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23.02.2021

Alesis Crimson II SE Mesh Kit E-Drum Set Test

Elektronisches Schlagzeug

Kampfansage in Rot

Das Alesis Crimson II SE Mesh Kit verdankt seinen Namen den auffälligen roten Meshhead Drumpads, die es von den Kits der Konkurrenz abheben. Mit rund 850 Euro Ladenpreis richtet sich das Kit an ambitionierte Einsteiger oder fortgeschrittene Drummer, die eine umfangreiche Ausstattung sowie besondere technische Features, wie beispielsweise die Sample Import Funktion, schätzen. 

Das Crimson II SE Mesh Kit schließt die Lücke zwischen dem Alesis Command und dem DM 10 MKII Studio Mesh Kit und bietet mit zwei Crashbecken-Pads bezüglich der Ausstattung etwas mehr als das durchschnittliche Standard-E-Drumset. 671 Sounds beinhaltet das Modul, zusätzlich können maximal 99 eigene Sounds via USB-Stick importiert werden. Zum Üben gibt es keine speziellen Funktionen, allerdings 125 interne Songs, davon 60 als echte Play-Alongs. Auf dem Papier macht das Kit also schon mal eine gute Figur, schauen wir nun, ob es auch in unserem bonedo-Test überzeugen kann. 

Details

Das Rack ist leicht, standfest und flexibel 

Das Aluminiumrack des Crimson Kits ist schwarz beschichtet und steht auf seinen vier Standbeinen äußerst stabil. Zur Montage ist ein herkömmlicher Vierkant-Stimmschlüssel nötig, welcher – ebenso wie ein Paar Drumsticks – im Lieferumfang enthalten ist. Mit ihrer Verchromung fallen die vier Haltearme für die Hi-Hat- und Beckenpads sowie der Snareständer etwas aus dem Rahmen. Alle Komponenten wie Halterungen, Pads und Soundmodul werden mit Kunststoff-Halteklammern an den Rundrohren des Racks befestigt. Zur Aufnahme der Tompads dienen geriffelte L-Arme aus Metall, das Snarepad wird auf die bekannte Art und Weise in den Korb des Snareständers eingespannt. Ein nach vorne weisendes Kunststoffschild mit Firmenlogo wird zwischen den Racktom-Pads auf die Querverstrebung gesteckt.  

Die Crashbecken müssen sich mit nur einer Triggerzone begnügen

Die Drumpads des Alesis Crimson II SE verfügen über Kunststoffgehäuse und sind mit Mesh Heads bespannt. Auf acht Zoll Durchmesser bringen es Bassdrum und Racktoms, zwei mehr sind es beim Floortom, und nochmals zwei mehr beim Snarepad. Sowohl Snare als auch Toms bieten neben der Fellfläche eine zweite Triggerzone am Rand.    

Die Spielflächen der Hi-Hat- und Beckenpads bestehen aus mittelfestem Gummi. Während die Hi-Hat- und Crashpads Single-Zone-Ausführungen sind, verfügt das Ridepad über drei Spielflächen: Fläche, Glocke und Rand. Sowohl Crashes als auch Ride bieten über eine Choke-Funktion, können also durch Greifen des Randes zum augenblicklichen Verstummen gebracht werden. Das Hi-Hat Pad wird auf dieselbe Art und Weise wie die Cymbalpads angebracht und über einen Controller gesteuert. Dieser ist eine Kombination aus Aluminium und Kunststoff und mit zwei Metalldornen sowie Klettband an der Unterseite versehen, um nicht während des Spielens auf Wanderschaft zu gehen 

Kompaktes und übersichtliches Modul mit vielen Anschlüssen

Das Alesis Crimson II Modul bietet ein schlichtes, ansprechendes Design mit einer im oberen Bereich spiegelglatten Bedienoberfläche, die etwas anfällig gegen Kratzer ist. Das rötliche Display fällt im Verhältnis zur Gehäusegröße relativ klein aus. Obwohl der Kontrast regelbar ist, wirkt die Darstellung nicht so klar wie bei den Modulen anderer Hersteller. Zwei Potis sind für Kopfhörer- und Gesamtlautstärke zuständig, unter dem Display sind fünf Navigationstasten angeordnet sowie mittig darunter das Dateneingaberad. Im unteren Bereich schließlich befinden sich die Tasten für die Funktionsbereiche Click, Song und Kit sowie die Save-, Tempo-, Aufnahmesteuerungs- und Cursor-Tasten.  

