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Test
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07.10.2013

Behringer NOX101 Test

DJ-Battle-Mixer

Viel Scratch für wenig Geld!

Behringer NOX101 DJ-Battle-Mixer im bonedo.de-Test. Der NOX101 ist ein kompakter Zweikanal-Mixer aus dem Hause Behringer. Das 1989 in Deutschland gegründete Unternehmen für Audio-Equipment ist bekannt für Produkte des unteren und mittleren Preissegments, und auch mein heutiger Testkandidat passt mit 94 € UVP perfekt ins Produkt-Portfolio der Firma. Für diesen Betrag bietet das Pult eine wirklich ansehnliche Feature-Dichte, wie einen berührungslosen Crossfader mit stufenlos verstellbarer Kurvencharakteristik samt Reverse-Funktion.

Darüber hinaus sind alle Flachbahnregler VCA-gesteuert und die Kurven der Kanal-Fader in drei Stufen umschaltbar. Beide Stereo-Kanäle wurden mit Dreiband-Equalizern bestückt. Ferner ist ein zweibändiger Mikrofonkanal im NOX101 verbaut. Ein weiteres Highlight für ein Pult dieser Preisklasse ist für mich zudem der symmetrische Master-Output. Unser Bonedo-Test verrät euch, ob der jüngste Spross der NOX-Serie qualitativ mit den meist teureren Konkurrenz-Modellen mithalten kann, oder nicht.

Details

Der mehrfarbig bedruckte Behringer-Karton bringt einen sicher verstauten Nox 101 mit einem global einsetzbaren Steckernetzteil (100 – 240 V) zur Spannungsversorgung des Gerätes zum Vorschein. Darüber hinaus befinden sich in der Box die üblichen Aufkleber, Prospekte und Garantiebelege. Das gedruckte Manual ist grundsätzlich ausführlich und verständlich verfasst, doch die Aufteilung der Bedienungsanleitung ist ein ziemlich zerklüftetes Durcheinander an Sprachen, was beim Lesen für wenig Freude sorgt. Eine klare Gliederung nach Sprachen hätte vielleicht ein paar Seiten Papier mehr gekostet, aber wäre einfach viel praktischer für den Anwender gewesen.

Erster Eindruck

Das rund zwei Kilogramm schwere Metall-Chassis des Mischers wirkt sehr robust und ist absolut sauber verarbeitet und lackiert. Vier breite Gummifüße sorgen auch auf glatten Oberflächen für den nötigen Halt. Alle Anschlussbuchsen auf dem Front- und Backpanel sind stabil moniert und machen, genau wie die Schalter und Taster des Gerätes, einen wertigen Eindruck. Die Eingänge für Line und Phono sind sogar vergoldet. Und das ist in der Preisklasse des NOX101 sicher keine Selbstverständlichkeit. Alle Drehknöpfe und Fader-Kappen sitzen ebenfalls fest und sind sehr griffig. Die Fader sind angenehm leichtgängig und verstehen es ebenfalls zu gefallen. Das einzige kleine Manko, was mir aufgefallen ist, sind die zum Teil doch etwas wackligen Potis der beiden Channel-EQs. Aber das sagt ja noch nichts über deren Funktion aus.

Anschlüsse

Am Backpanel ist der überwiegende Teil der Anschlüsse platziert. Die beiden Hauptkanäle des Pultes verfügen über jeweils zwei Stereo-Eingänge mit integrierten Phono-Preamps, daher lassen sich hier ein Plattenspieler und eine Line-Quelle (CD-Player, Audiointerface) anschließen. Zwei griffige Messingschrauben dienen zur Verbindung mit den Massekabeln der Plattenspieler. Alternativ kann ich die Phono-Inputs auch als zusätzliche Line-Eingänge nutzen. Dazu gibt es, ebenfalls auf der Geräte-Rückseite gelegen, zwei Umschalttasten sowie entsprechende Schalter auf dem Bedienfeld des Mischers. Über eine große, nicht symmetrische Klinkenbuchse habe ich die Möglichkeit, den Mikrofonkanal des Pultes mit einem Signal zu versorgen. Ausgangsseitig steht der Master als symmetrisches 6,3-Millimeter-Klinkenbuchsenpärchen und im Stereo-Cinch-Format zur Verfügung. Diese beiden Ausgänge sind aneinander gekoppelt und somit nicht getrennt regelbar.

Ein Steckernetzteil versorgt das Pult mit Betriebsspannung. Gleich über der Anschlussbuchse ist der Power-Schalter platziert. Gegen Diebstahl kann ein Kensington-Schloss schützen, welches sich in der entsprechenden Vorrichtung befestigen lässt. Auch ein Kunststoffhaken zur Sicherung des Steckernetzteils vor versehentlichem Herausziehen aus der Buchse ist vorhanden. Wickel ich das Kabel ein paarmal darum, bin ich einfach, aber effektiv geschützt.

Nun wandert mein Blick zum Frontpanel des Mischers, wo ich eine große Klinkenbuchse (6,3-Millimeter-Stereo) zum Anschließen eines Kopfhörers vorfinde. Mit der Reverse-Taste daneben kehre ich die Arbeitsrichtung des Crossfaders um. Ebenfalls für den Crossfader gedacht, ist das Drehpoti „Xfade Curve“, mit dem ich stufenlos dessen Arbeitskurve verändern kann.

