Hersteller_Behringer
Test
2
27.02.2013

Behringer Tube Ultragain Pro Mic2200 Test

Stereo-Röhrenmikrofonvorverstärker

Vollausstattung

Das Wörtchen „Pro“ im Namen dies Zweikanal-Vorverstärkers Tube Ultragain Pro Mic2200 lässt einen gewissen Anspruch seitens  des Herstellers Behringer erahnen. Und in der Tat präsentiert sich die 19“-Einheit mit durchaus umfangreicher Ausstattung.

Wenn schon die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers noch so gerade eben unterhalb der Schallmauer zur Dreistelligkeit liegt, dann kann man wohl guten Gewissens von einem Schnäppchen sprechen – wenn denn die Qualität des Gebotenen stimmt. Das Feature-Set des Mic2200 ist jedenfalls nicht von schlechten Eltern: Mit dieser Ausstattung bleiben erst einmal keine Wünsche offen, es handelt sich hier beinahe schon um einen vollwertigen Stereo-Channelstrip.

Details

Satte Gainreserven

Jeder Kanal des Behringer-Preamps vereint einen Mic-Preamp, ein Trittschallfilter und einen EQ mit Basis-Ausstattung. Aus der Eingangsstufe holt der Mic2200 bis zu 60 dB Gain, am Ausgang stehen nochmals 20 dB zur Verfügung – das sind insgesamt satte 80 dB und damit schon einmal eine Spitzenleistung. Neben der reinen Vorverstärkung, die sich mit den gerasterten Potis einstellen lässt, bietet der Mic2200 weitere Funktionen. Phansendrehung und Phantomspeisung lassen sich mit durch LEDs beleuchteten Schaltern aktivieren, ebenso das Trittschallfilter und der EQ. Ersteres lässt sich über den weiten Bereich von 12 bis 320 Hz einstellen. Damit kann es nicht nur „technische“ Funktionen erfüllen, wie etwa tieffrequentes Rumpeln ausblenden, sondern es kann auch zur Klanggestaltung eingesetzt werden.

Vielseitige Filtersektion

Der EQ verfügt zwar nur über ein einziges Band, dieses ist dafür aber vollparametrisch, Frequenz, Güte und Amplitude lassen sich jeweils mit eigenen Potis justieren. In der Standardkonfiguration greift das Peaking-Filter in einem Bereich von 100 bis 2000 Hz. Mittels zweier Schalter kann die Eckfrequenz mit 0,1 bzw. 10 multpliziert werden. Im Klartext: Der EQ kann zudem auch in den Bereichen 10 – 200 Hz sowie 1 – 20 kHz eingesetzt werden.

Die Schaltung erlaubt eine Amplitude von bis zu ± 15 dB, bei einem ebenfalls sehr weiten Einstellbereich der Filtergüte: Mit einer Bandbreite von 0,03 bis 2 Oktaven lässt sich das EQ-Band einerseits für „chirurgisches“ Herausfiltern von Problemfrequenzen einsetzen, andererseits auch für größere Soundkorrekturen, etwa das Aufhellen eines zu dumpfen Ausgangssignals.

Genaues Metering

In jedem Kanal verfügt der Mic2200 zudem über eine recht fein aufgelöste LED-Anzeige für den Ausgangspegel. Mit jeweils zwölf Segmenten lässt diese schon genauere Aufschlüsse zu als nur eine Antwort auf die Frage, ob ein Signal anliegt oder nicht.

Auch die Klinkenausgänge sind symmetrisch

Sämtliche Anschlüsse liegen auf der Rückseite des Gerätes. Ebenfalls  findet sich hier eine Kaltgerätebuchse für das interne 220V-Netzteil, zudem jeweils die Audioanschlüsse in doppelter Ausführung, wobei auch die Klinkenbuchsen in TRS-Konfiguration symmetrisch belegt sind. Der Mic2200 kann auf der Frontplatte zwischen Mic- und Line-Betrieb umgeschaltet werden, wobei die rückseitigen Klinkeninputs mit ihrer Eingangsimpedanz von 60 kOhm auch für DI-Zwecke eingesetzt werden können. Schade, dass diese Eingänge nicht auf der Frontplatte verfügbar sind!

Gähnende Leere und ein bisschen Licht

Wenn man das Gehäuse öffnet, so bietet sich ein auf den ersten Blick überraschendes Bild: Ja, wo ist denn die Audioschaltung hin? Zunächst fällt nur der große Ringkerntrafo des Netzteils ins Auge, ein Detail, das wir auf jeden Fall positiv vermerken. Da Behringer auch beim Mic2200 auf vollständig maschinell bestückbare Platinen in SMD-Technik setzt, welche mit viel kleineren Bauteilen arbeitet als klassisches „Through-The-Hole“-Lötwerk, findet praktisch die gesamte Audioschaltung Platz auf einer vertikalen (!) Platine direkt hinter der Frontplatte.  Lediglich die ohne Übertrager elektronisch symmetrierten Ein- und Ausgangsstufen befinden sich an der Gehäuserückseite in der Nähe der Audio-Anschlussbuchsen. Weiterhin fällt der Blick auf die heimelig warm-gelbe Hintergrundbeleuchtung der 12AX7-Röhre. Auch hochvoltig betriebene Vorstufenröhren glimmen allenfalls ganz leicht, und so hat sich Behringer hier wohl entschieden, ein kleines bisschen nachzuhelfen.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • sehr preiswert
  • 80 dB Verstärkung
  • Ausstattung
  • sauberer Grundsound

  • Einsatz der Sättigung hart
  • keine Instrumenteneingänge auf der Frontplatte

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X