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Test
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20.07.2012

Behringer Xenyx X2222 USB Test

Analogmischpult

Allrounder mit Eroberungspotenzial

Was wünscht man sich von einem analogen Mischpult, wie diesem Behringer? Guten Sound, relevante Routingmöglichkeiten, um die Mischung übersichtlich und leicht handhabbar zu gestalten, die Möglichkeit, Inserts einzubinden und Kompatibilität mit verschiedenen technischen Umgebungen. Es sollte eben ein wohldimensioniertes Pult mit verschiedensten Anschluss- und Abgriffkapazitäten sein, und das bitte auch noch zu einem möglichst fairen Preis.

Das Pult soll viele der oben genannten technischen Wünsche erfüllen und ist definitiv auch mit einem kleinen Budget bezahlbar. Lassen wir uns vom Testkandidaten Behringer Xenyx X2222 USB überraschen.

DETAILS

Das Behringer Xenyx X2222 USB ist mit seinen acht elektronisch symmetrierten Mikrofoneingängen und den jeweiligen Insertbuchsen, vier symmetrischen Stereoeingängen in Form von je zwei Klinkenbuchsen und einer Stereo- bzw. zwei Mono-Subgruppen für den kleineren Veranstaltungsrahmen, die Probensituation und auch kleine Recordings wie gemacht. Dem Pult kann über einen Schalter auf der Rückseite im Gesamten eine Phantomversorgung zugeschaltet werden, deren Aktivität durch eine rot leuchtende LED neben der dreifarbigen Pegelanzeige signalisiert wird. Dies ermöglicht zum Beispiel das Anschließen von Kondensatormikrofonen und aktiven DI-Boxen.

Das Erscheinungsbild des Xenyx ist mit seinen farblich abgesetzten und einrastenden EQ- und Aux-Potis recht übersichtlich, was einen Reset des Pultes leicht gestaltet. Fast alle Anschlussbuchsen liegen auf der Oberseite des Pults, was für ein eventuelles Umstecken äußerst praktisch ist. Lediglich die Channel-Inserts, Control Room-Out, Sub-Out sowie die Main-Ausgänge und der USB-Port parken auf der Rückseite. Der Orientierung halber ist die Kanalnummerierung sowohl unter dem Kanalfader als auch neben dem Mute-Schalter der Kanäle abgebildet. Neben den Summenfadern findet man in der Mastersektion zwei Subgruppen und den internen Multieffektprozessor - dazu später mehr.

Mit seinen 4,78 kg ist das Xenyx ziemlich leicht. Bei der Kunststoffoberfläche und den Potis lässt sich in puncto Handhabung ein Gefühl von günstiger Produktion nicht ganz abschütteln. Sogar Rackschienen sind im Lieferumfang enthalten, was eine platzsparende Unterbringung einfach gestaltet.

Jeder der Monokanäle verfügt über einen Mikrofoneingang in Form einer XLR-Buchse, einen Line-Eingang und (auf der Rückseite des Pultes) einen Insert, jeweils in Form von Klinkenbuchsen.

Auf der Oberseite befindet sich pro Kanal ein Gain-Regler mit einem maximalen Eingangspegel von +12dBu bei +10 dB Verstärkung. Das Signal kann mit bis zu 60 dB gepusht werden. Am Line-Eingang liegt der maximale Eingangspegel bei +30 dBu und der Verstärkungsbereich bei -10dB bis +40dB. Die Kanäle sind also relativ übersteuerungssicher und können für eine ordentliche Verstärkung sorgen. Unterhalb des Gains parkt ein Kompressor-Poti, das seinen Soll erfüllt – hier kann man das Signal lauter machen, weitere Parameter sind allerdings nicht einstellbar. Ferner gibt es ein Low-Cut-Filter, das ab 75 Hz absenkt.

Die vier Stereoeingänge verfügen über einen Verstärkungsbereich von -20 dB bis +20 dB, der maximale Eingangspegel liegt bei +22 dBu. Was den Stereokanälen allerdings fehlt ist sowohl ein Gain-Regler als auch ein Low-Cut. Stattdessen kann mit einem Taster zwischen Studio-Pegel (+4dBu) und Homerecording-Level (-10dBV) umgeschaltet werden. Zusätzlich zu diesen Eingängen verfügt das Pult über einen 2-Track- bzw. USB-Eingang. Darüber lassen sich MP3-Player oder andere Abspielgeräte per USB oder herkömmlich per Cinch einspeisen. Über die USB-Verbindung kann einerseits ein Signal vom Computer abgespielt werden, andererseits  hat man hier die Möglichkeit die Pultsumme zwecks Aufnahme mit 16 Bit und einer Abtastrate von 48 kHz zum Computer zu übertragen. Mit der hauseigenen Behringer-Sequencersoftware energyXT, die man auf der Internetseite herunterladen kann, wird dem User das Aufnehmen und die Bearbeitung der Mitschnitte erleichtert.

Die EQ-Sektion der Monokanäle ist mit fest eingestellten Höhen und Bässen, die man bei 12kHz und 80 Hz jeweils um 15 dB anheben oder absenken kann, und halbparametrischen Mitten, die zwischen 100 Hz und 8 kHz bei +/- 15 dB einstellbar sind, für die meisten Anwendungen sehr gut zu gebrauchen. Sie klingen für diese Preisklasse gut, ebenso wie die Mic-Preamps. Bei den Stereokanälen ist diese Sektion 4-bandig und bei 80 Hz, 500 Hz, 3 kHz und 12 kHz fest eingestellt und jeweils um +/- 15 dB regelbar.

Klanglich können durch die semi-parametrischen Mitten die Präsenzen der Instrumente oder Stimmen vernünftig herausgearbeitet werden. Auch störend wummernde tiefere Mitten lassen sich effektiv absenken. Insgesamt ist der Klang der EQs für diese Preisklasse sehr gut, vielleicht ein wenig mittig, aber dem kann ja durch die Mittenregelung Abhilfe geschafft werden, auch wenn diese eigentlich für die Kanalsignale reserviert sein sollte. Man hat jedenfalls keine Probleme, mit dem Xenyx schnell einen angemessenen Sound zu produzieren - der dann meist einen eher warmen Charakter hat.

Pro & Contra

  • Insertbuchsen für jeden Monokanal
  • vielseitige Einsetzbarkeit durch XLR-und Klinkenabgriffe
  • USB-Anschluss für Aufnahme und Beschallung
  • gut durchdachte Abhörsektion

  • Bedienung Multieffektprozessor
  • ausbaufähiges Kompressor-Poti
  • Fehlender Gainregler und Low-Cut-Filter bei den Stereokanälen
  • Umschaltung des VU-Meter zwischen normalem Solo und PFL Solo

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