Gitarre Hersteller_Chapman
Test
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08.05.2019

Praxis

Die Gitarre lässt sich im Sitzen wie auch im Stehen ausgesprochen komfortabel bespielen, wozu die sehr gute Werkseinstellung sicherlich ihren Teil beiträgt. Auch der Einsatz hochwertiger Saiten, in unserem Fall Ernie Ball Regular Slinkys, spielt dabei eine Rolle, und so kann die Ghost Fret schon trocken angespielt mit einem satten, ausgewogenen Sound punkten. Alle Saiten schwingen gleichmäßig aus und besitzen genügend "Draht" im Klang. Die Gitarre ist etwas kopflastig, beim Spielen fällt das jedoch kaum auf, da der rechte Arm auf dem Korpus liegt und diesen ohne Kraftaufwand in der Waagerechten hält.

Für die Audiofiles verwende ich ein Marshall JVM 410 Topteil, das eine mit 2x12" Vintage 30 Speakern bestückte Box antreibt, die ich mit einem SM57 abnehme. Alle Beispiele habe ich im Klang natürlich nicht weiter bearbeitet.

Los geht es mit dem cleanen Kanal des Marshalls, wobei ich alle drei Positionen des Pickup-Selectors durchschalte und mit dem Halstonabnehmer beginne. Ich wiederhole den Vorgang dann mit der aktivierten Split-Funktion, indem ich das Tone-Poti hochziehe.

Die Gitarre klingt mit ihren Humbuckern recht warm, kann dazu aber durchaus mit genügend frischen Höhen aufwarten. Die Zwischenstellung liefert einen knackigen, dünneren Klang.

Im Coil-Split-Mode dünnt der Sound erwartungsgemäß erheblich aus und erweitert so das Klangbild, das sich gut in unterschiedlichen Musikrichtungen einsetzen lässt. Auffällig ist der knackige Antritt beim Anschlagen der Saiten, was gerade bei perkussivem Spiel von Vorteil ist.

Weiter geht es mit dem Crunch-Kanal des Amps. Auch hier schalte ich alle drei Positionen des Wahlschalters durch und wiederhole das Ganze im Split-Mode.

Am leicht zerrenden Amp liefert die Ghost Fret ebenfalls durch die Bank gute Resultate. Überrascht hat mich hier aber der Coil-Split-Sound, denn mit ihm tendiert die zackige Gitarre klanglich zum Traditionshersteller aus den USA mit dem markanten F im Namen.

Dank des knackigen Attacks werden die Anschläge direkt und mit einer ordentlichen Portion Punch in Richtung Amp geschickt, was mir wirklich sehr gut gefällt.

Ich schalte nun in den nächsthöheren Kanal des Amps und spiele ein Heavy-Riff erst im Humbucker-, dann im Split-Betrieb. Auch hier sind wieder alle drei Positionen zu hören.

Hier ist die Ghost Fret mit den Humbuckern ganz traditionell unterwegs und verfügt dabei aufgrund ihrer ausgeprägten Mitten über genügend Durchsetzungskraft.

Der Hals-Pickup lässt sich auch bei dichten Gainsettings des Amps für Riffs einsetzen, da sich die Mitten vornehm zurückhalten und so den Klang etwas ausdünnen.

Wie die Ghost Fret mit einem Drop-Tuning klingt, zeigt das nächste Beispiel. Danach spiele ich ein weiteres Riff, beide mit dem Steg-Humbucker.

In dieser Einstellung zeigt die Gitarre ihr wahres Können. Die Riffs werden selbstbewusst, breit und satt dargestellt, dabei liefert sie auch genügend Höhen und frischt den Sound so deutlich an.

Ein Beispiel im Lead-Kanal darf natürlich auch nicht fehlen, erst ist der Hals-, dann der Steg-Humbucker zu hören.

Die Töne klingen lange nach und setzen sich wirklich sehr gut durch. Klanglich eher in die traditionelle Richtung weisend macht das Solieren auf der Ghost Fret sehr viel Spaß, denn auch hier kann sie für meinen Geschmack mit einem satten Sound gefallen.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • tadellose Verarbeitung
  • sehr gute Bespielbarkeit
  • variable Sounds
  • Humbucker splitbar
  • sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

  • leicht kopflastig

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