Test
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12.11.2015

Adam F7 Test

Aktiver Nahfeldmonitor

Bändchen für den Bedroom-Producer

Die F-Serie von Adam Audio stellt das Einstiegssegment des Berliner Monitor-Herstellers dar und ist damit die preiswerteste Mischung aus Abhöre und Genuss in der Rubrik „Pro Audio“. 

Im Rahmen unseres Testmarathons hat die F7 übrigens ähnliche Größenverhältnisse wie die A7X aufzuweisen, liegt preislich aber ein ganzes Stück darunter. Einzeln wird sie jedenfalls für einen Straßenpreis von knapp EUR 300,– gehandelt. Für einen 7-Zoll-Speaker ist das recht günstig, zumal es auch eine kleinere 5-Zoll-Variante namens F5 gibt, die nochmals günstiger ist. 

Details

Allgemeines und preisliche Einordnung

Die Adam Audio F7 ist ein 2-Wege-Bassreflex-Nahfeldmonitor. Für den Berliner Hersteller typisch, verwendet auch diese Box sogenannte X-ART Bändchen-Hochtöner anstatt ordinärer Soft-Dome Tweeter. Für die F-Serie wurden dieser allerdings „neu konzipiert“, was vor allem bedeuten dürfte, dass sie günstiger sind. Das darf einen nicht überraschen, stellt die F-Serie den vermeitlich preiswertesten Einstieg in Adams „Pro Audio“ Sektor dar und fällt damit unter die Kategorie „Hauswein“.

Für etwa EUR 300,– wandert die einzeln gehandelte F7 über die Theke. Für EUR 40,– weniger kann man hingegen bereits den kleinsten Vertreter der deutlich höherwertigeren AX-Serie (A3X) erstehen. Der größere Serienkollege A5X hingegen konnte in unseren historischen Testmarathon „Nahfeldmonitore bis EUR 1000,- das Paar“ mit viereinhalb Sternen überzeugen und kostet aktuelle pro Stück auch nur EUR 90,– mehr. In unserem aktuellen Testmarathon werden wir die F7 aber vorallem mit der EUR 550,– teuren Adam A7X vergleichen.

Bi-amped Bassreflex-Nahfeldmonitor mit zwei Wegen

Der Woofer der Box ist 7 Zoll groß und zu sogenannten X-Art Bändchen-Hochtöner. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Soft-Dome-Tweeter erzeugt dieser mit einer gefalteten Membran quasi „quere“ Luftbeschleunigungen.

Im Inneren der F7 hingegen warten zwei Class-A/B-Verstärker auf, die in klassischer „Aktiv-Manier“ hinter der Frequenzweiche Hochtöner und Tieftöner getrennt voneinander mit Leistung versorgen. Die Trennfrequenz liegt bei verhältnismäßig hoch angesiedelten 2,6 kHz. Der Höhenweg wir mit 40 Watt verstärkt, während 60 Watt auf den Woofer wandern. Schön, dass es sich hierbei sogar um RMS-Werte handelt, die mit 1% THD beschrieben sind.

Viel Box für wenig Geld

Die F7 mit den amtlichen Maßen 321 x 225 x 266 mm (HxBxT) bringt glatte 9 kg auf die Waage, was im absoluten Durchschnitt liegt. Auch beim Gehäusematerial wagt Adam keine Experimente und setzt auf schwarz foliertes MDF. Insgesamt wirkt das Gehäuse robust verarbeitet und bietet auch ansonsten keinerlei Anlass zur Kritik. Vorderseitige Bedienelemente wie bei der A7X gibt es übrigens nicht.

Gehäusemerkmale im Vergleich zur A7X

Die vorderen Gehäusekanten sind abgeschrägt, jedoch nicht so stark wie bei der A7X. Zusätzlich fällt eine leichte Wölbung des Frontbaffles auf. Insgesamt sollen diesen Maßnahmen Strömungsgeräusche und Verzerrungen an der Außenseite und stehende Wellen im Inneren reduzieren. Der Bassport wurde ferner als breiter Schlitz unter dem Woofer angelegt und fällt damit größer als bei der A7X aus – mehr Bass liefert die Box dennoch nicht, soviel sei schon veraten. 

Neben dem ADAM Logo – zwischen Woofer und Bassport beheimatet – finden wir zwei LEDs. Die grüne signalisiert Stromzufuhr, die andere leuchtet im Standby rot. Richtig gehört, es gibt auch eine praktische Stromsparfunktion. Leuchten wiederum beide LEDs, ist der Überlastungsschutz aktiv – bei normalem Gebrauch sollte dies aber kaum passieren.

Das Innere zählt!

Der Übertragungsverlauf der ADAMs wurde laut Handbuch mit 44 Hz bis 50 kHz beziffert. Angaben bezüglich des Abfalls, bei dem gemessen wurde, fehlen indes, von daher bieten diese Angaben eher weniger Mehrwert. Als Maximalpegel führt das Manual 109 dB im Paar bei einem Meter Entfernung an, über den entsprechenden Verzerrungsgrad erfahren wir an dieser Stelle allerdings leider nichts. 

Anschlüsse und eingebaute Filter

Die Rückseite beherbergt alle gängigen Anschlüsse und lässt mit symmetrischer XLR/TRS-Combobuchse sowie unsymmetrischen Cinch keinen Wunsch offen. Etwas weiter unten finden wir den Hauptschalter nebst Stromanschluss und Spannungsschalter. Wahlweise dürfens so 230 V oder 115V anliegen, allerdings nur dann, wenn entsprechend die Sicherung gewechselt wurde. Apropos Strom: Nach etwa 20 Minuten ohne Eingangssignal wird die F7 in den Standby-Modus versetzt, welcher bei anliegendem Signal sofort wieder unterbrochen wird.

Unterhalb der Anschlüsse befindet sich die sogenannte Cpntrols-Sektion. Unter anderem dürfen wir uns hier über einen Gain-Regler mit einem Spielraum von –∞ bis +6 dB freuen. Ferner finden wir einen High- und einen Low-Shelving-EQ vor, die mit bis zu +/-6 dB ab 5 kHz in den Höhen und unter 300 Hz in den Bässen arbeiten. Dies kann auch helfen, ungünstige Raumakustiken zu kompensieren. Für die Verwendnung mit einem Subwoofer wartet ein Highpass-Filter auf, das ab 80 Hz durchlässt und die F7 im Handumdrehen zum Satelliten macht. 

Das Manual merkt außerdem an, dass die F7 laute Pegel spielen könne, dies auf Dauer aber auch dem Hochtöner schaden könnte. Eine digitale Version des Handbuches zum Selbststudium gibt es hier. Wer nicht besonders fit in Raumakustik ist, kann sich hier dank umfangreicher Aufstellungstips sogar noch etwas Nachhilfe holen.

Pro & Contra

  • gefälliger Klang
  • hochwertiges Design
  • einwandfreie Verarbeitung
  • Auto-Standby-Funktion

  • kühle Höhen
  • Portturbulenzen

Gehört zu dieser Serie

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