Hersteller_AKG
Test
8
23.09.2014

AKG WMS420 Vocal Set Band D Test

Drahtloses Mikrofonsystem

Solides Bühnenprogramm

AKG WMS420 Vocal Set Band D im bonedo.de-Test: Der Markt für Bühnen-Funkstrecken ist hart umkämpft, und man steht als Musiker nicht selten vor der Qual der Wahl, möchte man sich für ein System entscheiden. Der österreichische Hersteller AKG gilt als einer der größten Anbieter in diesem Segment und bietet eine stattliche Anzahl an Wireless-Sets, die nahezu jedem Geldbeutel und Live-Szenario gerecht werden.

In diesem Artikel schauen wir uns das drahtlose Mikrofonsystem WMS420 Vocal Set Band D für 359,00 Euro (UVP) an, das sich innerhalb des AKG-Portfolios eine Stufe über den Einsteigergeräten aus der Perception Wireless-Serie einordnet. Wir dürfen also durchaus mit einigen Erwartungen an den Test herangehen und gespannt sein, welche Argumente wohl für oder gegen das AKG WMS420 Vocal Set Band D sprechen könnten.

Details

„Flexibilität ist alles“, hat man sich wahrscheinlich im Hause AKG gedacht und das WMS420 gleich in zwei kombinierbaren Ausführungen herausgebracht: Zum einen gibt es das hier getestete Vocal-Set, das entsprechend seines Verwendungszwecks mit dem Handheld-Mikrofon HT420 ausgestattet ist, zum anderen ist ein Bundle mit dem PT420-Taschensender erhältlich. Beide Sender können mit dem Empfänger SR420 betrieben werden, daher dürfen sich Bands komplett mit WMS420-Funkstrecken eindecken, um ihre Audiosignale allesamt drahtlos zu übertragen.

Mein Testkandidat wird in der AKG-typischen Karton-Umverpackung mit Tragegriff ausgeliefert. Praktisch für alle, die sich vorerst keinen Transportkoffer zulegen möchten und/oder nur gelegentlich Auftritte absolvieren. Zum Lieferumfang zählt neben dem Handsender HT420 und dem Empfänger SR420 auch eine AA-Batterie für das Funkmikrofon, um sofort loszulegen. Die beiden UHF-Antennen des Empfängers werden per BNC-Verbindung verschraubt und liegen deshalb ebenfalls separat bei. Neben dem Netzteil der Empfangseinheit und einem Stativadapter befinden sich noch einige Infoblätter im Lieferumfang, die Auskunft über Frequenzen, Sicherheitsaspekte, Garantiebedingungen, usw. geben. Insgesamt also ein „Einstöpseln-und-Loslegen-Paket“. Mal sehen, ob das Set diesem Anschein in unserem Praxistest tatsächlich gerecht wird. Doch zunächst checken wir kurz die technischen Details:

AKG HT420

Beim Handheld-Mikrofon HT420 kommt eine AKG D5 Kapsel zum Einsatz. Sie kommt mit Supernierencharakteristik daher und sollte deshalb bestens gegen seitliche Schallquellen gewappnet sein. Im Griff des Handsenders ist die integrierte Antenne zu finden, mit deren Hilfe der Transmitter auf acht verschiedenen Trägerfrequenzen senden kann. Dadurch wird der gleichzeitige Betrieb mehrerer baugleicher Funkstrecken ermöglicht.

Neben dem obligatorischen Power-Schiebeschalter befinden sich unter einer Gummischutzlasche der Kanalwahltaster und ein Gain-Schiebeschalter zur Anpassung der Eingangsempfindlichkeit des integrierten Senders („Hi“ oder „Low“). Der ausgewählte Kanal wird auf dem Mikrofon-Display angezeigt, eine Kontroll-LED gibt Auskunft über den Batteriestatus. Auf der Rückseite des HT420 befindet sich das Batteriefach, unter dessen Deckel nicht nur die Klemmen zur Batterieaufnahme schlummern, sondern auch Ladekontakte, die für das Aufladen mit dem optional erhältlichen Ladegerät AKG CU400 vorgesehen sind. Kommt dieses zum Einsatz, verbleiben die eingesetzten Akkus praktischerweise im Batteriefach.

Nicht vorenthalten möchte ich euch noch die unvermeidlichen technischen Infos zum 221 Gramm leichten Handsender: Die Trägerfrequenz für das FM-modulierte Funksignal der 23,5 Zentimeter langen Mikrofon-Sender-Kombination reicht – je nach Band – von 530,025 bis 931,850 MHz. Dabei agiert der Sender mit einer Schaltbandbreite von 30 MHz. Der übertragene Frequenzbereich reicht von 70 Hz bis 20 kHz … und das für eine Betriebsdauer von sechs bis acht Stunden.

AKG SR420

Der Funkempfänger SR420 zeichnet sich durch ein schlichtes, aber elegantes Design aus. An seiner vollständig aus Plastik gefertigten Frontplatte residieren der On/Off-Taster, das Volume-Poti und der Kanalwahltaster. Unter dem geschwungenen, frontalen Plastik-Rauchglas liegt an zentraler Position ein Display, das den gewählten Empfangskanal anzeigt. Links und rechts davon sind zwei LEDs untergebracht, die beim Signalempfang respektive bei zu hohem Audio-Signalpegel aufleuchten.

Rückseitig finden wir zwei BNC-Buchsen, an denen die UHF-Antennen des Systems sicher verschraubt werden können. Eine symmetrische XLR-Buchse und eine nicht symmetrische Klinkenbuchse ermöglichen das Abgreifen des Ausgangssignals. Der ebenfalls auf der Rückseite angebrachte Squelch-Regler ermöglicht es, ein Aufrauschen des Receivers, das bei zu schwachen Empfangssignalen entstehen kann, zu verhindern. Über der Anschlussbuchse für das zugehörige Netzteil ist zudem eine Zugentlastung untergebracht.

Für den Funkempfang des SR420 stehen bis zu acht verschiedenen Trägerfrequenzen bereit, die dann in einem Aufbau als Multi-Channel-System simultan benutzt werden können. Wie seine beiden Antennen signalisieren, beherrscht der Empfänger das True-Diversity-Verfahren. Das heißt, dass er auch in schwierigen Funkumgebungen, beispielsweise in Konzerthallen, alten Fabrik- und Lagerhallen oder Zechengebäuden, zuverlässig arbeiten kann, indem er das jeweils stärkere von zwei Empfangssignalen aufgreift.

Der Receiver weist dieselbe Trägerfrequenz und Schaltbandbreite wie der Sender auf, wobei der Frequenzumfang für die Übertragung beim SR420 jedoch weiter hinabreicht als beim Handsender. Damit wird dem Umstand Rechnung getragen, dass sich die Empfangseinheit auch in Kombination mit dem AKG-Taschensender PT420 einsetzen lässt. Dieser funkt nämlich ein Signal von 40 Hz bis 20 kHz - andernfalls wäre das Gerät zum Beispiel für die Drahtlosübertragung von E-Bässen ungeeignet. Der Signal-Rauschabstand ist für Empfänger und Sender mit 105 dB(A) angegeben.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Einfache Bedienbarkeit
  • Ausgewogenes Frequenzbild (jenseits des Nahbesprechungseffekts)
  • An/Aus-Schalter nahezu geräuschfrei
  • Benötigt nur eine AA-Batterie
  • Sechs bis acht Stunden Betriebsbereitschaft
  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

  • Supernierencharakteristik vergleichsweise „breit“
  • Handsender-Display schlecht ablesbar

Gehört zu dieser Serie

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X