Hersteller_AmericanAudio
Test
5
16.06.2010

Praxis

Bedienung
Die Bedienung des TT Record geht leicht von der Hand, da alle Bedienelemente gut positioniert sind. Alle wichtigen Funktionen wie die „Motor off“-Taste und die Buttons für Geschwindigkeit verfügen über ein visuelles Feedback in Form einer Kontroll-LED.

Die große Start/ Stop-Taste und der lange Pitchfader sorgen für ein komfortables Arbeiten. Doch allzu sehr möchte ich hier nicht ins Schwärmen geraten, denn leider ist der Tonarm nicht höhenverstellbar. Ohne dieses Feature ist eine effektive Anpassung des Tonarms an das aktuell montierte Tonabnehmersystem nicht möglich. Der nur bedingt funktionierende Tonarm-Lift würde mir mit einer Höhenverstellung ebenfalls deutlich mehr Freude bereiten.

Auch bei den Laufeigenschaften macht sich die Preisklasse des TT Record bemerkbar. Das Gerät sieht zwar auf den ersten Blick wie ein professioneller DJ-Turntable aus, ist aber nur bedingt für DJs einsetzbar. Da wäre zunächst einmal das viel zu leichte Chassis, welches schon rein physikalisch, Ereignissen wie Trittschall und sonstigen Erschütterungen wenig Widerstand entgegenbringen kann. Im Club würde das u. a. eine erhöhte Gefahr von Bass-Feedbacks bedeuten. Auch die viel zu lockeren Lager des Tonarms können für ein erhöhtes Feedback-Risiko sorgen. Die eventuell daraus resultierende Eigenschwingung des Tonarmes kann außerdem Störgeräusche bei Scratches erzeugen. Dazu kommt noch, dass das doch recht dünne Kunststoff-Chassis dem ansonsten robusten Plattenteller zu wenig Stabilität bietet.

USB-Recording
Mit dem TT Record kann man ohne Umwege Musikstücke von Schallplatte als MP3-File aufnehmen. Dazu muss man zunächst einen USB-Stick oder eine USB-Festplatte an den TT anschließen. In der Bedienungsanleitung lese ich, dass auf dem ausgelieferten Gerät ein MP3-Codec mit 128 kbit/ s installiert ist, der sich auf einen Codec mit 192 bzw. 256 kbit/ s updaten lässt. Also habe ich mir direkt mal die beiden Codecs von der American Audios Webseite heruntergeladen. Dort gibt es zudem ein PDF, welches genau beschreibt, wie man den Codec korrekt installiert. Doch obwohl ich mich genau an die Anleitung hielt, wollte es mir auch nach diversen Versuchen einfach nicht gelingen, einen neuen MP3-Codec auf dem TT Record zu installieren. Um sicher zu gehen, dass ich auch wirklich alles richtig mache, habe ich mir sogar noch das Video-Tutorial angesehen. Doch auch das half nichts. Glücklicherweise stellte sich im weiteren Verlauf des Tests heraus, dass auf dem TT im ausgelieferten Zustand nicht der 128 kbit/ s Codec, sondern tatsächlich die 192 kbit/ s Variante installiert ist.

Das Recording auf der im Lieferumfang enthaltenen SD-Karte funktioniert kinderleicht. Einfach die Record-Taste drücken und schon wird ein MP3-File aufgenommen. Eine automatische Unterteilung der Songs, beispielsweise für Alben gibt es nicht. Die MP3-Files werden lediglich durchnummeriert und abgespeichert. Eine kostenlose Editor-Software soll dem User ermöglichen, die Song-Informationen (ID3-Tags) im Nachhinein am Computer zu bearbeiten. Doch obwohl behauptet wird, dass die Software auch Mac OS X-kompatibel vorliegt, finde ich auf der Webseite nur eine Windows-Variante zum Download.

Natürlich soll der TT Record auch mit anderen USB-Laufwerken als der mitgelieferten SD-Karten/ USB-Adapter-Combo kompatibel sein. Also habe ich mal meinen Standard USB-Stick angeschlossen. Auf ihm waren bereits andere Daten abgelegt, aber definitiv noch genügend freier Speicherplatz vorhanden. Die Aufnahme funktionierte dann auch scheinbar völlig problemlos, leider war das Audiofile aber völlig unbrauchbar. Ein einziges Sound-Chaos mit Zeitsprüngen inklusive integrierter Audiofetzen anderer Soundfiles. Und das, obwohl der verwendete Stick die geforderte FAT 32 Formatierung hatte. Laut Hersteller sollte es eigentlich problemlos möglich sein, auch auf Medien aufzunehmen, die bereits andere Daten enthalten. Doch auch bei einem zweiten USB-Stick mit der gleichen Formatierung tauchten wieder die gleichen Probleme auf. Ein unbespielter Datenträger hingegen verursacht keine Probleme beim USB-Recording.

Klang
Am Cinch-Ausgang kann entweder ein Phono- oder ein Line-Signal ausgegeben werden. Möglich macht dies der interne Phonovorverstärker des TT Record. Klanglich liefert er ein ausgewogenes Ergebnis, doch leider mangelt es ihm ein wenig an Druck. Auch der Ausgangspegel ist einfach zu niedrig. Da hätten es ruhig ein paar dBchen mehr sein dürfen.

Das im Lieferumfang enthaltene Tonabnehmersystem von Audio Technica sorgt, nicht zuletzt wegen des konischen Schliff der Nadel, für ein sehr ausgewogenes Klangbild, welches gerade bei der Digitalisierung von Musik zu überzeugen weiß. Doch im 1 zu 1-Vergleich mit einem Concord/ DJ-E System von Ortofon hat Audio Technica das Nachsehen. Auch hier würden ein wenig mehr Druck und mehr Ausgangspegel nicht schaden.

Bezüglich der Aufnahme von MP3-Dateien konnte ich leider nur den bereits auf dem Gerät installierten 192 kbps MP3-Codec testen. Obwohl hier Geräte-intern mit einem Limiter gearbeitet wird, bietet die Aufnahme in Verbindung mit diesem Codec ein klanglich wirklich gutes Ergebnis. - Und das auch bei lauter gepressten Schallplatten, wie z.B. Maxisingles.

1. Aufnahme mit Interface Moto 828 MK2/ Audio Technica Tonabnehmer
2. Aufnahme mit Interface Moto 828 MK2/ Audio Technica Tonabnehmer DJM 909 Mixer
3. Aufnahme mit Interface Moto 828 MK2/ Ortofon Concord DJ-E Tonabnehmer DJM 909 Mixer
4. Aufzeichnung auf SD-Karte( Lieferumfang)/ Audio Technica Tonabnehmer
5. Aufzeichnung auf alternativen USB-Stick (nicht leer/ mit anderen Daten)/ Audio Technica Tonabnehmer

Pro & Contra

  • Direkte Digitalisierung von Musik per USB-Anschluss
  • Inklusive SD-Karte (1GB) und USB-Adapter
  • Inklusive Tonabnehmer von Audio Technica
  • Hohes Drehmoment
  • Langer Pitch-Fader (105 mm)
  • Integrierter Phonovorverstärker

  • Aufnahme auf USB Medien, die bereits andere Daten enthalten, ist problematisch
  • Installation eines neuen MP3-Codecs nicht möglich
  • Lager des Tonarmes hat eine zu hohe Toleranz
  • Dünnes Kunststoff-Chassis mit zu wenig Masse
  • Tonarm-Lift funktioniert nur unzureichend
  • Plattenteller ist zu instabil

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