Gitarre Hersteller_Carl_Martin
Test
1
19.01.2020

Praxis

Für die Soundfiles spiele ich den Plexitone in einen cleanen Fender Bassman.
Im ersten File hört ihr zunächst den Amp alleine und anschließend den aktivierten PlexiTone im Drive-Channel mit einem eher niedrigen Gainwert, wobei ich eine Les Paul im Steg-Pickupsetting verwende.
Die Zerrstruktur besitzt die typischen Marshall-Eigenschaften mit den brutzelnden Höhen und dem aggressiven Overdrive-Ton, der den Plexi zum Klassiker gemacht hat.
Vor einem Amp, der ohnehin leicht zum Break Up neigt, wie dies bei Niedrigwattern von Fender oder britischen Modellen der Fall ist, kann man hier sehr dichte Rockbretter zaubern, ohne es mit dem Gain übertreiben zu müssen. Hier gilt es allerdings auch aufzupassen, denn das Crunch-Poti erreicht bereits bei niedrigen Settings schnell hohe Zerrwerte.

Boost Level Tone High Gain Crunch Boost SW Gainstage
-- 12:00 12:00 -- 9:00 -- Drive

Im Lowgain-Setting erhält man warme Overdrive-Sounds, womit der PlexiTone nicht nur die Rocker, sondern auch die Blueser zufriedenstellen dürfte.

Boost Level Tone High Gain Crunch Boost SW Gainstage
-- 13:00 13:00 -- 8:00 -- Drive

Die dynamische Ansprache des Pedals ist grandios, und so kann man nur durch den Volume-Regler an der Gitarre oder die Anschlagsdynamik stufenlos den Zerrgrad bestimmen. Der Tone-Regler arbeitet effektiv als High-Cut, allerdings habe ich die besten Ergebnisse zwischen der 10- und 14-Uhr-Stellung erzielt, was natürlich auch stark abhängig von Gitarre und Amp ist. Darüber oder darunter gilt es aufzupassen, möchte man den Ton nicht zu mulmig oder eben zu scharf gestalten.

Boost Level Tone High Gain Crunch Boost SW Gainstage
-- 13:00 11:00 -- 12:00 Off Drive

Wenn schon Plexi draufsteht, muss natürlich auch mal eine Stratocaster her und ich wähle den Halspickup. Hendrix-Zerre und mehr ist für das Pedal natürlich überhaupt kein Problem und der Name ist auch in Kombination mit der Strat Programm.

Boost Level Tone High Gain Crunch Boost SW Gainstage
-- 14:00 10:00 -- 12:00 Off Drive

Low-Gain-Sounds mit Singlecoils offenbaren den sehr harmonischen Break-Up des Pedals und zeigen erneut die tolle Dynamik der Zerrstruktur.

Boost Level Tone High Gain Crunch Boost SW Gainstage
-- 13:00 10:00 -- 8:00 Off Drive

Kommen wir nun zur Boost-Funktion. Zunächst sind die Gainstages des Pedals deaktiviert und ihr hört nur die Pegelanhebung, die über den Regelweg sehr fein nuanciert vollzogen wird. Mein Bassman wird ordentlich angekitzelt und in den höheren Werten gelangt man zu einem schönen Classic-Rocksound.
Anmerken möchte ich bei dieser Gelegenheit noch, dass die bei älteren PlexiTone-Modellen häufig monierte Überblendung des High-Gain-Kanals in den Cleansounds beim vorliegenden Testpedal aus dem Jahre 2019 kein Thema ist.

Boost Level Tone High Gain Crunch Boost SW Gainstage
Min - 9.00 - 12.00 - 15.00 - Max -- -- -- -- On --

Der Boost wird als lineare Pegelanhebung angepriesen, allerdings habe ich den subjektiven Eindruck, dass in Kombination mit der Drive-Stage auch die Mitten angehoben werden. Dieser Umstand ist natürlich begrüßenswert, denn möchte man einen Solo-Boost, können ein paar zusätzliche Gramm Mitten nie schaden. Die Verzerrung wird kaum verändert, aber der Sound ist lauter und wesentlich weiter vorne.

Boost Level Tone High Gain Crunch Boost SW Gainstage
15:00 13:00 12:00 -- 9:00 Off/On Drive

Nun kommen wir zur High-Gain-Stage, deren Gain einer Kombination von High-Gain- und Crunch-Regler entspringt. Hier hat man wirklich Gainreserven bis zum Abwinken und Sounds im Stile von Randy Rhoads, aber auch Eddie Van Halen oder den typischen Klängen getunter 800er aus den 80er Jahren sind umsetzbar. Natürlich geht auch viel Dynamik verloren und der Nebengeräuschpegel deutlich in die Höhe, aber das ist gemessen am Gain durchaus vertretbar. Für die folgenden Soundfiles kommt eine Ibanez AZ zum Einsatz.

Boost Level Tone High Gain Crunch Boost SW Gainstage
-- 13:00 15:00 14:00 9:00 Off Drive - High Gain

Boost Level Tone High Gain Crunch Boost SW Gainstage
-- 12:00 15:00 14:00 11:00 Off High Gain

Um richtig böse, moderne Drop-D-Metalsounds umzusetzen klingt der Grundsound des Plexitones einen Hauch zu britisch und mittig. Dadurch, dass der Tone-Regler eher die Höhen bearbeitet, bietet sich nicht so wirklich die Möglichkeit, "Scoop"-Sounds mit abgesenkten Mitten zu erzielen, die für gewisse Metalsounds nötig wären. Dennoch kann man durch das Zurücknehmen des Tone-Potis zumindest grob in die Richtung schielen.
Letztendlich muss man den Signature-Sound des Pedals mögen, denn seine Flexibilität liegt eher in der Abstufung der Zerrgrade bzw. Lautstärken als in einem variablen Grundsound. Aber das sagt auch schon sein Name, denn ein Marshall Plexi liefert das auch nur sehr bedingt.

Boost Level Tone High Gain Crunch Boost SW Gainstage
9:00 12:00 15:00 14:00 11:00 On High Gain

Nun aktiviere ich alle Fußschalter, das heißt, High Gain mit Boost für einen sahnigen Solosound. Klar, bei soviel Gain und so prägnanten Höhen und Mitten erhält man natürlich extrem cremige Töne mit tonnenweise Sustain! Der Sound ist trotz Verzerrung immer noch sehr definiert und spielt sich fast von alleine.

Boost Level Tone High Gain Crunch Boost SW Gainstage
9:00 12:00 15:00 14:00 11:00 On High Gain

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Sounds von AC/DC bis HighGain
  • flexible Schaltungsmöglichkeiten
  • große Dynamik
  • tadellose Verarbeitung
  • geringe Nebengeräusche

  • Klangregelung etwas unflexibel

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