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Test
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21.09.2018

best service Halls Of Fame 3 Complete Edition Test

Faltunghall Plugin

Bundle von Impulsantworten legendärer Hardware Reverbs

Ein Name, der hält, was er verspricht: Halls Of Fame 3 von best service ist eine Sammlung von über 1500 Impulsantworten von 13 hochkarätigen Prozessoren zur Erzeugung eines künstlichen Nachhalls. Darunter Klassiker des Platten- und Federhalls sowie viele Algorithmen-Monster der 80er Jahre und digitale Traumkisten der Neuzeit! 


Grundsätzlich ist das nicht neu, denn Convolution und schicke IR-Sammlungen gibt es schon recht lange – so gut eingekocht haben es aber wenige. Sicherlich, der unangefochtene „King of Kings“ der Faltung AudioEase Altiverb 7 bietet bereits seit Jahren eine schiere Unmenge an Impulsantworten, bewegt sich preislich aber auch zwischen 500 und 1000 Euro. Dafür bietet er aber auch viele „nicht so schöne“ Räumlichkeiten wie beispielsweise Toilettenhäuschen, die aber öfter in der Post- als in der Musikproduktion Verwendung finden dürften.

Wie dem auch sei, best service möchte uns mit dem Halls of Fame 3 jedenfalls eine ganz besonders exquisite Selektion für letzteres Arbeitsgebietes auftafeln – und das schauen wir uns einmal genauer an!

Details

kostenloses Plugin – kostenpflichtige IRs


best service Halls of Fame 3 ist ein grundsätzlich kostenloses Plugin zum Laden von Impulsantworten für VST- (3), AAX- und AU-Schnittstellen auf Windows und MacOS Systemen. Es lassen sich aber nur spezielle Libraries von best service installieren, die natürlich nicht kostenpflichtig sind! Eine Ausnahme gibt es aber – und die heißt Halls Of Fame 3 Free und ist jedem zu empfehlen.

Zu den kostenpflichtigen Varianten gehören Packages von jeweils einem „emulierten“ Gerät, mit Preisen von 39 bis 69 Euro. Preisbewusste Bundles gibt es aber natürlich auch. Da wäre zum Beispiel das „Halls of Fame 3 – Vintage Legends“ und das „Halls of Fame 3 – Digital Legends“ für jeweils 99 Euro. 

Der Unterschied liegt – wie es der Name durchaus andeutet – in der thematischen Ausrichtung der Selektion deren Grenze irgendwo bei dem Jahre 1989 liegt. Und es gibt natürlich noch unser Testexemplar, die Top-Ausgabe für 169 Euro, das keinen Unterschied macht, alle Parts vereint und sich stolz „Halls Of Fame 3 – Complete Edition“ nennen darf.

Copy of an imitation
Egal für welche Version man sich entscheidet, jedes „kopierte“ Gerät wird von mehr als einer Impulsantwort repräsentiert. Impulsantworten sind prinzipbedingt nur etwas starr und auch nur begrenzt manipulierbar bzw. anpassbar. Und somit führt allein eine unterschiedliche Decay-Zeit eines Algorithmus von einem Gerät zu einer grundsätzlich neuen Impulsantwort – je nach Detailverliebtheit ergeben sich entsprechend viele Variationen, wobei man sich bei best service grob für „kurz“ und „lang“ für in etwa jedes Preset der Original-Maschine entschieden hat. 

Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, alle Presets nachzuzählen, speziell bei den „Hall-Monstern“ wie Bricasti M7 und TC Reverb 6000 wurde aber gefühlt jedes Preset gesampelt. Und das mit feinen 96 kHz und 32 Bit via “StraightWire” verkabelten PrismSound ADA-8XR. Nur vom Feinsten also, meine Damen und Herren.