Der Großteil der Anschlüsse befindet sich auf der Rückseite des Moduls. Dazu gehören die Hauptausgänge, ein Kopfhörerausgang, ein Aux In für das Zuspielen von Audiomaterial, zwei Pad Inputs sowie der USB/MIDI-Anschluss und zwei MIDI-Buchsen (In/Out). Bis auf das zweite Crashbecken, welches am entsprechenden Pad Input angeschlossen wird, münden alle übrigen Pad-Kabel in einen 25-Pin-Anschluss, der seinen Platz an der Unterseite des Moduls hat. Die rechte Gehäuseseite schließlich beherbergt den Anschluss für das 9-Volt-Netzteil sowie einen Steckplatz für einen USB-Stick.

Kein Trainingsmodus, dafür eine Sample Import Funktion

Die Hauptbereiche des Crimson II Moduls sind „Kit“ und „Song“. Auf spezielle Trainingsfunktionen, wie man sie bei vielen E-Drumsets der unteren und mittleren Preisklasse vorfindet, muss man verzichten. 

Die Anzahl der Preset Drumkits beträgt 54, hinzu kommen 20 Speicherplätze für eigene Kits. User Kits können bei Bedarf auf einen USB-Stick gespeichert werden, sodass man quasi unbegrenzt viele Kits anlegen kann. Für jedes Kit können Gesamtlautstärke und Klangregelung per Dreiband-EQ individuell bestimmt werden. 

Zur Bearbeitung der Voices (Sounds) innerhalb eines Kits stehen folgende Parameter zur Verfügung: Lautstärke, Panorama, Tonhöhe (+/- 8 Halbtöne), Reverb-Level und Decay (Dauer des Ausklangs). Weiterhin kann ein Pad innerhalb eines Kits auch verschiedene Funktionen wie die Tempoeingabe (Tap Tempo) sowie das Starten und Stoppen des Clicks oder eines Songs bzw. Loops übernehmen. Die Mute Group Funktion kann verwendet werden, um das gegenseitige Überlagern mehrerer nacheinander ausgelöster Sounds zu verhindern.

Zusätzlich zu den internen 671 Sounds können eigene Sounds in Form von WAV- oder MP3-Dateien ins Modul importiert werden. Hierfür stehen 15 MB Datenvolumen – das entspricht etwa drei Minuten mono bei 44,1 kHz Samplingrate –  und 99 Speicherplätze zur Verfügung. Das Löschen einzelner User Samples ist nicht möglich, es können leider nur alle auf einmal entfernt werden.

60 Play-Along Tracks vermitteln Band-Feeling

Das Crimson Set beinhaltet 125 Songs, darunter befinden sich fünf Speicherplätze für User Songs, die als MIDI-Dateien gespeichert werden. Die Verwendung eines USB-Sticks ermöglicht die Speicherung von bis zu 99 Aufnahmen als MP3-Audiodateien. Die Aufnahme eines Songs erfolgt durch Drücken der Rec-Taste oder durch Anschlagen eines Pads. In letzteren Fall startet die Aufnahme nach einem Einzähler. Es kann eine reine Schlagzeugspur ebenso aufgenommen werden wie eine Kombination aus Drums und Begleittrack. Neben den User Songs gibt es 60 Percussion-Loops und kurze melodische Phrasen sowie 60 stilistisch breit gefächerte Play-Alongs, die variabel im Tempo sind und die Möglichkeit bieten, die Drumspur stumm zu schalten.

Der interne Click bietet sechs verschiedene Sounds und beherrscht eine Vielzahl von Taktarten. Er kann wahlweise über alle Ausgänge oder ausschließlich über den Kopfhörerausgang ausgegeben werden.

In den Triggereinstellungen kann das Ansprechverhalten der Pads an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Sechs Dynamikkurven stehen zur Verfügung, zudem gibt es einige Parameter, die helfen, falls es zu Übersprechungen zwischen den Pads oder unbeabsichtigten Mehrfachtriggern kommen sollte. Die den Pads zugeordneten MIDI-Noten können bei Bedarf beliebig verändert werden, wodurch eine hohe Flexibilität gewährleistet ist, wenn per USB-Verbindung Sounds aus dem Rechner angesteuert werden sollen. Umgekehrt kann auch das Modul selber als Soundquelle dienen, wenn an den MIDI-Eingang beispielsweise ein Keyboard angeschlossen wird. 

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • große Auswahl an Sounds
  • Sample Import Funktion
  • flexibles, stabiles Rack

  • wenig klangliche Variabilität
  • unnatürliche Dynamikverläufe
  • eingeschränkte Hi-Hat Performance über USB

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