aufbauen und Verkabeln vieler kleiner Geräte auf einer dunklen Bühne entfiel.Der Preis für diesen Komfort: Ein sehr schweres und großes Flightcase, das vollgepackt nur knapp das zulässige Sperrgepäckgewicht von 32 kg unterschritt. Deswegen bin ich jetzt seit vielen Jahren wieder mit kleinem Koffer und platzsparend verstauten Einzelgeräten unterwegs.

Die Idee eines fertig konfigurierten Livesetups, das mit wenigen Handgriffen spielbereit ist, reizt mich jedoch nach wie vor. Deswegen kam mir die Möglichkeit gerade recht, zu prüfen, ob das Aclam Pedalboard meinen Anforderungen entspricht.

Das Board – erster Eindruck

Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Pedalboard aus mattschwarzem eloxiertem Aluminium diverse Klemmschrauben mit einer breiten gummierten Klemmseite, eine Tragetasche und zwei höhenverstellbare Gummifüße. Letztere konnte ich leider nicht anbringen, da die dafür notwendige Aufnahmehülse nicht in der Verpackung enthalten war.

Das Board zeigt eine Größe von 59 x 30 cm und verfügt über zehn eingelassene Schienen, um die Schraubmuttern zu versenken. Zwischen typischerweise vier Schrauben wird dann ein Gerät so platziert, dass es fest von den gummierten Halteflächen eingeklemmt wird. Beim Einschrauben neigt sich die Klemmseite noch leicht zum Gerät hin, sodass es sehr fest und ruckelfrei gehalten wird. Die Schlitze der Schrauben sind so breit, dass auch eine Münze hineinpasst, denn mal ehrlich: Wer hat schon ständig einen Schraubendreher dabei?

Bestückt mit 20 Klemmschrauben ist das Bord dann ca. 2,5 kg schwer. Die Schienen bieten sich übrigens auch als Kabelkanäle an. Mit dem separat erhältlichen ‚Tidy Cables Pack‘ können die verlegten Kabel sauber in den Kanälen fixiert werden.

Unten hat das Board zwei dicke runde Gummifüße sowie zwei Gewinde für die einschraubbaren und höhenverstellbaren Füße, um das Board in Schräglage zu bringen. Das Smart Track Board selbst ist flach. Wer eine zweite Ebene benötigt, sollte sich einmal das modulare Aclam Evo Track System anschauen.

Ebenso ist separat ein Power Supply Support Pack erhältlich, mit dem eine Universalstromversorgung für die Pedale unter dem angehobenen Teil des Boards befestigt werden kann. Eine smarte Idee.

Die Tragetasche

Das bestückte Board passt flächenmäßig genau in die mitgelieferte schwarze 66 x 35 x 18 cm große Nylontragetasche hinein. Nach oben hin ist jedoch, je nach transportiertem Gerät, noch viel Luft, die man mit Kabeln, Schaumstoff oder anderem Dingen füllen kann. Vorne auf dem Softbag befindet sich eine flache, ebenfalls 66 cm breite Außentasche für Kabel, Zeitungen oder Laptop.

Die Ecken der Tasche sind innen deutlich verstärkt, damit die kantigen Ecken des Boards keinen Schaden anrichten können. Die Tasche selbst wirkt aber nicht besonders robust, das Material ist ziemlich dünn und ungepolstert. Für den Transport auf dem PKW-Rücksitz ist das ok, aber im Kofferraum des Bandbusses oder gar eingecheckt im Flieger hat das Aclam-Softbag nichts zu suchen.

Der Handgriff der Tasche ist aus robustem Stoff gefertigt. Der Schultergurt riss leider gleich zu Anfang des Tests irreparabel aus der Plastikhalterung. Warum Aclam für den Gurt eines Softbags, dass ein womöglich mehrere Kilo schweres Pedalboard tragen soll, ein solch fragiles Plastikteil verwendet, ist mir ein Rätsel.

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Pro & Contra

  • Robustes Klemmsystem
  • Gut geeignet für traditionelle Stompboxen mit seitlichen Ein-und-Ausgängen
  • Individuell konfigurierbar
  • Pedalboard kann stufenlos schräg positioniert werden
  • Extra-Packs zum Ausbau der Funktionalität erhältlich

  • Fertigungsqualität der Tragetasche
  • Keine Aufpralldämpfung für Geräte ohne unterseitige Gummierung
  • Nur bedingt geeignet für Geräte mit rückwärtigen Ein-und Ausgängen

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