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Test
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26.05.2015

AKAI Professional Advance 49 Test

USB/MIDI-Controller-Keyboard

Alles unter Kontrolle?

Mit den Controller-Keyboards der Advance Serie verspricht AKAI Professional den Workflow einer Workstation und die volle Kontrolle über Software-Instrumente. Wir haben das AKAI Advance 49 im Test, außerdem sind mit dem Advance 25 und dem Advance 61 noch eine kleinere und eine größere Variante erhältlich. Allen gemeinsam ist der Grundgedanke: ein Controller-Keyboard, das mithilfe der Software-Zentrale „VIP“ die auf dem Computer installierten Plug-ins verwalten kann und eine umfassendere Kontrolle bieten soll, als sie bisher möglich war.

Controller-Keyboards mit vielen programmierbaren Bedienelementen gibt es zuhauf – auch AKAI Pro ist mit den Keyboards der MPK-Serie wie dem MPK261 erfolgreich am Markt vertreten. Bisher war jedoch oftmals eine mühsame manuelle Konfiguration notwenig, bis man die Bedienelemente des Keyboards den Parametern verschiedener Software-Instrumente zugewiesen hatte. AKAI verfolgt mit den Advance-Keyboards nun einen neuen Ansatz: Die mitgelieferte VIP-Software fungiert als Bindeglied zwischen Keyboard und VST-Plug-ins und enthält fertige Mappings für zahlreiche bekannte Software-Instrumente. Doch hält das Advance, was es verspricht? Sehen wir uns diese Features doch einmal im Detail an. 

Details

Hardware

Das AKAI Advance 49 ist ein USB/MIDI-Controller-Keyboard mit 49 halbgewichteten Tasten inkl. Aftertouch, acht hintergrundbeleuchteten Drum-Pads (Multi-Color) und acht großen Endlos-Drehreglern zur Steuerung der Plug-in-Parameter. Das Gehäuse besteht aus schwarzem Kunststoff und an den Seiten aus gebürsteten, roten Aluminium-Platten. Die vier sehr großen Gummifüße bieten dem Advance einen guten Halt. Ein ganz besonderes Schmankerl ist das 4,3 Zoll (10,9 cm) große Farbdisplay, das direkt beim Einschalten einen hochwertigen Eindruck vermittelt.

Die Qualität der Hardware macht AKAI-typisch einen guten Eindruck. Die Tastatur ist angenehm und weitestgehend geräuschlos spielbar, mir kommt sie etwas weniger steif vor als die des MPK49. Die Drehregler sind überdurchschnittlich groß und bieten einen angenehmen Widerstand. In Sachen Pads ist AKAI ohnehin für Qualität bekannt. Ich persönlich favorisiere eher die Pads der Maschine, über die man eher "gleitet", aber das ist natürlich Geschmackssache. Toll ist die RGB-Beleuchtung der Pads, die bei der Bedienung für eine gute Übersicht sorgt.

Auf der Rückseite freut man sich als alter AKAI-MPK49-Nutzer gleich über den Power-Button, der aus meiner Sicht auch bei einem Controller-Keyboard grundsätzlich vorhanden sein sollte. Weiterhin mit dabei sind ein 6V-Netzteilanschluss, USB-Anschluss, der auch gleichzeitig zur Stromversorgung dienen kann, MIDI-Buchsen (IN und OUT), Anschlüsse für Sustain- und Expression-Pedale sowie ein Kensington Sicherheits-Slot.

Bedienoberfläche

Die Bereiche der Bedienoberfläche sind beim Advance logisch und übersichtlich strukturiert. Links befinden sich Pitch-Bend- und Modwheel, darunter die Oktaventasten, die bei einem 49-Tasten-Keyboard natürlich nicht fehlen dürfen. Direkt daneben liegen die Modus-Tasten zur Auswahl der verschiedenen Betriebsmodi. Sie sind mit sekundären Funktionen belegt, die jeweils durch Betätigen der Shift-Taste aufgerufen werden. Darunter befinden sich zwei Taster für den integrierten Arpeggiator. Der Arpeggiator funktioniert nur mit den Keyboard-Tasten und kann durch eine externe Quelle synchronisiert werden.

