Bass Hersteller_Cort
Test
7
27.07.2020

Praxis

Mahagoni zählt bekanntlich nicht gerade zu den leichten Holzarten, was sich natürlich auch im Gesamtgewicht des Cort A4 Ultra Ash niederschlägt. Mit etwas über 4 kg liegt der Viersaiter aber immer noch absolut im Rahmen, und die Balance des Basses am Gurt ist zudem derart perfekt, dass man selbst bei längeren Gigs keinerlei Verspannungen bekommt.

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Auch der schlanke Hals trägt seinen Teil zum hohen Spielkomfort des neuen Cort-Sprosses bei: Bassgrooves in den tiefen Lagen gehen genauso leicht von der Hand wie virtuose Lines oder Akkorde jenseits des zwölften Bundes, und selbst der höchste Ton ist durch die moderne Korpusform mit dem großzügig ausgeschnittenen Cutaway noch mühelos erreichbar.

Das Setup war ab Werk besaß noch etwas "Luft nach oben", doch mit ein paar Handgriffen konnte ich den Cort-Bass so einstellen, das er sich wirklich kinderleicht spielen lässt. Dank der hervorragend gearbeiteten Bundierung erntet man selbst mit einer extrem niedrigen Saitenlage keine lästigen Scheppergeräusche.

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Beim Thema "Spielkomfort" fährt der neue Cort A4 also entspannt Bestnoten ein, und schon nach den ersten Tönen im Trockenmodus ohne Verstärkung bin auch positiv eingestellt, was die klanglichen Fähigkeiten des schicken Viersaiters betrifft: Der Bass schwingt stark und verfügt in allen Lagen über ein sattes und gleichmäßig abklingendes Sustain. Darüber hinaus sind Deadspots kein Thema - hier kommen eben die Vorzüge einer steifen durchgehenden Halskonstruktion zum Tragen.

Die Vorzeichen sind also schon mal extrem gut und ich bin sehr gespannt auf den verstärkten Sound des neuen A4-Modells - zumal Cort ja in diesem Modell zum ersten Mal die in der Szene hochgelobten Soapbar-Tonabnehmer von Fishman verbaut. Wir kommen also direkt zur Sache und hören uns einige Audiobeispiele an, für die ich den Bass direkt mit meinem Audio-Interface verbunden und mit Logic Pro X aufgenommen habe - es kommt also kein zusätzliches sonstiges Equipment zum Einsatz.

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Wir beginnen mit den drei EQ-Presets der Fishman-Elektronik, die zur Grundausrichtung des Sounds verwendet werden können. Bei allen drei Beispielen sind beide Tonabnehmer im Humbucker-Betrieb zu hören:

Die Einstellung "Modern" liefert laut Fishman das volle Frequenzspektrum und die volle Dynamik, sodass wir hier den unverfälschten Sound der Tonabnehmer und des Cort A4 zu hören bekommen. In welche Richtung die Fluence-Pickups gehen, wird hier schnell klar: Das breite Klangspektrum des Viersaiters wird sehr detailreich, ja fast analytisch übertragen, der ausgewogene und moderne Sound klingt aber in keiner Weise kalt oder steril.

Sicherlich trägt auch der Mahagoni-Korpus einen großen Teil zum warmen Grundcharakter des A4 Ultra Ash bei. Aber wie auch immer, die Holzkombination des Basses funktioniert mit den hochwertigen Soapbar-Tonabnehmern von Fishman in meinen Ohren wirklich ausgesprochen gut!

In der "Funk"-Einstellung liefert der Cort A4 Ultra Ash tolle Scoop-Sounds mit fetten Bässen und transparenten Hifi-Höhen. Auch dieses Preset ist absolut gelungen und keinesfalls zu extrem für den Bandeinsatz. Fette R&B- oder Slapgrooves klingen mit dieser Einstellung einfach ausgezeichnet!

Mit der Classic-Einstellung soll der Charakter eines passiven Basssounds mit einer leichten Vintage-Note abgebildet werden. Und in der Tat klingt der Cort A4 Ultra Ash jetzt deutlich gedämpfter und im unteren Bereich etwas schlanker - das dynamische Spielgefühl eines echten Passiv-Sounds kann das Preset aber logischerweise nicht vermitteln.

Wie man anhand der Beispiele hören kann, lässt sich der Klangcharakter des Basses mit den drei Presets sehr deutlich in verschiedene Richtungen trimmen. Zusätzliche Variationen stehen zudem mit der Coil-Tap-Funktion zur Verfügung. Zieht man am Lautstärke-Poti, so werden die Soapbar-Pickups nämlich in den Singlecoil-Modus geschaltet und liefern jetzt einen deutlich schlankeren und knochigeren Sound.

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Im folgenden Beispielen könnt ihr den Unterschied zwischen dem Humbucker- und dem Singlecoil-Modus hören (erst SC, dann HB, dann wieder SC). Bei der Aufnahme waren beide Tonabnehmer und das Preset "modern" aktiv:

Als nächstes wollen wir hören, wie der Zweiband-Equalizer auf den Klang des Cort A4 Ultra Ash wirkt. Für den ersten Clips habe ich auf den Stegtonabnehmer im Singlecoil-Modus geblendet, um einen Jazz-Bass-ähnlichen Sound aus dem Cort-Viersaiter zu locken. Ein Bass-Boost sorgt dabei für zusätzliche Tragfähigkeit; die Höhen habe ich stark abgesenkt, damit der Sound eine leichten Vintage-Charakter bekommt. Der Sound im zweiten Clip geht mehr in Richtung Music Man: Wir sind jetzt wieder im Humbucker-Modus und für die Aufnahme wurden sowohl die Bässe als auch die Höhen stark angehoben:

Auch der Sound des Halstonabnehmers kann mit dem Equalizer effektiv getrimmt werden. Im folgenden Clip hört ihr den Cort im Classic-Modus mit geboosteten Bässen und abgesenkten Höhen:

Zum Abschluss gibt es noch einen knackigen Slapsound auf die Ohren. Bei der Aufnahme war das Funk-Preset aktiviert und mit dem Onboard-Equalizer habe ich zusätzlich die Bässe leicht angehoben:

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • fein aufgelöste Sounds in bester Qualität
  • flexible Elektronik
  • beste Verarbeitung
  • hochwertige Hardware
  • ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis

  • -/-

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