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Test
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23.07.2019

Artiphon Instrument 1 Test

USB/MIDI-Controller

Universal-Controller mit neuen Möglichkeiten für Keyboarder und Gitarristen?

Neue Musik entsteht häufig aufgrund neuer Ausdrucksformen. Neue Controller eröffnen neue Wege in die elektronische Musik, auch Musikern, die traditionelle Instrumente spielen. Artiphon stellt mit dem Instrument 1 einen neuartigen Controller vor, der Spieltechniken von Saiteninstrumenten, wie Gitarre, Violine, Bass und Ukulele auf den Computer und das iPhone übertragen soll. Ein kompakter Multi-Controller mit integrierten Stereo-Lautsprechern, Klangerzeugung via iPhone und mehr, der live und als Eingabemedium für die DAW verwendet werden kann.

Das klingt sehr spannend. Wir haben uns den Artiphon Instrument 1 Controller näher angeschaut.

Details

Auspacken

Das Instrument 1 kommt in einem stabilen Karton, in dem es gut gepolstert, sogar mit einem kleinen Tragegriff transportiert werden kann. Das mitgelieferte Netzteil sowie die beiden Mini-USB-to-Lightning- (für iOS-Geräte) und Mini-USB-to-USB (für den Computer) - Kabel finden in einem kleinen Fach ebenfalls gepolstert Platz. Das Netzteil ist dazu mit drei internationalen Adaptern (UK, US, EUR) ausgestattet, die allerdings etwas fummelig einzusetzen sind. Bitte nicht verzweifeln, sondern mit viel Fingerspitzengefühl einklicken.

Erster Eindruck

Das Instrument 1 selbst ähnelt einem dicken Gitarrenhals aus Kunststoff und ist 59,5 cm lang, am Hals 6,2 cm, am „Korpus“ dann sogar 8 cm breit. Der Korpus hat eine Stärke von 3,5 cm, höchster Punkt ist die „Bridge“ mit 5 cm.  Das 34,8 cm lange und 4,7 cm breite Griffbrett weist zwölf Bünde auf. Druckempfindlich und anschlagdynamisch kann es -  je nach Einsatzgebiet - das Griffbrett einer sechssaitigen Gitarre, eines viersaitigen Instruments wie Bass oder Violine, die Klaviatur eines Tasteninstruments, oder auch zwölf Drumpads simulieren. Mit zwei dreieckigen „Capo-Buttons“ lässt sich ähnlich einem Kapodaster die Grundstimmung in Halbtonschritten verschieben.

Darunter befinden sich sechs breite bewegliche Gumminoppen, die sogenannte „Bridge“ dient als Anschlag für die sechs Saiten zum Gitarre klampfen, Geige streichen oder um darauf zu tippen. Weiter darunter befindet sich ein Endlosregler mit neun LEDs um die Lautstärke zu regeln, oder per Knopfdruck acht Presets durchzuschalten.

Ganz unten auf dem Korpus und oben über dem Griffbrett sitzen zwei kleine Speaker, um das Instrument 1 in Stereo abzuhören. Soviel kann ich schon jetzt verraten: Das Artiphon Instrument 1 kann auch als Soundkarte für alle anderen iOS-Anwendungen verwendet werden und ist dann dank seiner beiden recht weit entfernten Lautsprecher eine veritable kleine Stereoanlage. Zudem kann es auch via Kopfhöreranschluss an Mischpult oder Soundkarte angeschlossen werden.

Anschlüsse

Alle Anschlüsse finden sich rechts unterhalb der 'Bridge': Ein Kopfhöreranschluss, ein USB-Anschluss, ein 12V Netzteilanschluss sowie ein Taster zum Einschalten.

Das Instrument 1 bietet selbst keine Tonerzeugung und ist lediglich ein Controller für die iOS App oder die DAW. Die iOS-App wird aus dem App Store geladen und beinhaltet einen Editor sowie Sound-Presets. Gleich zu Anfang gibt’s eine akustische Gitarrensimulation, um direkt ‚losklampfen‘ zu können.

Einmal geladen, soll das Akku einen ganzen Tag lang Strom bieten. Ich habe es im Laufe des Tests mehrmals nachgeladen, aber auch niemals „leer“ gekriegt. Da macht eher die iPhone-Batterie schlapp. Schön wäre es daher gewesen, wenn das Artiphon das angeschlossene iPhone mit Strom versorgen könnte. 

Presets

Ein Preset ist die Kombination aus Spielmethode, dem Modus des Griffbretts und dem Tuning. Das Gitarren-Preset besteht z. B. aus der Gitarrenanschlagsmethode, dem Gitarrenbundmodus auf dem Griffbrett und dem üblichen Gitarrensaitentuning (E-A-D-G-H-E).

Ein Keyboardpreset besteht typischerweise aus zwölf hohen „Tasten“ (repräsentiert durch die „Bünde“ des Instrument 1 und sechs zusätzlichen Bass-Tasten (repräsentiert durch die Noppen). Mögliche Spielmethoden sind Strum, Bow, Slide und Tap. Die ersten vier Presets Gitarre Violine, Piano und Drums können editiert, aber nicht überschrieben werden. Die weiteren vier Presets sind überschreibbar.

Editor

Im Gegensatz zur iOS App enthält der Editor für Mac OS- und Windows Systeme keine Sounds, er dient lediglich als Schnittstelle zwischen der Hardware und Third-Party-Software, wie Ableton Live oder Logic Pro X, GarageBand, etc. In der Download-Sektion finden sich Setups und Sounds für Ableton Live, Logic, Mainstage, Garageband und Kontakt-Ensembles. Auch ein Max-Patch ist verfügbar.

Zubehör

Im Artiphon Shop gibt es neben dem Instrument 1 auch noch einen Umhängegurt für 19,99 USD zu kaufen, mit dem nicht nur standesgemäß gerockt, sondern auch das Problem mit den ungünstig gelegenen Anschlüssen umgangen werden kann.

Deren Positionierung ist leider überhaupt nicht praxisgerecht. Wenn man das Artiphon wie eine Gitarre auf den rechten Schenkel legt, liegen Netzteilanschluss, USB- oder oder Kopfhörerstecker genau auf eben jenem. Unpraktisch.

Für den Transport bietet Artiphon ein Softbag für 49,99 USD und ein Hardcase für 119 USD an. Für den Anfang mag manchen aber auch der mitgelieferte stylische Karton mit magnetischem Klappdeckel genügen.

Achtung - Sonderangebot: Im Juli 2019 gibt’s für jedes online bestellte Instrument 1 ein Softbag gratis dazu.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Neuartiges MIDI-Controller Konzept
  • Lange Akku-Laufzeit
  • Funktioniert unter iOS als Soundkarte
  • Robuste Verarbeitung

  • Plastikgefühl
  • Geringe Anschlagdynamik
  • Fehlerhafte Trigger
  • Latenz

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