Hersteller_Behringer
Test
8
12.12.2011

DETAILS

Äußerlichkeiten
Die Elektronik des Shark FBQ100 ist in einem robusten Magnesit-Brickett eingepackt, dass den Anschein macht, als ob man es auch unbeschadet mit einem Kleinwagen überfahren kann. Mit seinen 5,6 Zentimetern in der Höhe, 8,8 in der Breite und 13,2 in der Tiefe passen genau fünf der kleinen Helferlein nebeneinander in die Breite eines 19-Zoll-Racks und beanspruchen dort zwei Höheneinheiten. Genau dafür gibt es von Behringer als Zubehör noch eine Rackmount-Platte, die über entsprechende Aussparungen verfügt und für rund zehn Euro erhältlich ist. Die beiliegende Kurzanleitung ist den Toner nicht wert, mit dem sie gedruckt wurde und enthält im Wesentlichen nur technische Konformitätserklärungen. Besser fährt man zum einen mit dem auf der Geräteoberseite aufgedruckten Quickstart, noch besser mit der auf der Behringer-Website verfügbaren Bedienungsanleitung: Die ist nämlich nicht nur in deutscher Sprache erhältlich, sondern zudem noch ausgesprochen gut und detailreich geschrieben. Dass diese nicht ausgedruckt dem Gerät beiliegt, ist zwar ein bisschen schade, schaltet man aber das ökologische Gewissen mit dazu und bedenkt, wie viel Papier hier für die verschiedenen Sprachen nötig wäre, kann man die Download-Lösung als akzeptabel oder gar vernünftig bezeichnen.

Anschlüsse
Der Blick auf die Rückseite liefert ein - in Anbetracht der Größe des Geräts - beeindruckendes Bild: Neben der Strombuchse finden sich dort vier symmetrische XLR- und Klinken- Ein- und Ausgangsbuchsen. Zusätzlich ein Schalter, um das Eingangssignal zwischen Line- und Mikrofon-Empfindlichkeit umzuschalten, und ein weiterer, um die gleiche Einstellung für den Ausgangspegel vorzunehmen, ferner ein Druckknopf zum Aktivieren der Phantomspeisung und ein kleines Poti zum Adjustieren der Mikrofonverstärkung.
Prinzipiell halte ich Hersteller-proprietäre Buchsenformen für ein Ärgernis. Im Fall des Shark FBQ100 mache hier eine Ausnahme, denn der hier verbaute Stecker bietet mit seinen vier Pins plus Erdungsmanschette und einem Führungsstift einfach eine wesentlich bessere Arretierung als ein einfacher Zweipol-Stecker. Und wer hat schon Lust auf eine im laufenden Betrieb herausgerutschte Stromzufuhr.

Bedienelemente
Ich schaue auf die Vorderseite und sehe von links nach rechts: Eine Aussteuerungsanzeige (-30dB bis CLIP), die von einem Poti zur Justage der internen Verstärkung flankiert wird (mehr dazu unter Praxis). Daneben folgt ein sehr leuchtstarkes, vierstelliges numerisches Display, das zur Visualisierung der Parameterwerte dient. Eine LED-Kette darüber sagt dabei an, mit welcher Einheit man gerade arbeitet (Millisekunden, Feet, Meter, Dezibel, Hertz). Am rechten Ende logieren zwei LED-Ketten, die mit ihren insgesamt 12 Segmenten die einzelnen Feedback-Filter repräsentieren. Neben zwei Tastern zum Erhöhen und Absenken von Parameterwerten (Down/Up) stehen insgesamt vier Knöpfe zum Aufrufen der Funktionen Delay, Lowcut, Gate, Kompressor und Filter bereit. Lowcut, Gate und Filter rufen, wenn man sie gedrückt hält, Doppelfunktionen auf, die entweder zum Festsetzen der Frequenz dienen (Lowcut – Lock) oder den Learn Modus aktivieren (Gate und Filter). Ein weiterer Taster aktiviert die Feedback-Filter (Active) und setzt bei längerem Drücken alle Filterbänder zurück (Reset).