Features

Behringers NOX101 misst 100 x 255 x 274 Millimeter (H x B x T), ist sowohl als Desktop-Gerät wie auch für den Einbau geeignet und fällt nicht zuletzt wegen seines Crossfaders in die Kategorie der Battle-Mixer. Das Pult verfügt über einen Mikrofonkanal und zwei Stereo-Hauptkanäle, deren jeweilige Aufholverstärkung separate Gain-Regler justieren. Klangliche Veränderungen der Hauptkanäle lassen sich mit den Dreiband-Equalizern erzielen. Dabei kann das Höhenband mit einer Anhebung von 6dB oder einer möglichen Absenkung von 15dB versehen werden. Die mittleren Frequenzanteile kann ich um bis zu 30dB dämpfen, das Bass-Band bis zu 25dB runterdrücken. Laut Hersteller sollen die jeweiligen Absenkungen der Frequenzbänder für einen Full-Kill-Effekt sorgen, was bedeutet, dass die jeweiligen Frequenzbereiche dann nicht mehr hörbar sind. Doch wie sich dem nachfolgenden Soundbeispiel entnehmen lässt, werden die einzelnen Bänder zwar stark abgesenkt, doch es bleibt ein deutlich wahrnehmbares Restsignal über.

Von klanglicher Seite würde ich den Dreiband-EQ aus mehreren Gründen als eher mittelprächtig einstufen, denn obwohl der grundsätzliche Sound angenehm und warm ist, gibt es einige Kritikpunkte. So reicht der Boost von lediglich 6 dB nicht immer aus, um dumpfere Aufnahmen „aufzupeppen“. Auch die Trennung der einzelnen Bänder untereinander (Stichwort: Flankensteilheit) ist für meinen Geschmack etwas zu weich, bzw. unklar. Der effektartige Einsatz der Equalizer ist damit eher schwierig zu bewerkstelligen.

Die Channel-Fader weisen einen Regelweg von jeweils 45 Millimetern auf und ich kann ihre Arbeitskurven auf Wunsch in drei Stufen verändern (soft/mid/sharp). Der kontaktlose Crossfader ist ebenfalls 45 Millimeter lang und bietet mir die Option, seine Flankensteilheit stufenlos mit dem Drehregler „Xfade Curve“ von einem „schnellen“ Scratch-Modus, bis zu einer „sanften“ Kurve für weiche Überblendungen einzustellen. Auch eine Umkehrfunktion der Arbeitsrichtung ist mit an Bord. Den jeweiligen Fader-Status zeigt mir eine rote LED (REV) an, die sich in der Mitte der Bedienoberfläche befindet. Alle Fader des NOX101 arbeiten mit VCA-Steuerung, was unter anderem die Qualität der Audiosignale verbessert und den Reglern eine längere Lebensdauer beschert.

Links oben auf der Bedienoberfläche finde ich die Mikrofon-Sektion unseres Testobjekts vor. Die beiden Frequenzbänder (Höhen und Bässe) lassen sich um jeweils 12 dB anheben oder absenken. Beide Drehregler sind mit einer Mittenrastung ausgerüstet. Beim Justieren der Aufholverstärkung mit dem Mic Gain hilft mir eine rote Peak-LED, nicht zu übersteuern. Den Ausgabepegel des Mikrofonsignals justiere ich mittels „Mic Level“. Dieser zusätzliche Drehregler ist grundsätzlich sehr praktisch, da so der Mikrofon-Channel stets mit dem optimalen Pegel versorgt wird, allerdings vermisse ich einen Schalter, zum (de-) aktivieren des Mikrofonkanals. Den könnte man meiner Meinung nach auch in dieser Preisklasse erwarten, oder nicht?! Klanglich liefert der Mikrofonkanal ein rauscharmes, ausreichend transparentes und druckvolles Signal. Und auch der Zweibänder eignet sich dank des satten Cut-Boost von 12 dB sehr gut zur klanglichen Optimierung.

Eher spartanisch ist die Cue-Sektion des Behringer NOX101 ausgerüstet, denn sie bietet lediglich einen Mini-Crossfader von 20 Millimetern Regelweg, mit dem ich zwischen den beiden Hauptkanälen hin- und her blende, während die Kopfhörerlautstärke über einen Drehregler (Cue Gain) eingestellt wird. Der Kopfhörerausgang bietet ein ausreichend lautes, verzerrungsarmes Signal mit ausgeglichenem Frequenzgang. Auch der Master stellt natürlich ein separates Lautstärkepoti für die beiden Audioausgänge des Pultes, deren Pegel - wie bereits erwähnt aneinander - gekoppelt sind.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Rauscharmes, druckvolles Master-Signal
  • Hochwertiger Crossfader mit stufenlos einstellbarer Arbeitskurve und Reverse-Funktion
  • Mikrofon-Sektion mit gut klingendem Zweiband-EQ
  • Symmetrischer Ausgang
  • Robustes Chassis
  • Vergoldete Cinch-Inputs
  • Umschaltbare Channel-Fader-Kurven
  • Mikrofon-Sektion mit praktischer Peak-LED

  • Kein separater Booth- oder Record-Ausgang
  • Etwas wacklige Potis der Kanal-EQs
  • Qualitativ eher mittelprächtige Kanal-EQs
  • Signalrückstände trotz Full-Kill-Funktion

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