Hersteller_Arturia KC_Keyboard_Controller KC_Minitasten KC_komplex KC_Pads
Test
3
28.04.2020

Arturia Keystep Pro Test

USB/MIDI/CV-Sequenzer und Controller

Keystep + Beatstep Pro = Keystep Pro

Warum sich Arturia fünf Jahre Zeit gelassen haben, ihr Drum-Trigger-orientiertes „Beatstep Pro“-Konzept als Keyboard-Version zu adaptieren, wissen wohl nur die Entwickler im schönen Montbonnot-Saint-Martin. Zugutehalten muss man ihnen aber, dass sie das Ursprungs-Konzept beim Keystep Pro doch deutlich erweitert haben, denn aus vormals zwei CV/Gate-Ausgängen sind nun beispielsweise vier geworden, die MIDI-Buchsen sind nun im Standard-Format (und nicht mehr als Miniklinken-Adapter) ausgelegt und sogar ein kleiner Metronom-Lautsprecher wurde integriert. Daneben finden sich noch eine ganze Reihe funktionaler Erweiterungen und Verbesserungen, wie wir im Test herausfinden konnten.

Details

Auf das Elementare runter gebrochen, ist das „Keystep Pro“ zunächst einmal ein 3-Oktaven-Keyboard mit Mini-Tasten, die sowohl Anschlagsdynamik wie auch Aftertouch senden und von zwei Touch-Strips für Pitchbend und Modulation flankiert werden. Zudem fünf, in verschiedenen Kontexten nutzbare Dreh-Encoder und eine sechzehn Taster umfassende Lauflicht-Matrix. Daneben ist gibt es einen Vier-Spur Step- und Melodie-Sequenzer wobei die erste Spur auch zur Lauflicht-Drum-Programmierung des Drum-Sequenzers (mit max. 16 Einzelspuren) genutzt werden kann. Jede Spur kann sechzehn Pattern mit maximal 64 Steps, 16 Noten pro Step und variabler Länge (Last Step) aufnehmen, die sich zusätzlich noch verketten lassen. Ein aktueller Betriebszustand kann in Szenen (16 pro Projekt) gespeichert werden und eine Sammlung von Pattern, Szenen und auch Controller Mappings in einem von 16 Projekten abgelegt werden. Ein reichhaltiges Arsenal von zusätzlichen Spielfunktionen komplettiert am Ende die variantenreiche und kreative Notenerzeugung: Es reicht von vielseitigen Arpeggio-Generatoren über Zufallsfunktionen, Skalenhilfen bis hin zum Editieren von Events und typischen Copy/Paste-Aktionen. Auch mit an Bord: der schon beim Beatstep Pro beliebte Roller/Looper-Effekt, der den aktuell laufenden Abschnitt wahlweise im metrischen 1/4, 1/8, 1/16 oder 1/32-Teiler wiederholt (wobei die Position bei laufendem Looper noch effektvoll verschoben werden kann).

Richtig spannend wird die Sache allerdings durch die großzügige Ausstattung mit Spannungs-Ausgängen: So findet sich rückseitig für alle vier Spuren ein Trio aus Gate, Pitch und Velocity/Modulation zur Befehligung entsprechender externer Hardware (Stichwort: Modularsystem). Der Drum-Sequenzer darf über acht analoge Drum-Gates herrschen und die System-Clock (wahlweise Master oder Slave via MIDI, USB, Gate) wird an alle angeschlossenen Porte weitergeleitet. Damit empfiehlt sich der Keystep Pro natürlich in besonderer Weise als Schaltzentrale in Hybrid-Setups, wo DAW, MIDI und Analoge-Steuersignale aufeinandertreffen. Nicht ohne Grund zählt der Beatstep Pro deshalb zu einer festen Instanz in vielen Live- und Studio-Setups von Künstlern, die mit einem Modularsystem arbeiten. 

 

Auspacken des Controllers

Der handliche Henkel-Karton verrät schon durch seine Bedruckung, dass sich darin das Keystep Pro befindet. Eingeschmiegt in Schaumstoff-Formteile sollte beim Transport eigentlich nichts passieren. Verstärkt man den Karton noch mit Gaffa-Tape an den Ecken, sollte er sich auch problemlos als Behelfs-Case für den einen oder anderen Gig eignen. Ein der Verpackung finden sich als Reisebegleitung ein Netzteil mit einem Sortiment internationaler Stecker, ein USB-Kabel und eine Kurzanleitung – das war‘s. Software und das vollständige (derzeit nur englischsprachige) Manual muss man sich auf der Website herunterladen – die Umwelt freut‘s.

 

 

Erster Eindruck

Wie auch schon beim Beatstep ist die Bodenplatte des Keystep Pro aus Metall. Das gibt ihm nicht nur ein ernstzunehmendes Gewicht von 2,7 kg, sondern fühlt sich irgendwie auch vertrauenerweckend an. Auch sonst scheinen die meisten Bauteile (Potiköpfe, Taster) weitgehend baugleich mit denen des Beatstep zu sein. Das fühlt sich im Ergebnis alles gut und richtig an: Zwar nicht edel und teuer, aber auch nicht ‚fimschig‘ und billig – einfach angemessen für den Preis. Und, obwohl am Keystep ziemlich viel leuchtet und blinkt (was für die Benutzer-Interaktion natürlich gut ist), wirkt er nicht unangenehm spielzeughaft.

 

Anschlüsse auf der Rückseite

Der Blick auf die Rückseite ist geradezu beeindruckend denn hier warten vier (für jeden der vier Sequenzer-Tracks) Trios aus Pitch, Velo/Mod und Gate auf Verbindung mit analoger Hardware, gefolgt von acht Drum-Trigger-Gates, einem Clock-In/Out/Reset-Trio und einer weiteren Dreier-Kombo aus MIDI-In und Out1/2. Daneben findet sich noch ein Metronom-Ausgang nebst heraus schnappendem Lautstärke-Regler, eine Buchse für ein Sustain-Pedal und ein USB-Port. Die danebenliegende Strombuchse musste ich im Test nur bemühen, wenn ich das Keystep Pro Solo betreiben wollte. Im Rechner-Verbund begnügte sich der Controller mit der vom Bus bereit gestellten Spannung.

 

 

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Sehr vielfältig einsetzbar
  • Solide Verarbeitung
  • Gelungenes und eigenständiges Bedienkonzept
  • Logisches visuelles Feedback der meisten Steuersignale (Noten/Modulation) am Gerät

  • Roller-Effekt-Taster sehr empfindlich
  • Keine Ableton-Link Integration

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X