Auf dem großen Farbdisplay werden Modi, Parameter und Einstellungen dargestellt. Zur Navigation durch die Menüs dienen die Seiten- und Cursor-Tasten sowie das Datenrad, das gleichzeitig durch eine Druckfunktion als Eingabetaster fungiert. Die fünf darunterliegenden Transport-Tasten steuern die DAW mit Play, Record, Stop und Loop. Auf der rechten Seite befindet sich Note-Repeat zur Wiederholung eines gedrückten Pads zum eingestellten Zeitwert (1/4, 1/8, 1/16 ...), der mit der Taste Time Division angewählt wird. Direkt darunter sind die vier Bänke der acht Pads auswählbar, wodurch 32 Noten spielbar sind. Mit Tap Tempo kann ein neues Tempo eingestellt werden. Die Pads selbst, die Zeitwerte für Note-Repeat sowie die Encoder zur Steuerung der Plug-ins befinden sich direkt daneben und runden die Bedienoberfläche ab.

VIP Software

VIP (Virtual Instrument Player) ist die Software-Zentrale des Advance und ermöglicht das Steuern der Parameter-Werte und das „Browsen“ durch die installierten VST-Plug-ins und Plug-in-Presets direkt an der Hardware. VIP kann entweder Stand-alone oder als Plug-in in einer DAW genutzt werden. Da VIP als VST-Wrapper fungiert, kommen auch in Logic oder Pro Tools die VST-Versionen der Plug-ins statt der üblichen AU- und AAX-Varianten zum Einsatz. Acht Instrument-Plug-ins gleichzeitig können in eine VIP-Instanz geladen werden, die dann quasi als Schnittstelle zwischen dem Advance Keyboard und den Plug-ins fungiert.

Zur Organisation aller auf dem Computer installierten VST-Plug-ins helfen der Browser und die Attribute, um schnell den passenden Sound zu finden. Sehr viele der gängigen VST-Plug-ins sind dabei bereits gemappt und können ohne weitere Konfiguration direkt in ihren Parametern verändert werden.

Außerdem bietet die Software einige Features, die den Fähigkeiten einer Synthesizer-Workstation ähneln. In sogenannten „Multis“ können bis zu acht Plug-ins und Patches geschichtet oder auf der Keyboard-Tastatur gesplittet werden. Hat man sich mehrere Plug-ins und Patches zusammengestellt, so können diese in einer „Setlist“ gespeichert werden, was vor allem bei einem möglichen Live-Einsatz des Advance interessant ist. Im „Control Panel“ werden die Parameter der acht Bedienelemente wie Regler und Schalter angezeigt und bearbeitet, wodurch es möglich ist, sich ein eigenes Mapping zu erstellen. Das Gleiche gilt für das „Keyboard Panel“, in dem allerdings nicht die Tasten, sondern die Noten und Kanäle der Pads bearbeitet werden können. 

Weitere enthaltene Software

Damit man gleich loslegen kann, liefert AKAI eine ca. 16 GB große Soundpalette gleich mit bzw. stellt diese zum Download bereit. Darunter befinden sich viele gute Software-Instrumente von Air Music wie Hybrid 3, Vacuum Pro, Velvet, Loom, Transfuser und Xpand!2 sowie die Piano Library „Eighty Eight Ensemble“ von Sonivox. Dazu gesellen sich viele Expansions von Toolroom, die weitere Patches liefern. Bereits die Instrument-Plug-ins von Air Music sind im Einzelkauf teurer als das Advance 49 selbst. Hier hat man also wirklich großzügig Sounds beigelegt. Wem das nicht ausreicht, kann in VIP mit einem Klick auf das Store-Symbol weitere Plug-ins käuflich erwerben. 

Pro & Contra

  • automatisches Mapping und Steuern vieler Instrument-Plug-ins
  • schnelles Erstellen eigener Mappings
  • Attribut-Browser am Controller
  • hochauflösendes Farbdisplay
  • gute Hardware (Tastatur, Encoder und Pads)

  • nur mit VST-Plug-ins kompatibel, kein AU oder AAX
  • 16 GB Content nur per Download

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