Bass Hersteller_Amptweaker
Test
7
25.02.2019

Praxis

Man kann es schon am Namen erahnen, dass das BluesFuzz JR wohl eher für Vintage-Fuzz-Sounds konzipiert wurde, zumal ja auch ein Low-Gain-Transistor für die Verzerrung zum Einsatz kommt. In der Tat eignet sich das kompakte Pedal aus der JR-Serie wirklich hervorragend für die Nachbildung von warmen Vintage-Röhren-Amp-Sounds, wie ich finde. Bei niedrigen Gain-Einstellungen liefert das Bass BluesFuzz JR ähnliche Sounds wie ein leicht übersteuerter Röhren-Bolide, und mit aktiviertem Boost kann es durchaus auch aggressiver und bissig werden, vor allem mit aufgedrehten Mitten.

Aber hört selbst, denn ich habe natürlich einige Soundsamples aufgenommen, die meinen heutigen Testkandidaten mit verschiedenen Einstellungen zeigen. Damit der Sound immer tragfähig bleibt, habe ich für alle Beispiele mal etwas mehr, mal etwas weniger des cleanen Sounds mithilfe des Low-Dry-Reglers zum Effektsound beigemischt.

Wir beginnen mit sehr milden Einstellungen, um den Sounds meines passiven Jazz-Basses nur leicht zu sättigen. Den Fuzz-Regler habe ich für eine dezente Verzerrung auf 9 Uhr gestellt, sowohl die Mitten als auch die Höhen wurden mit den entsprechenden Reglern dezent abgesenkt.

Mein Bass klingt leicht angezerrt - wunderbar organisch und warm, fast wie durch einen Röhren-Amp gespielt. Bemerkenswert ist außerdem die sensible und dynamische Ansprache des Pedals - es vermittelt dadurch ein sehr organisches, natürliches Spielgefühl!

Als nächstes hören wir uns an, wie sich das Attack-Feature auf den Sound auswirkt. Im ersten Beispiel hört ihr das BluesFuzz mit allen Regler in 12-Uhr-Stellung im Fat-Modus, für den zweiten Clip habe ich den Attack-Schalter auf "Tight" gestellt und bei einer etwas stärkeren Verzerrung die Höhen voll aufgedreht.

Im Fat-Modus klingt der Bassbereich deutlich hörbar offener, sodass der Sound insgesamt breiter und fetter wirkt. Der Effekt ist aber nicht so stark, als dass der Sound schwammig werden könnte. Außerdem hat man mit dem Low-Dry-Regler ja immer die Möglichkeit, cleane Bassfrequenzen dazuzumischen. Wer mehr Durchsetzungskraft im Bandsound bracht, sollte allerdings den Tight-Modus verwenden. Vor allem stärker verzerrte, aggressivere Sounds profitieren vom schlankeren Low-End und der knackigeren Ansprache in der Tight-Einstellung.

Jetzt schalten wir einen Gang höher und hören uns das Bass BluesFuzz JR im Boost-Modus an.

Klar, durch den Boost von satten 10dB werden auch mit signalschwachen Passivbässen stärkere Verzerrungen möglich. In der Fat-Stellung klingt mein Testkandidat wie ein geschmeidiges Vintage-Fuzz und liefert auch bei stärkeren Verzerrungen organische, satte und warme Sounds.

Als nächstes wollte ich testen, wie aggressiv das Amptweaker-Fuzz im Boost-Modus werden kann. Dafür habe ich sowohl den Fuzz-Regler als auch den Mitten-Regler voll aufgedreht und den Attack-Schalter wieder in Mittelstellung gebracht, damit der Sound nicht zu breit wird.

Mir gefällt die Abstimmung des Mitten-Reglers wirklich sehr gut - der Sound wird bissiger und direkter, allzu harsche Frequenzen bleiben aber auch bei stärkeren Zerrgraden außen vor.

Dreht man den Mitte-Regler komplett zu, liefert das Bass BluesFuzz JR einen schönen Scoop-Sound, der im Tight-Modus und mit voll aufgedrehtem Höhen-Regler durchaus in eine etwas modernere Richtung geht.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • tolle Fuzz-Sounds in vielen Schattierungen
  • sehr gut abgestimmte Features
  • tadellose Verarbeitung
  • clevere Batteriefach-Lösung

  • -/-

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