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Test
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15.10.2012

Casio CTK-2200 Test

Keyboard

Einstiegsmodell mit Ambitionen

In einem Testmarathon über Heimkeyboards darf Casio natürlich nicht fehlen. Wie kaum ein anderer Hersteller haben sich die Japaner um dieses Marktsegment verdient gemacht, sodass der Begriff “Casio-Keyboard” schon fast synonym für das gesamte Genre steht. Das Einstiegsmodell CTK-2200 ist das günstigste Casio-Instrument in diesem Testmarathon. Wir haben ausprobiert, ob das Keyboard der Konkurrenz das Wasser reichen kann.

Auf dem Papier punktet das CTK-2200 mit einem großen Angebot an Klangfarben, Rhythmen und Songs. Zumindest zahlenmäßig sticht es damit auch die direkte Konkurrenz in Form des (etwas günstigeren) Yamaha PSR-E233 aus, das wir in einem weiteren Test unter die Lupe genommen haben. Behält das Casio-Modell auch in Sachen Qualität die Oberhand?

Details

Neben dem Keyboard und einem Notenhalter purzeln ein Netzteil und die Bedienungsanleitung aus dem farbenfrohen Karton. Sogar ein Songbook ist dabei. Dann kann's ja losgehen!

Das CTK-2200 macht in seinem schwarzen Plastikgehäuse eine gute Figur. Das Keyboard ist kompakter und erscheint äußerlich eleganter als das vergleichbare Modell von Yamaha. Der Kunststoff wirkt zwar nicht besonders edel, dürfte aber einiges aushalten. Leider ist der aufsteckbare Notenhalter eine Fehlkonstruktion. Der denkbar simple Drahtbügel bietet kaum Halt und lässt lose Blätter einfach nach hinten durchflutschen.

Optisch gefällt mir das CTK-2200 sehr gut, was neben der schlanken Erscheinung vor allem an der hübschen Tastatur im Klavier-Look (d.h. ohne Lücke unter den Tasten) liegen dürfte. Ein Hingucker! Die Klaviatur bietet 61 normal große Tasten (5 Oktaven). Allerdings ist sie – wie auch die des Yamaha PSR-E233 – nicht anschlagdynamisch. Wer eine Anschlagdynamik benötigt, sollte daher am besten gleich zum Test des nächsthöheren Modells CTK-3200 wechseln.

Das Bedienfeld wird von den beiden 10 cm großen Lautsprechern mit je 2 Watt Leistung eingerahmt. Die Speaker reichen für den Hausgebrauch aus, können aber nicht über ihre kleine Größe und geringe Leistung hinweg täuschen. Vor allem fällt im direkten Vergleich auf, dass sie leider etwas weniger “Punch” liefern als die Lautsprecher des Yamaha-Konkurrenten. Im Kinderzimmer dürfte das kein Thema sein, aber wer auf einen satten Sound Wert legt, könnte hier etwas enttäuscht werden.

Die Bedienoberfläche selbst ist schlicht gestaltet und fügt sich stimmig in die Optik des Keyboards ein. Es gibt keine auffälligen, farbigen Taster, was dem Gerät Seriösität verleiht. Allerdings heißt das auch, dass man genau wissen muss, welcher Knopf wo liegt. Vor allem die Taster für die Begleitautomatik, die man beim Spielen schnell treffen muss, hätten für meinen Geschmack durchaus etwas auffälliger ausfallen können.

Links finden wir neben dem Netzschalter und dem Lautstärkeregler alle Knöpfe, die sich mit dem Thema “Begleitung” befassen. Hier liegen die Buttons für die Steuerung der Begleitautomatik, die auch für die Kontrolle der Song-Wiedergabe genutzt werden, und die Tempo-Taster. Eine Tap-Tempo-Funktion gibt es leider nicht. Über drei weitere Buttons lassen sich Feineinstellungen vornehmen und das Metronom sowie die Sampling-Funktion steuern (dazu später mehr). 

