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Test
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09.10.2014

AKG DMS Tetrad Vocal Set D5 Test

Digitales Funksystem

Easy Going!

AKG DMS Tetrad Vocal Set D5 im bonedo.de-Test: Digitale Funksysteme stehen hoch im Kurs. Das verwundert nicht sonderlich, versprechen sie doch erstklassigen Sound bei hoher Übertragungssicherheit. Nicht selten ist aber der Anschaffungspreis entsprechend hoch, sodass die begehrte Technik für Einsteiger unerschwinglich bleibt. Mit dem DMS-Tetrad hat AKG nun eine digitales Wireless System im Programm, das die Vorzüge digitaler Funktechnik auch im mittleren Preissegment anbietet – oder um genau zu sein für 799 Euro (UVP). Ein Fall für den bonedo.de-Test

Details

Der Lieferumfang des Vocal Sets kann sich sehen lassen: Neben dem Empfänger DSR Tetrad und dem Handsender DHT Tetrad D5 liegen dem Paket zwei Schraubantennen und Montagekabel bei. Der mitgelieferte Stativadapter hält den Handsender sicher an Ort und Stelle und ist für maximale Kompatibilität selbstverständlich mit einem Reduziergewinde ausgestattet. Um den Empfänger „on the road“ oder in einer Festinstallation sicher zu verbauen, wird ein Rackmount-Kit mitgeliefert, das auch das benötigte Befestigungsmaterial enthält. Zwei AA-Batterien liegen dem Set ebenfalls bei, sodass wir nach dem Auspacken der Gerätschaften gleich mit dem Testen loslegen können. Zuvor werfen wir aber noch einen Blick auf die technischen Details der Komponenten.

Handsender DHT Tetrad D5

In diesem Test schaue ich mir die 23 Zentimeter lange und 260 Gramm leichte Handsender-Variante mit der D5-Kapsel an, jedoch besteht auch die Möglichkeit, das DMS Tetrad Vocal Set mit einer P5-Kapsel zu erstehen, die im Frequenzgang etwas eingeschränkter (lediglich bis 16 kHz) ist. Die dynamischen Kapseln beider Mikrofone setzen auf eine Supernieren-Charakteristik, um die Verarbeitung seitlich auftreffenden Schalls zu minimieren. Der Dynamikumfang beider Kapseln liegt bei 120 dB(A), was man getrost als „Standard“ bezeichnen kann. AKG bewirbt das DHT Tetrad D5 mit hoher Rückkopplungssicherheit und geringer Übertragung von Griffgeräuschen. Das werden wir uns im Praxistest natürlich genauer anhören. Mit einem Frequenzgang von 70 Hz bis 20 kHz setzt der Übertragungsbereich des D5 recht hoch an und spart den kompletten Tiefbassbereich aus. Hier wird die Ausrichtung auf Stimmensignale deutlich.

Welche Kapselausstattung beim Handsender auch immer zum Einsatz kommt, mit einer maximalen Leistung von 100 mW sendet das Tetrad-Set bis zu zehnmal so starke Funksignale aus, wie dies bei vergleichbaren Systemen der Fall ist. Dennoch beträgt die Reichweite ohne Sichtverbindung in geschlossenen Räumen lediglich 30 Meter und mit Sichtverbindung im Freien immerhin bis zu 50 Meter, was nichtsdestotrotz lediglich knapp der Hälfte der maximalen Reichweite anderer Drahtlosstrecken entspricht. Mit einer Schaltbandbreite von 66 MHz liegt mein Testkandidat etwa im Mittelfeld, kann damit aber immerhin eine relativ große Bandbreite für freie Frequenzen liefern.

Nun wollen wir einen kurzen Blick auf den Aufbau und die Ausstattung des Handsenders werfen. Unterhalb der Kapsel befindet sich am Mikrofonschaft eine LED, die grün aufleuchtet, sofern Sender und Empfänger verbunden sind. Zusätzlich weist die LED gegebenenfalls auf einen kritischen Batteriestatus des Senders hin, indem sie rot illuminiert. Eine schöne Doppelfunktion, wie ich finde. Der untere Teil des Schafts lässt sich mit wenigen leichten Drehungen abschrauben, sodass das Batteriefach und einige weitere Bedienelemente zugänglich werden: So verbirgt sich unter der Abdeckung beispielsweise eine Connect-Taste, mit deren Hilfe ich dem Sender sowohl einen freien Empfängerkanal zuweisen, als auch die Kanalzuweisung überprüfen kann. Per Gain-Schalter selektiere ich eine von zwei Eingangsempfindlichkeiten für das anliegende Audiosignal. Abhängig davon, ob im Batteriefach zwei AA-Batterien oder NiMH-Akkus zum Einsatz kommen, bringt es der Handsender immerhin auf eine Betriebsdauer von 6 bzw. 7 Stunden, doch muss man die Laufzeit im Vergleich zu anderen Geräten bedauerlicherweise wohl als „leicht unterdurchschnittlich“ bezeichnen. Im Fuß des Handsenders befinden sich zwei Antennen für das digitale Diversity und der Ein/Aus-Taster residiert an der Unterseite des Transmitters. Bleibt der Funkkontakt zwischen Handsender und stationärem Empfänger für länger als 2 Minuten aus, schaltet sich der DHT Tetrad D5 automatisch ab.

