Software
Test
10
21.09.2018

Praxis

Allgemeines


Wie bei vielen best service Angeboten ist die Installation nicht ganz so unkompliziert gelöst und mit ein paar mehr Schritten als bei den topaktuellen Platzhirschen der Softwareanbieter verbunden. Man muss auch bei Halls of Fame 3 erst den Kram einzeln herunterladen, dann das Plugin installieren, dann die Library entpacken, eventuell sogar noch verschieben, und kann dann schlussendlich dem Plugin noch verraten, wo man die Library geparkt hat. Das bekommt man zwar alles ohne Probleme hin, man ist doch aber mittlerweile schon etwas mehr Luxus gewöhnt. 

Fast zu viel des Guten

Je nachdem für welches Paket man sich entschieden hat, findet man mehr oder weniger viele Überordner in dem Plugin. Die Sortierung nach Geräten ist zwar schön, aber zumindest für mich nicht ganz so zielführend. Ein Browser mit Tags bzw. Attributen wäre komfortabler gewesen. Sogar eine einfache Suchfunktion hätte mir geholfen die Unmenge an Responses zu durchforsten – beides gibt es aber leider nicht. Schade.

Nach einer kurzen Kennenlernphase dürfte man sich aber auch so verstehen. Aber seien wir doch mal ehrlich: Kein Mensch braucht so viele verschiedene Reverbs, welche ja theoretisch doch auch alle dasselbe machen. Was ich sagen will: Es ist zwar schön, auch die echten Plates dabei zu haben, aber brauch ich dann wirklich noch die ganzen Platten-Emulationen von Eventide, Bricasti und Lexicon? Oder umgedreht? Sicherlich nicht, aber es gilt ja bekanntlich auch: Habe ist besser als hätte. 

Bricasti M7 für 59 Euro


Lasst es mich mal andersrum erklären, auch wenn ich als Bricasti M7 Besitzer durchaus etwas voreingenommen sein könnte. Ich lehne mich also einfach mal äußerst selbstbewusst aus dem Fenster und behaupte: Der Bricasti ist aktuell das beste Hall-Gerät „wo gibt“. Punkt. Aus. Ende. 

Sicherlich: Die Lexicon Klassiker haben alle durchaus auch ihre Berechtigung, dennoch deckt der Bricasti durch die Bank weg alle Thematiken ab, denn immerhin sind die beiden Macher hinter dem Bricasti M7 ja auch Ex-Lexicon-Mitarbeiter, die gegangen sind, als der große Sell-Out begann. Beziehungsweise noch konkreter: Selbst die Benennung der Presets bei best Service HOF3 entspricht weitestgehend den gut gewählten und selbsterklärenden Presetnamen des Bricastis und lassen einem damit – im Gegensatz zu dem anderen Kram – einfach schneller finden, was man sucht. Kurzum: Eigentlich braucht man nur den.

Dennoch klingen wirklich alle Impulses sehr, sehr gut, zaubern wirklich schöne Hallfahnen um meine Testaudios und lassen allesamt alles dichter und musikalischer werden, wenn auch das Fünkchen Lebendigkeit zu echten Geräte fehlt.

Trotz der wenigen Möglichkeiten der detaillierten Anpassung findet man überraschend schnell etwas (zumindest grob) passendes und kann dann ein wenig tweaken, bis es passt. Das geht alles recht fix und im Gegensatz zu den Originalen verheddert man sich hier auch nicht in Details, welche man meist eh nicht versteht. Soll heißen: Die wenigsten werden im Studio auf jeden Knopf eines Bricastis eingehen können, sodass letzten Endes auch hier nur Presets geladen werden und ein wenig am Decay gekurbelt wird … Trotzdem vermisse ich eine Sync-Funktion für das Pre-Delay, um auch Notenwerte einstellen zu können und nicht nur ms. Außerdem wäre es schön gewesen, das Dry-Wet-Verhältnis locken zu können, falls man den Hall lieber insertiert statt via Send/Return einbindet.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • erstklassiger, authentischer Sound mit vielen Details
  • sehr viele hochwertige Impulsantworten

  • praktikable Parameter zu Anpassung
  • viele Wahlmöglichkeiten beim Preis
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

  • keine Suche via Attribut
  • Pre-Delay ohne Sync

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