Hersteller_Behringer
Test
5
14.08.2009

Praxis

Im DJ-Betrieb mit dem DJX750
Nach Anschluss aller Geräte machte ich mich nun an den eigentlichen Praxistest. Dazu habe ich mit Traktor Scratch Pro inkl. Audio 8-Interface wie auch CD-Player und externem Effektgerät gearbeitet. Im Mix macht das Pult von Behringer eine wirklich gute Figur. Sowohl Preamps als auch Kanal-EQs verrichten ihren Job mehr als ordentlich. Von dem Bass-Boost kann sich manch anderer Pulthersteller eine Scheibe abschneiden. Die Potis sind gut verarbeitet und verfügen alle über den gleichen Drehwiderstand. Die Fader kratzen nicht (zumindest taten sie das während unseres Tests nicht) und ermöglichen einen gefühlvollen Fade-Vorgang. Der VCA-Crossfader ist leichtgängig und die einstellbare Charakteristik lässt sowohl lange Fades wie auch knackige Cuts zu. Vor allem die Killswitches funktionieren hervorragend, ein Feature, welches ich bei aktuellen Pulten sehnlichst vermisse.

DJs und Leute, die es werden wollen, erhalten mit dem DJX750 einen integrierten Dual Auto BPM Counter. Eines der beiden Zählwerke wird gelockt, während das zweite dann quasi als „Beat-Assistent“ dient. Dieses Arbeitsprinzip funktioniert gut und wird allen, die noch nicht so lange dabei sind, eine effektive Hilfe beim Einpitchen sein, auch wenn der BPM-Counter auf die Ermittlung von Nachkommastellen verzichtet.

Effekte
Zum einen lässt sich ein externes Effektgerät in den DJX750 einbinden, was über die rückseitige Aux-Send/Return-Schnittstelle realisiert wird. Darüber hinaus verfügt der Behringer über einen internen Effekt-DSP, der mit 24 Bit arbeitet. Zuerst habe ich ein externes Effektgerät eingebunden und hierzu die nötigen Kabel angeschlossen. Zunächst dachte ich, der Effekt wäre grundsätzlich in den Masterweg insertiert. Doch weit gefehlt! Ein Blick in das deutsche Manual, welches ausgedruckt vorlag, lüftet das Geheimnis, denn es wird immer das Signal auf den Auxweg geschaltet, welches auf der Cue-Ebene angewählt wird. Was man also über den Kopfhörer hört, läuft auch über den Auxweg und zwar direkt, egal, ob der Line-Fader des jeweiligen Signals hochgezogen ist oder nicht…häh? – Ja, richtig gelesen. Die Cue-Schalter dienen nicht nur zur Abhörauswahl,  sondern auch für das externe Effekt-Routing. Ich könnte mir eine Menge Situationen vorstellen, wo ich das gar nicht wollen würde, weswegen ich dieses Konzept an dieser Stelle als ein wenig unausgegoren bezeichnen möchte. Zumal die Effekt-Intensität nirgendwo reguliert werden kann, was ja manchmal von Nöten sein soll.

Nun soll es das interne Effektgerät richten, denke ich mir und widme mich dem integrierten DSP mit der Bedienungsanleitung in der Hand, welche an dieser Stelle auch dringend benötigt wird, denn das zweistellige Display visualisiert die Effekt-Presets nur numerisch, bedeutet Effekt „2.0“ ist ein Bitcrusher und „3.0“ ein Flanger, usw. Durch Drücken des Endlos-Controllers gelangt man in die Effektauswahl, durch Drehen selektiert man das gewünschte Preset. Nochmals „Push“ und schon dient der Regler zur Manipulation eines Effektparameters. Mit dem darunter befindlichen Regler wird die Intensität des Effekts bestimmt und der Taster, der die Aktivierung der Effekteinheit blau visualisiert, schaltet den DSP ein. Soweit, so gut, doch die Auswahl ist erst mal ohne Manual nicht zu machen und somit schaue ich jedesmal nach, welcher Effekt sich hinter den zweistelligen Zahlen verbergen könnte, denn Hören alleine gestaltet sich als schwierig. Die Effekte sind durch bloßes Hören nicht unbedingt eindeutig festzumachen, weil diese nicht besonders „effektiv“ sind. Der DSP beheimatet die üblichen Brot- & Butter-Effekte, wie Flanger, Bitcrusher, Delay, Echo, Autopan, Phase-Shifter, LFO-Filter und Reverb. Beim Laden wird das Preset zur Geschwindigkeit des aktuellen sync-gelockten Beatcounters synchronisiert. Es handelt sich also prinzipiell um eine Auto-BPM-Effekteinheit, dessen Autopilot, wie ich meine, auch ganz gut funktioniert. Im Großen und Ganzen klingen die Presets leider nicht besonders toll, sondern meiner Ansicht nach sogar unterdurchschnittlich. Aber verschafft euch bitte selbst einen Eindruck davon. Ich habe von jeder Effektfamilie ein Preset für mehrere Sekunden aufgezeichnet.

Pro & Contra

  • Gutes Preis/-Leistungsverhältnis
  • Guter Klang der EQs
  • Kill Switches
  • Separate Channel Meter
  • Dual Auto BPM Counter
  • 4 Kanäle mit Anschlüssen für 3 TTs

  • Effekte klingen nicht besonders gut
  • Effekt-Presets werden nur numerisch dargestellt
  • Send/Return-Konzept unausgegoren
  • Booth-Out zerrt ab 4 Uhr
  • Keine symmetrischen Ausgänge

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