Die Knöpfe auf der rechten Seite dienen der Auswahl von Klängen (Tones), Rhythmen (Styles) und Songs. Zunächst wählt man mit den drei farbig beschrifteten Tastern aus, was man aufrufen möchte, und kann dann über den Ziffernblock eine Klang- oder Rhythmusnummer eingeben. Zusätzlich gibt es zwei Plus/Minus-Taster, mit denen man durch die Klangauswahl “steppen” kann. Bei der Suche nach Klängen und Rhythmen ist es hilfreich, dass die unterschiedlichen Kategorien direkt aufgedruckt sind. Mittels der Tastenkombination “Piano Setting” lässt sich das Keyboard im Handumdrehen in den Klavier-Modus versetzen – egal, was man vorher vielleicht eingestellt hatte. Sehr praktisch!

Die sechs Buttons darunter haben zwei verschiedene Funktionsweisen. Spielt man einen Tone oder einen Rhythmus, dienen sie als “Voice Pads”. Dann lassen sich hier gesampelte Sounds oder z.B. Percussion-Instrumente “abfeuern”. Im Song-Modus steuern diese Knöpfe die Lektionen der Lernfunktion.

In der Mitte liegt ein Custom-LCD-Display, das alle Informationen zu den gewählten Sounds und Rhythmen anzeigt. Zusätzlich beinhaltet es auch eine Notationsanzeige und eine kleine Tastatur-Darstellung, die die gespielten Noten zeigt. Im Unterrichts-Modus, den wir uns später noch genauer ansehen werden, erscheinen hier die zu spielenden Noten. Und als wäre das nicht genug, gibt es sogar eine Anzeige für den richtigen Fingersatz! Das hat die Konkurrenz nicht zu bieten. Leider ist das Display nicht hintergrundbeleuchtet und bei wenig Licht nur schwer abzulesen.

An der Unterseite des Keyboards befindet sich das Batteriefach für 6 AA-Batterien, über die das Keyboard mobil mit Strom versorgt werden kann. Die Batterielaufzeit wird von Casio mit ca. 3 Stunden angegeben. Die Anschlüsse finden wir an der Rückseite. Neben dem Eingang für das mitgelieferte Netzteil gibt es hier einen Kopfhörerausgang, der mit einem entsprechenden Kabel auch als Stereo-Output genutzt werden kann. Zusätzlich ist sogar auch ein Audio-Eingang vorhanden (Miniklinkenbuchse), was für ein Keyboard in dieser Preisklasse bemerkenswert ist. Hier kann man zum Beispiel einen MP3-Player anschließen und dessen Signal dem Keyboard-Sound beimischen. Auch bei der Benutzung der Sampling-Funktion kommt dieser Eingang zum Einsatz. An der Pedal-Buchse lässt sich ein handelsübliches Sustain-Pedal anschließen, das beim CTK-2200 neben dem normalen Haltepedaleffekt auch verschiedene weitere Funktionen übernehmen kann. Zum Beispiel kann man den Rhythmus mit dem Pedal starten und stoppen. Schließlich finden wir hier noch eine USB-Buchse, über die sich das Keyboard mit einem Computer verbinden lässt. Dann kann man MIDI-Daten vom Keyboard mit einer Musiksoftware aufnehmen und MIDI-Dateien auf dem Keyboard abspielen. Das CTK-2200 ist konform zum GM-Standard (Level 1). Eine traditionelle MIDI-Schnittstelle gibt es nicht.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • optisch ansprechende Tastatur im Klavier-Look
  • Sampling-Funktion
  • Audio-Eingang
  • USB-Anschluss
  • mehr orientalische und asiatische Tones und Rhythmen als die direkte Konkurrenz
  • 5 Voice-Pads
  • mehrstufige Lernfunktion
  • günstiger Preis

  • keine Anschlagdynamik
  • Lautsprecher weniger gut als bei der Konkurrenz
  • Gesamtsound weniger ausgewogen und druckvoll
  • Sample-Speicher wird beim Ausschalten gelöscht
  • billig wirkender Notenhalter
  • kein Layer- bzw. Split-Modus
  • Display ohne Hintergrundbeleuchtung

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