 

 

Machen wir es uns einfach: Der Hersteller spricht beim großen Bundle von über 1500 „Presets“ – also Impulsantworten bzw. Impulse Responses bzw. IRs – was bei 13 Geräten im Durchschnitt weit mehr als über 100 Presets pro Gerät ergibt. Das reicht dicke! Aus Lizenzgründen wurden die Klarnamen der Originale aber nur teilweise aufgeführt, man kommt bei dem Rest aber durchaus auch von selbst drauf. Und wenn nicht, ist das eigentlich auch egal. So eine kleine Gearporn Show mit sexy Bildchen hätte mir trotzdem gefallen – gibt es hier aber nicht. Tja, und wie könnte man den Inhalt besser als in einer Tabelle übersichtlich darstellen? Eben. There you go.

Vintage Bundle

  • AKG BX 20 – Federhall, späte 1960er
  • EMT 240 – Plattenhall, 1974 
  • EMT 250 – erster kommerzieller Digital-Reverb, 12-bit/24 kHz, 1976
  • LEX 224XL – Lexicon 224XL, 12-bit, 1985
  • LEX 480 – Lexicon 480L, 18-bit/48 kHz, 1989
  • LEX 300 – Lexicon 300, 18-bit, 1997

Digital Bundle

  • R 880 – Roland R-880, 16-bit AD,18-bit DA 48 kHz, 1989
  • QRS 2496 – Quantec Yardstick 2496, 24-bit/192 kHz 1997
  • TC 600C – TC Electronic Reverb 6000 System, 24-bit/96 kHz (Re 1998
  • LEX 96L – Lexicon 960L 24-bit/96k Hz, 2000
  • EVEN T 2016 – Eventide SP 2016 Effects Processor, 16-bit/40 kHz, 1982 bzw. Eventide Reverb 2016, 24Bit/40 kHz, 2003
  • LEX PMC96 – Lexicon PCM96, 24-bit/96 kHz, 2007
  • Bric M17 – Bricasti M7, 24-bit/192 kHz, 2007

Nochmal: Jedes Gerät lässt sich auch als ein einzelnes Package kaufen. Nur am Rande der Hinweis, dass es meinen inneren Autisten  gewaltig stört, dass der Lexicon 300 (1997) bei der Vintage-Abteilung dabei ist. Außerdem habe ich die Jahreszahlen alle nochmal selbst recherchiert, denn best service widerspricht sich auf den eigenen Webseiten leider mehrfach selbst. Ja und warum ein AMS RMX fehlt, das erschließt sich mir leider auch nicht. Aber nun gut.

Simples GUI


Schauen wir uns das GUI genauer an, bevor es noch zu „nerdy“ wird. Es bietet ja doch noch einige Kniffe, um die starren Impulsantworten zu manipulieren. Zunächst wären die Standards Input und Output-Gain sowie Level-Meters und obligatorischer Dry/Wet-Regler zu nennen genauso wie die Preset-Verwaltung und der Content-Organisation.

Interessanter ist da schon der nachgeschaltete 3-Band-EQ mit fixen Einsatzfrequenzen und Damping für diese drei Bänder. Bässe, Mitten und Höhen können damit getrennt in der Nachhallzeit manipuliert werden – und das ist auch wichtig, da Verlängerung oder gar Verkürzung sonst unnatürlich klingen wurden, denn im Allgemeinen schwingen Bässe deutlich länger als der Rest.

Mit Trim-Start und -End kann man auch nur einen Teil der Impulsantwort nutzen. Attack und Release hingegen glätten das Ein- und Ausschwingverhalten. Alle vier Parameter werden in der Mitte des GUIs in Verbindung mit der Impulsantwort visualisiert. Die Möglichkeit die Impulsantworten zu reversen und zu normalizen, falls diese auf Grund von Veränderungen zu leise geworden sind, besteht zurdem auch. Und das war es – schnell auf in die Praxis!

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • erstklassiger, authentischer Sound mit vielen Details
  • sehr viele hochwertige Impulsantworten

  • praktikable Parameter zu Anpassung
  • viele Wahlmöglichkeiten beim Preis
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

  • keine Suche via Attribut
  • Pre-Delay ohne Sync

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