Hersteller_Behringer Gear_DJ-Controller
Test
5
10.07.2013

Behringer CMD DV-1 Test

DJ-Controller

FX-Controller

Behringer CMD DV-1 im bonedo-Test: Trotz der stetig wachsenden Controller-Fangemeinde setzen viele Deejays auf Turntables oder „CDJs“ in Kombination mit einem zeitcodierten Steuermedium, bekannt als DVS oder digitales Vinyl-System. Und wie es der Name schon vermuten lässt, scheint der Behringer CMD DV-1 speziell auf diesen Anwenderkreis zugeschnitten zu sein, lassen sich doch einige nützliche Sonderfunktionen der Software über ihn befehligen.

Er wird wie der Rest der Produktreihe mit Deckadance 2 OEM ausgeliefert, was seiner eigentlichen Bestimmung nicht wirklich entspricht, denn er soll ja ein DVS kontrollieren. Und das erfordert, so es denn das DJ-Programm von Image Line sein soll, zumindest eine zusätzliche Investition von 76 Euro für das Update. Hinzu kämen ein Satz kompatibler Timecode-Medien und ein entsprechendes Audiointerface.

Doch Anwender von Serato, Traktor und Mixvibes dürften sich ebenfalls angesprochen fühlen, zumal das Layout auch diesen Programmen gerecht werden sollte und die Konkurrenten Denon HC-1000S (199 Euro UVP, Test hier) oder NI Kontrol X1 (199 Euro UVP, Test hier) doch ein größeres Loch ins Portemonnaie reißen, als es mein Testkandidat DV-1 tut. Also ein Schnäppchen mit der Lizenz zum Soundverwursten?

Details

Tiefes Wühlen im Karton ist nicht nötig, um den Inhalt, bestehend aus dem Testkandidaten selbst, einem USB-Kabel und einer Serial-Card, ans Tageslicht zu befördern. Mit Maßen von 305 x 152 x 57 mm zielt der Proband auf einen Platz neben dem Mischpult ab, da verwundert es schon ein wenig, warum die Bauhöhe nur knapp die Hälfte eines Standard-Pultes beträgt und die beiden Geräte nicht „auf Augenhöhe“ sind. Wäre schön, wenn Behringers Produktentwickler bald mit einem Unterbau Abhilfe schaffen könnten. Bis dahin hilft vielleicht ein DIY-Lego-Stand „Marke Eigenbau“ aus.

Die Stromversorgung des MIDI-Controllers erfolgt über den USB-Port Typ B an der Rückseite des Gerätes, wo auch die Ausfräsung für eine Diebstahlschutzvorrichtung Platz gefunden hat. Auf der Bedienoberfläche zähle ich 39 (!) milchtrübe, orange hinterleuchtete Buttons und 12 Endlosdrehregler, die allesamt von einem 15-Schritt-LED-Kranz umgeben sind. Dass Behringer den Drehreglern keine Button-Funktion spendiert hat, wie es beim CMD-PL-1 der Fall ist, finde ich etwas schade. Der Widerstand beim Schrauben ist als sanft und natürlich einzustufen, die Kappen sind recht griffig und können bei Bedarf gegen andere Modelle wie etwa DJTT Chromacaps ausgetauscht werden. Wo es Sinn macht, zum Beispiel bei den FX-Racks, Hotcues, Loops oder Fokus-Decks, ändert sich die Beleuchtung der vollflächig auslösenden Kunststoff-Buttons von orange auf blau, wobei bei einem Deck-Wechsel der Status angeglichen wird. Ich musste allerdings feststellen, dass besonders die zentralen Tasten alle quietschen, sobald ich sie etwas energischer betätige und zudem verkanten können, sollten sie nicht in der Mitte getroffen werden.

Software: Deckadance 2 OEM

Die OEM-Version ist genau genommen eine vollwertige DJ-Lösung. Jedoch ist sie speziell für die Kontrolleinheit gedacht und lässt einige Ausstattungsmerkmale der großen Brüder (V2, DVS) vermissen. So zum Beispiel DVS-Unterstützung, MIDI-Learn oder individuelle Editoren für Smart Knobs und Gross Beat. Stattdessen gibt es eine stattliche Anzahl an festen Presets, was, um auf den Geschmack zu kommen oder zum Ausprobieren, definitiv erst einmal ausreicht. Ferner fehlen auch die VST-Integration und ein Session-Rekorder zum Aufzeichnen der Mixsession. Soviel zu dem, was nicht ist. Kommen wir zu dem, was euch die Light-Variante zu bieten hat. Und das wären zunächst mal vier Softwaredecks mit farbcodierten Wellenformen, die ihr wahlfrei mit Musikalien der Formate MP3, FLAC, M4A, WMA, WAV, AIFF und OGG befüllen dürft. Zur Orientierung im Track dienen eine Wellenformübersicht mit Cuepoint-Anzeige und eine vergrößerte Ausschnittbetrachtung. Bis zu acht Smart-Panels pro Deck stehen für Loops, FX, Cuepoints, Pitch, Key, Grid und DVS bereit. Dazu gesellen sich in der oberen Screen-Hälfte der Mixer und die kreativen Bordmittel. Das Mixer-Panel kann zugunsten der Funktions-Panels aus dem Fokus weichen, sodass ihr stattdessen eine der folgenden Sektionen im Blick habt: Effekte, Sampler, Vertical-Waves, VSTs, Gross Beat. Für tiefer gehende Funktionsbeschreibungen empfehle ich die Lektüre des Testberichtes zur Deckadance Vollversion.

Der Browser nimmt in gewohnter Manier die untere Bildschirmhälfte ein und ist mit gängigen Tools zum Anlegen von Playlisten oder zum Filtern der Musikbibliothek ausgestattet. Besonders nützlich bei umfangreichen Musiksammlungen sind die Smart-Playlists, denn sie filtern den Datenbestand anhand flexibler Kenngrößen, wobei sich das Ergebnis sortieren und in der Menge beschränken lässt. Ein Beispiel: Suche bitte nach allen House-Titeln von David Morales, die bis zum Jahr 1999 veröffentlicht wurden, sortiere diese nach meiner höchsten Bewertung und beschränke das Ergebnis auf 10 Tracks. Was die globale Musikverwaltung angeht (Rechtsklick auf Library), bietet DD die Möglichkeit zum Import von Ordnern (Einzeltitel aktuell nur über Drag & Drop), ein Backup der Library anzulegen und diese zurückzusetzen. Ich vermisse hier einen manuellen Integritäts-Check mit Update-Funktion für verwaiste oder verschobene Musikstücke.

Pro & Contra

  • Gelungenes Layout
  • Vier-Deck-Kontrolle
  • Ansprechendes Design
  • Viele Status-LEDs
  • Kensington Ausfräsung
  • Integrierte Verbindungslasche zum Kaskadieren mehrerer Module
  • Günstiger Preis
  • Hohe Standsicherheit

  • Einige Tasten quietschen und verkanten
  • (Noch) dürftige Dokumentation
  • Bisher wenige Mappings

Gehört zu dieser Serie

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X