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Test
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12.11.2015

Behringer B3030A Truth

Aktiver Nahfeldmonitor

Höre die Wahrheit, wer sie auch spricht!

Die 1989 gegründete Firma Behringer gehört heute zu den größten Herstellern für Audio-Equipment und Musikinstrumente. Während sich andere Unternehmen auf eine oder auf wenige Produktgruppen spezialisieren, fällt Behringer durch seine überdurchschnittlich große Produktpalette auf. Neben Mischpulten, DJ-Mixern, Keyboards und Gitarren sind auch Mikrofone, Effektgeräte sowie komplette PA-Anlagen und Studiomonitore im Sortiment des Herstellers zu finden. Abgesehen von der riesigen Auswahl, die uns der Hersteller bietet, setzt die Firma sich vor allem durch sehr günstige Preise von anderen ab.

Die aktiven Nahfeldmonitore B3030A der Truth-Serie von Behringer, Nachfolgermodell der wohlbekannten B2030A und B2031A, sind seit April 2009 auf dem Markt. Neben der B3030A ist auch noch eine etwas größere Variante in der Truth-Serie erhältlich, die auf das Kürzel B3031A hört. Genau wie ihre Vorgänger sind auch die B3030A und B3031A für den Recording-, Mixing- und Mastering-Bereich angedacht. Wie der Name der Serie bereits vermuten lässt, sollen die Speaker für eine klangtechnisch absolute Wahrheit stehen, auf die man in professioneller Studioumgebung nicht verzichten sollte. Ein Paar B3030A kriegt man bereits für knapp EUR 400,–. Das macht sie zu einem der günstigsten Kandidaten im Testmarathon.

Details

Allgemeines

Genau wie sein größerer Bruder setzt auch die Truth B3030A auf einen aus Kevlar bestehenden Tieftöner, welcher für eine gute Impulstreue sorgen soll. Verglichen mit herkömmlichen Polypropylen-Membranen verhalten sich diese bei tieferen Frequenzen nicht mehr so steif. Des weiteren weist die Beschaffenheit von Kevlar eine hohe Stabilität bei einer äußerst geringen Masse auf, woraus sich schnellere Reaktionen der Membran ergeben und eine verzerrungsfreiere Bass-Wiedergabe erreicht werden soll.

Der Hochtöner des Speaker wurde in einem 2 Zoll durchmessenden Bändchen-Prinzip konzipiert, womit der Hersteller eine möglichst natürliche Abbildung sichern will. Die Trennfrequenz liegt bei 3,6 kHz. Die Verwendung des sehr leichten Bändchens bringt neben einer schnellen Reaktionszeit auch die Darstellungsfähigkeit von sehr hohen Frequenzen weit oberhalb des menschlichen Hörvermögens mit sich. Wenn man diese auch nicht konkret hört können sie dennoch einen starken Einfluss auf die Wahrnehmung haben.

Doppel-Port

Wie man es bei professionellen Studiomonitoren gewohnt ist, werden beide Wege getrennt voneinander mit jeweils einer Endstufe versorgt, wobei der Hochtöner mit 35 Watt und der 6,75 Zoll durchmessende Tieftöner mit rund 75 Watt bedient wird. Zwei frontseitige Bassreflexöffnungen in schlitzartiger Ausführung sorgen für den nötigen Tiefgang.

Das magnetisch geschirmte Gehäuse der B3030A wurde aus einer Kombination von MDF und Vinyl gefertigt. Hoch- und Tieftöner werden von einer schwarzen Kunststoffblende getragen, wodurch insgesamt ein hochwertiger und robuster Eindruck entsteht. Unter Musikern wird Behringer zwar immer etwas als das „C&A der Audiobranche“ belächelt, das trifft auf die Optik und Verarbeitung der B3030A aber nicht zu. Bei einer Größe von 315mm x 215mm x 210mm bringt die Box immerhin 10 kg auf die Waage, ist also nicht unbedingt ein Leichtgewicht.

Leistung

Dem Hersteller zufolge soll ein Freifeldübertragungsbereich von 50 Hz bis 24 kHz gewährleistet sein. Angaben zum gemessenen Abfall fehlen indes. Mit einer Ausgangsleistung von 110 Watt sollen die Truth B3030A ferner einen Maximalpegel von sage und schreibe 113 dB SPL Peak im Paar bei einem Meter Abstand erreichen.

Rückseite und Filter

Die Rückseite des Speakers weist alle gängigen Anschlüsse und Einstellungsmöglichkeiten für den professionelle Studiogebrauch auf. Neben einem XLR- und einem 6,3mm-Klinkeneingang bietet die Box auch reichlich Einstellmöglichkeiten. Einen Cinch-Anschluss sucht man indes vergeblich.

Um die Abhöre auf möglichst viele räumliche Umgebungen anpassen zu können, wurde sie mit drei verschiedenen Filter versehen, wobei zwischen Höhen, Mitten und Tiefen unterschieden wird. Das Tiefen-Filter bietet eine Reduktion von bis zu 6 dB bei 60 Hz, die Mitten können bei 300 Hz ebenfalls um bis zu 6 dB abgesenkt werden. Dies geschieht jeweils in drei Stufen von 2 dB. Auch Frequenzen ab 8 kHz können mithilfe des Höhenfilters in drei Stufen justiert werden, wobei ein Spielraum von +2 dB bis -4 dB gewährleistet ist. 

Das Lautstärke-Poti bildet einen Regelbereich von -6 bis +6 dB ab, was für die gängige Studioumgebung völlig ausreichend ist – vor allem im Zusammenhang mit einem Monitorcontroller, welchen die meisten Audiointerfaces heutzutage mitbringen. Zu guter Letzt ist ein Eingang zur Stromversorgung zu verzeichnen, welcher hier zusammen mit Signal-Eingängen am unteren Rand der Rückseite verbaut wurde. Einen Auto-Standby findet man indes leider nicht.

Pro & Contra

  • hilfreiche EQs und Filter
  • gutes Preis/Leistungsverhältnis
  • robust und schick verarbeitet

  • kein Auto-Standby
  • Portturbulenzen

Gehört zu dieser Serie

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