Konzept
Mit seinen vielfältigen Anschlussmöglichkeiten (Klinke/XLR), Arbeitspegeln (Mic/Line) und nicht zuletzt durch das integrierte Delay (bis 2500 ms) eignet sich der FBQ100 für eine Vielzahl von Einsatzbereichen. Allen voran natürlich einfach zwischen Mikrofon und Mischpult schalten, wo sich neben der eigentlichen Feedback-Eliminierung auch die Phantomspeisung, der Kompressor und das Lowcut-Filter als nützlich erweisen. Dank der Line-Anschlüsse ist natürlich auch das Einschleifen via Kanal-Insert möglich. Darüber hinaus bietet sich der FBQ100 – geheckspoilert vom integrierten Delay – auch zur Integration in Monitorwege und in die Saal-PA an.

Feedback-Detection
Um eine Feedback-Frequenz zu lokalisieren, teil der FBQ100 den relevanten Audiobereich (20Hz bis 20kHz) in 1/60tel Oktavschritte. Aktiviert man die Filter-Lern-Sequenz, „knackt“ sich der FBQ100 mit kurzen Impulsen durch das Frequenzspektrum und sucht die Bereiche, wo sich Frequenzen aufschaukeln. Ist das Gerät fündig geworden, werden in der LED-Kette die aktiven Filter angezeigt. Diese Bänder sind dann permanent festgesetzt und können nur durch einen Filter-Reset freigegeben werden. Filter, die nichts zu tun haben, blinken freudig und zeigen damit, dass sie auf der Suche nach Arbeit sind. Sowohl die Empfindlichkeit der Feedback Erkennung als auch die maximale Absenkung in den einzelnen Bändern ist einstellbar: Die Empfindlichkeit reicht dabei von 0 (unempfindlich) bis 100 (sehr empfindlich). Der Standardwert liegt hier bei 50. Die maximale Absenkung kann (in 3er-Schritten einstellbar) Werte zwischen -3dB bis -48dB annehmen.

Delay
Auch beim Laufzeitenausgleich erweist sich der FBQ100 als nützlicher Helfer. Der Einstellbereich des Delays erstreckt sich hierbei von 0 bis 2500 Millisekunden, 0 bis 2818 Feet und 0 bis 859 Metern. Praktischerweise lässt sich zwischen den unterschiedlichen Einheiten umschalten, und die gerade verwendete Maßeinheit wird über eine LED visualisiert.

 

Noise-Gate

Auch ein einfaches Noise-Gate ist mit an Bord. Neben einem manuell einstellbaren Threshold, der von -96 bis -44dB reicht, verfügt es auch über eine Lernfunktion. Dabei analysiert der FBQ100 das Audiosignal und passt den Threshold entsprechend an. Lowcut-Filter Auch an ein Lowcut-Filter zur Unschädlichmachung von niederfrequenten Störsignalen (beispielsweise Vibrationen, Trittschall, Mikrofongeräusche, etc.) hat man beim FBQ100 gedacht. Es arbeitet mit einer festen Flankensteilheit von 12dB/Oktave und einer im Bereich von 20 Hz bis 150 Hz durchstimmbaren Einsatzfrequenz.

Kompressor
Abgerundet wird das Arsenal an Klangwerkzeugen durch einen einfachen Kompressor, der über die beiden Parameter Density und Time verfügt. Density entspricht dabei in etwas der klassischen Ratio und ist im Bereich von 0 (Bypass) bis 100 (maximale Verdichtung) einstellbar. Mit Time legt man gleichzeitig das Attack- und Release-Verhalten im Bereich von 10 bis 1000 Millisekunden fest.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Effektive Feedback-Detection
  • Funktionsumfang
  • „Learn“-Funktionen
  • Flexibilität der Anschlusssektion
  • Preis

  • Hackelige Bedienung mit Doppelbelegungen
  • Kein visuelles Feedback, welche Funktionen aktiv sind
  • Nicht immer gut ablesbar

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