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08.10.2018

Alles! Über! Melodyne!

Hier findet ihr Workshops, Testberichte und weitere Infos zur renommierten Software von Celemony

Vier Jahre bevor Melodyne der bis dato unbekannten deutschen Softwareschmiede Celemony das Licht der Welt erblickte, im Jahre 1997, war ein anderes Programm in aller Munde: Antares Auto-Tune. Diese Software setzte mit einem Paukenschlag, dem plakativen Welthit „Believe“ der Sängerin Cher, den Startpunkt zur praktikablen und weitverbreiteten Intonationskorrektur von Gesang (und auch Instrumenten) bei Musikproduktionen.

Obwohl Auto-Tune bereits grafische Editiermöglichkeiten bot, animierte die automatische Korrektur wahrscheinlich die meisten Anwender zur Bearbeitung in Echtzeit, indem Auto-Tune als Plug-in in die entsprechenden Spuren insertiert wurde. Diese Vorgehensweise wird auch heutzutage mit Auto-Tune in Verbindung gebracht und teilweise auch schon während der Aufnahme eingesetzt, wodurch sich die Arbeitsweise grundlegend vom Workflow mit Melodyne unterscheidet!

Details

Melodyne erschien 2001, zunächst standalone und kurze Zeit später als Plug-in. Die Bearbeitung mit Melodyne erfolgt stets nachträglich, nachdem das zu korrigierende Audiomaterial von der Software analysiert wurde. Prinzipiell unterscheidet sich die Benutzeroberfläche gar nicht so grundlegend von der meiner Einschätzung nach etwas unpopulären grafischen Nachbearbeitung in Auto-Tune, allerdings ist das GUI von Melodyne von Beginn an zugänglicher, da es sehr stark an vertraute MIDI-Editoren (Pianorolle, Matrix Editor, Key Editor) etablierter Sequenzer/DAWs erinnert und sich das Audiomaterial auch auf gleiche Weise (inklusive Timingkorrektur) bearbeiten lässt.

Die benutzerfreundliche Ergonomie und die hohe Bearbeitungsqualität waren offensichtlich der Schlüssel zum Erfolg der Software, welche nach mittlerweile 16 Jahren bei der Versionsnummer 4 angelangt ist und zahlreiche Verbesserungen sowie neue Funktionen erhalten hat, die in einigen Versionen des Programms teilweise weit über den Korrekturbedarf von Gesangsspuren hinausgehen. 

Oft kopiert…

Selbstverständlich gibt es neben Antares Auto-Tune weitere Konkurrenzprodukte. Fast jede DAW beinhaltet inzwischen ein mit Auto-Tune vergleichbares Plug-in sowie einen grafischen Editiermodus zur Tonhöhen- und Timingkorrektur, welcher Melodyne teilweise verblüffend ähnelt. Ob diese „Plagiate“ das gleiche Qualitätsniveau erreichen, möchte ich subjektiv bezweifeln. Weiterhin bieten einige Dritthersteller wie z.B. iZotope www.izotope.com/en/products/mix/nectar.html und Waves www.waves.com/plugins/waves-tune eigene Lösungen zur „Sanges-Kosmetik“ an, welche sich teilweise einer ähnlichen Bearbeitungsweise bedienen. 

…nicht erreicht

Es gibt einige Funktionen, vorwiegend in den „höheren“ Programmversionen, in denen Melodyne bis dato ein Alleinstellungsmerkmal besitzt. Ein hervorstechendes Feature nennt sich „DNA“ (Direct Note Access) und bietet Zugriff auf einzelne Noten in polyphonem Audiomaterial, wodurch u.a. die Korrektur und Änderung von Akkorden möglich ist. In der aktuellen Vollversion können außerdem vielfältige spektrale Bearbeitungen zum Kreativeinsatz/Sounddesign erfolgen.

Celemony Melodyne 4 Studio Test

Celemony Melodyne 4 Studio Test

Celemony Melodyne in Version 4: Viele neue Features in der Software zur Audiobearbeitung – unter anderem eine gut funktionierende Tempoerkennung.

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