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Test
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29.04.2015

CME Xkey 37 Test

USB/MIDI Controller Keyboard

Es tut sich was im Hause CME

Das CME Xkey 37 ist der neue große Bruder des USB Controller Keyboards CME Xkey, das vor ungefähr eineinhalb Jahren auf den Markt kam und mit seiner eigenwilligen Tastatur Aufsehen erregte. Allen Zweifeln zum Trotz schaffte es das Xkey, eine spezielle Nische unter den kompakten USB Controller Keyboards zu besetzen und erfreut sich einer wachsenden Fangemeinde. Das originale Xkey mit zwei Oktaven gibt es deshalb jetzt in sechs unterschiedlichen Farben. 

Mit dem neuen Xkey 37 zeigen CME, dass sie gekommen sind, um zu bleiben und erfüllen einige häufig geäußerte Anwenderwünsche. Drei Oktaven, Anschlüsse für Pedale, ein MIDI-Ausgang sowie die Möglichkeit, die Controller zu programmieren zeigen, dass es sich lohnt, das Keyboard noch einmal anzuschauen.

Details

Design

Dem CME Xkey 37 sieht man nicht nur von ungefähr an, woher es die Inspiration für sein Design genommen hat. Wer ein MacBook Pro sein Eigen nennt, fühlt sich beim Anblick des Xkey 37 mehr als nur daran erinnert. Das geht vom gebürsteten Aluminium bis hin zu den gebogenen Ecken, auch die Abstände der Tasten zum Rahmen sind genauso knapp bemessen wie beim Apple Wireless Keyboard. Die Verpackung – und wer von Apple spricht, muss auch von der Verpackung reden – ist schlicht, knapp und funktionell. Das einzige, was das Design stört, ist ein Foto des unumgänglichen Jordan Rudess mit einem lila Zauberhut auf den Kopf. Und auch der Preis wird dem einen oder anderen schlaflose Nächte bereiten: Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von knapp 250 Euro ist das Xkey 37 mit Abstand das teuerste Drei-Oktaven-Keyboard mit vergleichbaren Features auf dem Markt. Allerdings wartet es mit dem großen Alleinstellungsmerkmal des polyphonen Aftertouchs auf und ist – wie schon das originale Xkey – unwahrscheinlich flach.

Oberflächlich betrachtet sieht das Xkey 37 genauso aus wie sein Vorgänger, nur eben mit einer zusätzlichen Oktave ausgestattet. Die Anzahl der Control-Buttons (je zweimal Oktavierung und Pitch Bend, je einmal Modulation und Sustain) hat sich nicht verändert und auch die Funktionsweise ist die gleiche: Statt am Rädchen zu drehen, geht alles über Druck – und das funktioniert auch sehr gut. Man kann sich das ein bisschen so vorstellen, als würde man mit Aftertouch spielen, nur dass die Tonhöhe kontrolliert wird oder CC-Befehle gesendet werden. Ebenso geblieben ist der polyphone Aftertouch der Tastatur, was eine echte Seltenheit ist. Wer polyphonen Aftertouch benötigt, kommt derzeit an der Xkey-Serie kaum vorbei. Eine sehr interessante Änderung übersieht man überraschenderweise leicht: Die schwarzen Tasten stehen jetzt ein ganz klein wenig höher als die weißen. Das könnte bedeuten, dass man auf dem Xkey 37 jetzt auch blind spielen kann, mehr dazu im Praxisteil.

Anschlüsse

Unter der Haube hat sich allerdings einiges getan. Am wichtigsten ist sicherlich, dass das Xkey 37 jetzt über zwei Anschlüsse verfügt: einen wie gehabt für USB, über den das Keyboard auch seinen Strom bezieht und einen weiteren, an den man die mitgelieferte Kabelpeitsche namens "Xport Connector" hängen kann. Über diese stehen zwei Pedalanschlüsse für Sustain und Expression und ein MIDI-Ausgang zur Verfügung. Damit kann man jetzt also richtige Pedale anschließen und MIDI-Geräte direkt ansteuern. Leider sitzt diese Kabelpeitsche ziemlich locker, das ist beim USB-Anschluss besser gelöst.

Programmierbarkeit

Eine weitere Neuheit ist die oben schon angedeutete Programmierbarkeit des Keyboards. Die dafür benötigte Editor-Software gibt es kostenlos für OSX, iOS und Windows, Android ist in Planung. Mit dem Editor, der übrigens auch für das kleinere Xkey verwendbar ist, kann man nicht nur die Control-Taster links von der Klaviatur zuweisen, sondern auch alle Keyboardtasten ganz nach Belieben programmieren, so umfangreich, wie man es etwa von den Korg nano Controllern gewohnt ist. Das ist eine tolle Sache, wenn man bedenkt, dass das CME Xkey 37 viel mehr Controller als jeder nanoController bietet, nämlich alle Tasten samt Aftertouch und die sieben eigentlichen Controller. Konfigurations-Speicherplätze im Gerät gibt es allerdings keine.

Über die Editoren lassen sich noch etliche weitere Parameter des Xkey 37 programmieren, so kann man beispielsweise Anschlagskurven zeichnen. Allerdings hatte das iPad da so seine Mühe, meine Zeichnung nachzuvollziehen, meine wunderschönen Kurven wurden nur sehr fehlerhaft erkannt. Experten können über die Software auch auf spezielle Parameter wie den ADC Filter-Type und diverse Timings zugreifen. Davon sollte man aber vielleicht die Finger lassen, wenn man nicht genau weiß, was man tut.  

Pro & Contra

  • Design
  • leicht erhöhte schwarze Tasten
  • 2 Pedalanschlüsse, MIDI Out
  • umfangreicher Editor für OSX, iOS und Windows
  • polyphoner Aftertouch

  • Preis
  • Tastaturgeräusche
  • Kontrollierbarkeit der Anschlagstärke

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