Eurorack-Module
Test
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04.12.2019

AJH Synths FFB914 & Next Phase Test

Analoge Filter Bank und ein Stereo Phaser im Eurorack-Format

14 analoge Filter und ein aufgebohrter Small Stone Phaser

Die letzten beiden getesteten Module des britischen Herstellers AJH Synths, das Wave Swarm- und das Sample Hold & Slew-Modul konnten auf ganzer Linie überzeugen. Hier fallen nicht nur eine Fertigung nach hohen Qualitätsmaßstäben auf, sondern auch das konzeptionelle Design unter Verwendung klassischer Konzepte, die durch praxisgerechte Funktionen erweitert wurden. Schauen wir uns heute die Fixed Filterbank 914 (FFB914) und das Next Phase Phaser-Modul an, die sich maßgeblich im Bereich der Klangformung im Eurorack beweisen wollen.

Bei der FFB914 Filterbank handelt es sich um gleich 14 voll analoge Filter, die auf Induktionsspulen basieren und mit fest eingestellten Frequenzen arbeiten. Schon diese Ausstattung verspricht besonders vielseitige Möglichkeiten im Bereich der Klangformung, genau wie der Next Phase Phaser, der auf dem berühmten Small Stone Phaser Pedal von Electro-Harmonix basiert. Das klingt sehr interessant, gerade für die Verwendung im Eurorack. Wir haben uns diese beiden Module deshalb einmal genau angesehen und geprüft, ob auch die beiden Neuerscheinungen die gewohnte Qualität des britischen Herstellers AJH Synths aufrechterhalten.

Details

Fixed Filter Bank 914 (FFB 914)

Die ersten Module von AJH Synths waren Repliken von Bestandteilen des Minimoog. Hierbei hat der Hersteller einen so guten Job gemacht, dass diese Module immer noch zu den besten im Eurorack zählen. Mit der FFB 914, der Fixed Filterbank bringen AJH Synths jetzt die Filterbank aus der originalen Moog 900er Serie in die Eurorack-Welt.

Die FFB914 bietet gleich 14 Filter im vintage Sti. Hierbei handelt es sich um 12 Bandpass-Filter, ein Lowpass- und ein Highpass-Filter, wobei alle verbauten Filter nicht in der Frequenz verändert werden können. Die zugehörigen 14 Potis regeln jedes Band in der Lautstärke. Alle Frequenzen der jeweiligen Filter zeigen einen Abstand von einer halben Oktave zu einander, die von 125 Hz bis 5,8 kHz reichen. Diese Frequenzen sind auf zwei Sektionen verteilt, die auf verschiedene Weise zu nutzen sind. Hier hat es pro Sektion zwei getrennte Ausgänge. Die beiden Seiten sind als ‚left‘ und ‚right‘ bezeichnet, sodass man interessante Stereosignale aus einem Mono-Ausgang erzeugen kann.

Die Frequenzen sind so gewählt, dass - ganz in ‚vintage‘ Manier - sich die linke und rechte Seite unterscheiden, denn auch die beiden Seiten liegen, wie die einzelnen Bänder, eine halbe Oktave auseinander. Zusätzlich zu den linken und rechten Ausgängen bietet die Fixed Filterbank 914 noch einen ‚Mix Out‘ und einen ‚All Out‘. Am ‚All Out‘ Ausgang werden einfach alle Bänder, bis auf den Low- und Highpass, ausgegeben. Beim ‚Mix Out‘ wird es interessant, denn hier kommen gleich zwei Crossfader-Schaltungen zum Einsatz. Am ‚Mix Out‘ Ausgang liegen alle Bänder, inklusive Low- und Highpass an. Der erste Crossfader sorgt für eine Überblendung zwischen unbearbeitetem und gefiltertem Signal. Die Überblendung lässt sich über das ‚Wet-Dry‘ Poti manuell steuern, oder per Steuerspannungen am ‚WD CV‘-Eingang, der über einen Abschwächer in Form eines Mini-Potis verfügt.

Neben dem ‚WD CV‘-Eingang gibt es einen zweiten Eingang für externes Audio. Liegt hier ein Signal an, so blendet die ‚Wet/ Dry‘ Funktion zwischen dem bearbeiteten Signal des ersten Eingangs und dem unbearbeiteten Signal des zweiten Eingangs. Mit der ‚Out Mix‘ Funktion lässt sich der zweite Crossfader zwischen der linken und rechten Seite überblenden. Auch hier gibt es einen CV-Eingang mit Abschwächer. Des Weiteren verfügt die Filterbank über einen Feedback-Regler, der es erlaubt Resonanz für alle Filter einzustellen. Das ist für eine Filterbank sehr ungewöhnlich und klingt richtig gut. Leider ist diese Funktion nicht per Steuerspannungen ansprechbar. Ganz zum Schluss signalisiert eine kleine LED, wenn das Modul zu übersteuern beginnt, was unter Einsatz des Feedback-Reglers schnell passieren kann.

Next Phase Phaser

Die Schaltung des Next Phase Moduls, welcher der direkte Nachfolger des Mega-Phase-12-Moduls aus gleichem Hause ist, beruht auf der Schaltung des berühmten Small Stone Phaser Pedals von Elektro-Harmonix. Dieses Pedal wurde gerne im Bereich der Elektro-Pianos und mit Synthesizern (z. B. von J. M. Jarre) verwendet, auch Gitarristen haben es exzessiv eingesetzt. Im Unterschied zur originalen Schaltung mit vier Stages, bietet das Next Phase Modul bis zu zwölf Stages. Als wären das nicht schon Extras genug, lässt sich für die Resonanz auch die Anzahl der Stages wählen.

Der Phaser bietet zwei Ein- und Ausgänge. So kann man das Modul als reinen Stereoeffekt nutzen, oder aus Mono-Signalen Stereoklänge erzeugen. Außer an den beiden Stereo-Ausgängen, lässt sich der interne LFO getrennt an seinem eigenen Ausgang abgreifen, und an einem weiteren Ausgang das Wet-Signal. Weiterhin bietet der Phaser vier CV-Eingänge. Mit ‚D-CV‘ lässt sich justieren, wie stark der interne LFO auf die Frequenz eingreifen soll. Hierfür gibt es natürlich auch ein eigenes Poti zur manuellen Einstellung. Das Gleiche gilt für Emphasis, bzw. Resonanz.

Auch dienen ein CV-Eingang und ein Poti zum Einstellen. Zum Einstellen der Frequenz gibt es neben einem Poti, gleich zwei Eingänge für Steuerspannungen. Der erste Eingang verfügt über einen Abschwächer, der Zweite über einen Attenuverter. Der interne LFO ist praktischerweise intern mit dem ersten Ausgang verbunden. Beide Eingänge bieten jeweils einen Abschwächer, die per Mini-Potis bedient werden. Abschließend lässt sich mit dem ‚Colour‘ bezeichneten Drehregler die Klangfarbe des Effekts dezent einstellen.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Sehr gute Klangeigenschaften und Verarbeitung (Beide)
  • 2 interne X-Fader mit CV-Steuerung (FFB914)
  • 12dB Flankensteilheit bei Filtern (FFB914)

  • Keine CV-Steuerung für Feedback (FFB914)
  • Klicken im Audio beim Schalten von ‚Stage‘ und ‚Amp-Stage‘ (Next Phase)
  • LFO erreicht keine Audiorate (Next Phase)

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