Hersteller_Casio DP_Digitalpiano DP_Kompakt
Test
3
30.10.2014

Praxis

Tastatur

Im Casio CDP-130 steckt eine skaliert gewichtete Hammermechanik, die wie bei einem Flügel in den tiefen Oktaven etwas schwergängiger ist als im Diskant. Angesichts des günstigen Preises und des geringen Gewichts des Instruments muss ich Casio hier ein Kompliment aussprechen. Auch wenn man beim CDP-130 auf Extras teurerer Pianos verzichten muss (es gibt hier zum Beispiel keine künstliche Elfenbeinbeschichtung wie bei den Casio Privia Modellen), so ist die Tastatur doch recht angenehm zu spielen und bietet ein realistischeres Erlebnis als beispielsweise die Konkurrenzmodelle von Thomann. Sie lässt sich gut kontrollieren und ausdrucksstark bespielen und geht für ein so günstiges Digitalpiano absolut in Ordnung. Die Anschlagdynamik kann in drei Stufen eingestellt oder auf Wunsch deaktiviert werden, zum Beispiel für Cembalo- oder Orgelsounds.

Klang

Unter den insgesamt zehn Klangfarben des CDP-130 sind zwei Flügelklänge. Piano 1 ist der einzige Stereo-Sound des Instruments, was die Polyphonie bei diesem Sound auf recht magere 24 Noten halbiert. Der Flügelklang ist für diese Preisklasse nicht schlecht, in den hohen Lagen aber für meinen Geschmack etwas zu spitz und scharf geraten. Im Bassbereich gefällt er mir deutlich besser, aber insgesamt wirkt der Klang dadurch etwas unausgewogen und gerade in Kombination mit den kleinen Lautsprechern manchmal ein bisschen zu aggressiv. Wer das CDP-130 als günstiges Stagepiano für den Bühneneinsatz in einer Band benutzen möchte, wird den Sound jedoch vielleicht als durchsetzungsfähig schätzen – das CDP-130 erinnert mich ein bisschen an die drahtigen „Rock Piano“-Sounds mancher Konkurrenten.

Wie alle Instrumente in dieser Preisklasse lässt das CDP-130 die typischen Merkmale günstiger Pianosounds erkennen: Die Übergänge zwischen verschiedenen Samples sind beim Spielen von Tonleitern gelegentlich hörbar und im Ausklang machen sich Sample-Loops bemerkbar. Trotzdem kann man sich hier nicht wirklich beschweren – im Vergleich mit den Konkurrenten in dieser Preisklasse schlägt sich das CDP-130 gar nicht schlecht. Der zweite Klaviersound ist sogar noch ein bisschen mittiger und spitzer und stellt gewissermaßen eine noch rockigere Variante des ohnehin schon recht rockigen ersten Sounds dar. 

Wie bei allen anderen getesteten Instrumenten haben wir das CDP-130 unser Test-MIDI-File abspielen lassen und den Klang sowohl über den Stereoausgang als auch über Mikrofone aufgenommen. Interessanterweise zeigt das Casio Piano dabei trotz der eigentlich geringeren Polyphonie am Ende der Testdatei keine abreißenden Noten wie einige andere Modelle.  

Die übrigen Klänge umfassen die gängigen Standards wie E-Pianos, Cembalo, Orgeln und Streicher. Sie sind aber von keiner besonders guten Qualität und eher als Zugabe zu verstehen. Gerade bei den E-Pianos gibt es teils heftige Sprünge zwischen den verschiedenen Velocity-Layern, der Sound klingt also bei starkem Anschlag drastisch anders als bei leisen Tönen, ohne dass es einen fließenden Übergang gäbe.  

Das CDP-130 verfügt über einen Halleffekt, dessen Länge sich in zehn Stufen regulieren lässt. Zusätzlich gibt es einen Chorus mit fünf Variationen. Die Effektanteile sind nicht einstellbar, beide Effekte lassen sich aber auf Wunsch deaktivieren. Ein Speichern der Effekteinstellungen ist nicht möglich.

Weitere Funktionen

Ein eingebautes Metronom gehört bei Digitalpianos aller Preisklassen inzwischen zum Standard und auch das CDP-130 kann damit aufwarten. Das Metronom kann verschiedene Taktarten erzeugen, auf der „1“ erklingt dabei jeweils eine Art Glocke als Betonung. Alternativ kann aber auch ein durchgehender Taktgeber ohne Betonung eingestellt werden. Natürlich ist das Tempo regelbar und die Lautstärke des Metronoms lässt sich einstellen.

Abgesehen von einer Feinstimmungs- und einer Transponierfunktion, die ebenfalls zur Standardausstattung gehören, war es das dann aber auch. Der Funktionsumfang des Casio Pianos ist also überschaubar. Vor allem das Fehlen einer Aufnahmefunktion finde ich etwas schade, denn auch ein Einsteiger möchte vielleicht einmal eine Idee festhalten oder sich selbst beim Spielen zuhören. Andererseits bekommt man mit dem CDP-130 ein Instrument, das sich ganz aufs Wesentliche konzentriert und entsprechend einfach zu bedienen ist.

Bedienung

Das Bedienkonzept ist dementsprechend schnörkellos. Der Klaviersound und das Metronom – also die beiden wichtigsten Funktionen zum Üben – lassen sich direkt über eigene Taster anwählen. Für alles Weitere kommen der Function-Button und verschiedene Tasten der Klaviatur zum Einsatz. Da das CDP-130 kein Display und keinerlei Status-LEDs besitzt, ist optisch nicht erkennbar, wie zum Beispiel der Halleffekt gerade eingestellt oder welches Metronom-Tempo gewählt ist. Im Zweifelsfall schaltet man das Piano einmal aus und wieder ein und alle Einstellungen werden auf die Standardwerte zurückgesetzt.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • kompakt, leicht und transportabel
  • gute Tastatur gemessen an Preis und Gewicht
  • günstiger Preis für das Gesamtpaket aus Piano und Ständer

  • Klaviersounds in den hohen Lagen recht scharf
  • kein Recorder
  • mitgeliefertes Sustainpedal unbrauchbar

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