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Test
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06.07.2015

Behringer XD80USB E-Drum Test

elektronisches Schlagzeug

Ist Geiz wirklich geil?

Mit dem XD80USB E-Drum im bonedo Test bietet Behringer ein preislich schwer zu unterbietendes Komplettset an. Damit die Nachbarn nicht bei jeder noch so kleinen Trommelarie die Gesetzeshüter rufen, soll mit solchen E-Drums eine lautstärkearme Alternative zum akustischen Schlagzeug in den eigenen vier Wänden geschaffen werden. Wichtig sind, neben den kompakten Ausmaßen und dem günstigen Anschaffungspreis, aber natürlich vor allem Spielgefühl, Sound und auch die tatsächlich entstehende Lautstärke beim Spielen der Pads. Gerade durch den Trittschall wird Lärm auch bei E-Drums schnell zum Problem, bevor man überhaupt eine Box zum Verstärken der Sounds angeschlossen hat.

Gerade ambitionierten Trommlern, die noch am Anfang stehen oder solchen, die nicht in Bands spielen, steht selten ein Übungsraum zur Verfügung, in dem nach Herzenslust laut drauflos getrommelt werden kann. Daher bieten verschiedene Hersteller seit einigen Jahren elektronische Drumsets in allen Preiskategorien an. Vorzugsweise sollen diese möglichst „echt“ klingen und dem Spielgefühl eines akustischen Schlagzeugs so nahe wie möglich kommen. Behringer, eigentlich eher für preisgünstige tontechnische Geräte aller Art als für Musikinstrumente bekannt, bietet mit dem XD80USB ein äußerst günstiges Komplettset an.

Details

Das Rack

Zum vollständigen Lieferumfang eines jeden E-Drums gehört natürlich auch die Rack-Konstruktion zum Aufhängen der Drumpads und des Moduls. Diese besteht beim Behringer XD80USB aus Aluminiumteilen, an denen die Kunststoffklammern, welche die Pads, das Modul und die Beckenarme halten sollen, bereits angebracht sind. Die matt schwarz beschichteten Stangen sind mit Plastikkappen an ihren Enden versehen und nummeriert, um den Aufbau des Sets zu erleichtern.

Bis auf den Sitz ist alles dabei

Das Pad-Sortiment besteht aus vier acht Zoll großen baugleichen Drumpads, die für Toms und Snare verwendet werden sowie drei zwölf Zoll messenden Becken- beziehungsweise Hi-Hat-Pads mit unterschiedlicher Triggerzonen-Bestückung. Zum Kickpad für die Bassdrum wird eine herkömmliche Fußmaschine und für die Hi-Hat ein separates Controller-Pedal mitgeliefert. Neben Accessoires wie einem Vierkantschlüssel und einem Paar Drumsticks liegen dem Paket natürlich noch die Kabel sowie das Sound-Modul bei. Außer einem Hocker wurde also an alles gedacht.

Die Pads

Alle vier Drumpads verfügen über je zwei Trigger-Zonen. Die Hauptspielfläche in der Mitte ist unter der Gummierung deutlich zu erfühlen, und so lässt sich das Pad zum Rand hin eindrücken, was einen deutlichen Einfluss auf den Rebound der Stöcke beim Spielen haben dürfte. Der Rand als zweite Spielfläche ist ebenfalls gummiert und abgerundet. Gehäuse und Halterung der Pads sind aus Hartplastik gefertigt. Um die Pads anzubringen, werden sie mit einem entsprechenden L-Stück aus Metall mit Kunststoffende am Rack montiert. Das Kickpad ist ebenfalls gummiert und steht dank herausdrehbarer Dornen, die übrigens auch am Hi-Hat Controller angebracht sind, sicher und rutschfest. Die Spielfläche der zwölf Zoll großen Beckenpads ist deutlich durch die Gummioberfläche gekennzeichnet. Eine Trigger-Zone bietet das Hi-Hat-Pad, zwei das Crashbecken-Pad und drei das Ride. Auf den verchromten Beckenarmen, deren Enden sich abwinkeln lassen, werden die Pads wie herkömmliche Becken  befestigt. Leider haben die Arme keinen Galgen und sind somit bezüglich der Positionierungsmöglichkeiten etwas eingeschränkt.

Das Modul 

Das ungefähr handflächengroße HDS240USB Modul ist aus grauem Kunststoff gefertigt und überzeugt auf den ersten Blick durch seine übersichtliche Bedienoberfläche. Was sofort ins Auge fällt, ist die grafische Anordnung des Drumsets mit der jeweiligen Bezeichnung des Instruments und den schwarzen Buttons zum Auslösen der Sounds. Darüber befinden sich zwei graue Cursor-Buttons. Auf der linken Seite sind unter dem Poti für Lautstärke die Start/Stop Tasten für Playbacks, Save/Enter, Click, Record sowie der Drum Off Schalter angebracht. „Drum Off“ bezeichnet hier jedoch nicht etwa das amerikanische Showtrommeln großer Kontrahenten wie Buddy Rich und Gene Krupa, sondern das simple Stummschalten der Drum-Spur auf dem jeweiligen Playback-Song. Neben dem in der Mitte befindlichen, großzügigen Display liegen drei weitere Tasten für die 30 internen Songs, die 10 Preset- und 5 User-Kits sowie zur Bearbeitung einzelner Voices, Patterns, Rhythms und Beats. Darunter liegt die Taste für die Lernfunktion sowie drei weitere Schalter für Tempo, Modus (Play oder Practice) und Utility für globale Einstellungen und Trigger-Parameter wie Sensitivity, Threshold, Crosstalk und Curve. An den Außenseiten des Moduls befinden sich der Kopfhörerausgang, der On/Off Schalter und der Anschluss für die Stromversorgung. Auf der hinteren Seite sind USB, MIDI In und Out, Anschlüsse für externe Pads, Output und ein Aux In zu finden. Um die im Lieferumfang enthaltenen Pads anzuschließen, wird eine Art Multicore verwendet. Die verschiedenen langen Kabel münden im Multi Pin Pad, einer Art schraubbarem Computeranschluss, wie man ihn in ähnlicher Form noch von älteren Druckermodellen kennt. Sämtliche Klinkenkabel für die Pads sind bereits farblich gekennzeichnet und benannt.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • großer Lieferumfang
  • einfache Bedienung des Moduls
  • günstiger Anschaffungspreis

  • mangelhafter Dynamikumfang
  • hoher Körperschall
  • mäßige Sounds
  • unnatürliches Spielgefühl vor allem bei der Hi-Hat
  • Lautstärke von Kopfhörer und Main Output nicht getrennt regelbar

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