Funkempfänger DSR Tetrad

Ein zentrales Feature des im 2,4 GHz ISM-Frequenzbereich arbeitenden Receivers gleich vorweg: Er empfängt bis zu vier Audiokanäle, kann diese abmischen und zu einem gemeinsamen Summen-XLR-Ausgang senden. Mit 1,2 Kilo Lebendgewicht ist die Empfangseinheit des Funk-Sets knapp doppelt so schwer wie manches Konkurrenzprodukt, was allerdings nicht verwundert, wenn man sich vor Augen führt, dass der DSR Tetrad auch 150 % der Breite vergleichbarer Geräte misst. Wer meine Funkstrecken-Testberichte kennt, der weiß, dass ich ein großer Fan frontal angebrachter Power-Schalter bin. Kaum etwas ist schlimmer, als im Halbdunkeln hinter Racks herumzuhantieren, um ein Gerät umständlich ein- oder auszuschalten. Deshalb finde ich es erfreulich, dass sich der Einschaltknopf des DSR Tetrad gut zugänglich an dessen Vorderseite befindet. Gleich daneben verbaut der Hersteller stufenlos regelbare Volume-Potis für jeden Kanal, wodurch sich ein Mix für den Summenausgang erstellen lässt. Ebenso ist für jeden der vier Kanäle eine Connect-Taste vorgesehen, die der Zuordnung und Überprüfung der Senderzuweisung zum jeweiligen Kanal dient, der außerdem über eine Warn-LED verfügt, die auf einen kritischen Batteriezustand im jeweiligen Sender hinweist. Dazu gesellen sich separate Link- und Clip-LEDs, die darauf hinweisen, ob die betreffende Funkverbindung „steht“ oder der Pegel des eingehenden Audiosignals zu hoch ist.

Werden die zum Lieferumfang gehörenden Rack-Ohren am DSR Tetrad montiert, so besteht die Möglichkeit, die Antennen des Empfängers dort anzubringen und sie somit auf der Vorderseite verfügbar zu machen. Hierbei kommen die eingangs bereits erwähnten Antennen-Montagekabel zum Einsatz, die an der Rückseite der Rack-Ohren angebracht und mit den für die Antennen bereitgestellten BNC-Buchsen auf der Empfänger-Rückseite verbunden werden. Dort finden sich außerdem eine Netzteilbuchse nebst Zugentlastung und ein Schalter namens „Interference Protection“ ein, der den Grad des internen Interferenzschutzes festlegt. Vier symmetrische XLR-Ausgänge ermöglichen das separate Abgreifen aller vier Kanäle. Ein weiterer XLR-Ausgang stellt das Summensignal bereit. Außerdem ist ein Schieberegler vorhanden, der dazu dient, den Pegel um 20 dB anzuheben.

Ein paar Worte noch zur Technik

Damit die Funkübertragung nicht durch WLAN-Netze und Bluetooth-Geräte beeinflusst wird, wechselt der DMS-Tetrad-Empfänger mit seiner „Dynamic Frequency Selection“ (DFS) genannten Technik eigenständig den Funkkanal, sobald er Interferenzen feststellt. Zusätzlich setzt der Empfänger auf eine digitale Diversity-Technik und kann außerdem ein verloren gegangenes Signal vom Sender erneut anfordern (Time-Diversity-Feature). Darüber hinaus setzt der Testkandidat als weltweit einziges Gerät auf die DROCON-Technologie, mit deren Hilfe Dropouts verhindert werden sollen, die im vielgenutzten, weil lizenzfrei verwendbaren 2,4-GHz-Bereich durch Interferenzen auftreten können. Kommt es wider Erwarten zu Dropouts, interpoliert der Empfänger das fehlende Signal innerhalb von nur 2 Millisekunden, sodass wieder eine „sinnvolle Wellenform“ zur Verfügung steht.

Nicht zu vergessen setzt das weltweit lizenzfrei zu betreibende digitale Funksystem auf eine Signalcodierung in 24 Bit bei 48 kHz. Mit seiner 128-Bit-Verschlüsselung im AES-Format wird das Funksignal noch dazu abhörsicher übertragen. Und wo wir schon einmal dabei sind, dürfen an dieser Stelle selbstverständlich auch die vom Hersteller angegebenen technischen Daten nicht fehlen. Diese haben wir für unseren Test zwar nicht nachgemessen, wollen sie aber kurz in einen Zusammenhang stellen. Mit einem Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz deckt der DSR Tetrad den gesamten menschlichen Hörbereich ab und befindet sich damit in guter Gesellschaft mit nahezu sämtlichen Konkurrenzprodukten. Auch sein Dynamikumfang von 120 dB(A) reiht ihn nahtlos in die übliche Riege der Funkempfänger in dieser Preisklasse ein.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Einfache Bedienbarkeit
  • Digitale Funkübertragung mit 24 Bit und 48 kHz
  • Digital Diversity
  • Schaltbare Gain-Anpassung am Sender
  • Vier gleichberechtigte Empfangskanäle am Empfänger
  • Vier separate, symmetrische Kanalausgänge
  • Symmetrischer Summenausgang
  • Automatisches Auffinden freier Frequenzen
  • „Dynamic Frequency Selection“ gegen Interferenzen
  • Inklusive Rackmount-Kit
  • Antennen frontseitig montierbar

  • Betriebsdauer nur 6 bzw.7 Stunden (Batterien bzw. Akkus)
  • Vergleichsweise geringe Reichweite (30 bzw. 50 Meter)
  • Supernieren-Charakteristik relativ „breit“

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