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Workshop
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12.03.2020

Cubase 10.5 für Einsteiger – Audiobearbeitung

Workshop: Audiomaterial editieren, schneiden und falsch intonierte Vocals ausbessern

Optimale Instrumentenaufnahmen und perfekte Vocals mit Steinbergs DAW

In diesem Teil des Workshops widmen wir uns nun der Audiobearbeitung. Cubase bietet viele Funktionen, mit denen ihr eure  Aufnahmen nachträglich korrigieren könnt, um ungewünschte Passagen zu entfernen. Je nach Cubase-Version habt ihr sogar die Möglichkeit, falsch intonierte Vocals zu korrigieren oder das Tempo von Drum Loops mittels Timestretching an den Song anzupassen.

Das sogenannte „Editing“ von Audiomaterial erfolgt für gewöhnlich nach dem Recording oder dem Arrangement eines Songs. Spätestens vor dem Mixdown, also der Abmischung eines Songs, sollten alle Editierungen beendet sein. Dies ist deshalb wichtig, da Effekt-Prozessoren , wie Kompressoren, Delays oder Reverbs eventuelle Timingfehler, falsch intonierte Noten oder Nebengeräusche meist noch deutlicher hörbar machen. Die Bearbeitung von Audioregionen ist also ein wesentlicher Bestandteil im Produktionsprozess und steht im dritten Teil dieses Workshops im Fokus.

Cuts & Fades

In der letzten Folge haben wir mit MIDI-Regionen, also den Blöcken im Sequenzer gearbeitet, die wir zuvor mit MIDI-Noten fütterten. Audioregionen bestehen dagegen aus digitalisierten Aufnahmen. Statt der Pianorolle oder dem Schlagzeug-Editor, die ihr bereits kennengelernt habt, stehen uns zur Audiobearbeitung andere Editoren und Features bereit. Mit den entsprechenden Werkzeugen könnt ihr im Handumdrehen unerwünschte Passagen wie räuspern, knistern von Textblättern oder Ähnliches aus den Aufnahmen entfernen. Los geht’s!

VariAudio – Tonhöhe und Timing korrigieren

In der ersten Folge dieses Workshops habe ich euch gezeigt, wie ihr Vocals oder Instrumente aufnehmen könnt. Diese Audioaufnahmen lassen sich im Sample-Editor mit der Funktion VariAudio nachbearbeiten, um Korrekturen der Tonhöhe und an dem Timing vorzunehmen. Schauen wir uns doch einmal an, wie wir damit unsere Aufnahmen verbessern können.

Ihr seht, mit VariAudio lassen sich im Handumdrehen kleine Korrekturen, aber auch kreative Änderungen vornehmen. Seit VariAudio 3 sind weitere Smart-Controls dabei, um die Performance noch präziser zu editieren. Diese könnt ihr einblenden, indem ihr unter Smart Controls „Alle“ einschaltet. Dadurch sind pro Note nicht nur vier, sondern acht Parameter verfügbar. So könnt ihr gezielt die Lautstärke, Tonhöhenkurve und Formanten einzelner Noten anpassen. Am Boden einer Note lassen sich diese zerteilen bzw. verbinden.

 

Möchtet ihr beim Verschieben der Tonhöhe, dass die Noten gleich auf den Center-Wert platziert werden statt die originale Abweichung beizubehalten, wählt ihr links unter Rastermodus ganz einfach den absoluten Pitch Snap Mode aus.

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VariAudio ist ausschließlich in der Pro-Version enthalten. Wer mit einer anderen Cubase Version etwa Artist oder Elements arbeitet, kann solche Nachbearbeitungen mit Plugins weiterer Hersteller durchführen. Zu den beliebtesten Tools dieser Gattung gehört Melodyne von Celemony, das von Profis nicht zuletzt wegen seiner präzisen Parameter geschätzt wird, mit denen sich natürlich klingende Ergebnisse erzielen lassen. In unserem gesonderten Workshop zeigen wir euch, wie ihr mit Melodyne 4 und der kostengünstigeren Essential-Version eure Aufnahmen korrigieren könnt.

AudioWarp – Audiodateien an den Song anpassen

Auch rhythmisch lässt sich Audiomaterial an das Songtempo anpassen. Hierzu hält Cubase die Funktion AudioWarp bereit, die das Audiomaterial analysiert, um Tempo und Timing nachträglich zu verändern. Das ist nützlich, um Timingfehler auszubessern oder Loops, die in einer anderen Geschwindigkeit produziert wurden, an das Tempo des Songs anzupassen. Fangen wir an!

Audio-Alignment

In der Musikproduktion kommt es nicht selten vor, dass einzelne Passagen wie beispielsweise der Gesang im Refrain „gedoppelt“ werden, um einen mehrstimmigen oder breiteren Klang zu erzielen. Dabei wird dieselbe Stelle mehrmals aufgenommen und auf mehrere Spuren verteilt. Möchte man im Nachhinein das Timing dieser Passage korrigieren, genügt es dann nicht mehr, nur eine Spur zu bearbeiten. Vielmehr müssen in dem Fall alle Spuren editiert werden, in denen die gleichen Passagen vorkommen. Je nach Anzahl der gedoppelten Takes kann das sehr zeitaufwendig sein. 

An dieser Stelle kommt Audio-Alignment ins Spiel, dessen Prinzip sich an Synchro Arts Revoice bzw. VocAlign orientiert. Audio-Alignment ermöglicht es euch, das Timing einer oder mehrerer Spuren automatisch an eine Referenz-Spur anzupassen. Somit genügt es, nur noch eine Spur zu editieren, sodass ihr Timing perfekt sitzt. Die Dopplungen können sich im Anschluss automatisch am Timing der bearbeiteten Spur ausrichten lassen.

Um das Feature zu öffnen, wählt ihr im Menü „Audio Audioausrichtung-Feld öffnen“. Im darauffolgenden Fenster könnt ihr die Referenz-Spur sowie die zu bearbeitenden Tracks auswählen. Cubase kann gleich mehrere Spuren auf einmal an die Referenz anpassen. Mit dem prozentualen Wert könnt ihr festlegen, wie präzise Cubase die Dopplungen angleichen soll – wer natürlichere Ergebnisse erzielen möchte, stellt hier einen geringen Wert ein.

Mit diesen Werkzeugen habt ihr jede Menge Möglichkeiten eure Audioaufnahmen, Loops und Samples zu bearbeiten. Um eure Songs zu vollenden, fehlt noch ein ganz wichtiger Prozess der Musikproduktion, nämlich der Mixdown. Welche Funktionen euch der Mixer aka MixConsole in Cubase bietet und wie ihr sie anwendet, erfahrt ihr in der nächsten Folge dieses Workshops. Dran bleiben!

Hier könnt ihr alle Folgen des Cubase-Crashkurses ansehen.

Veröffentlicht am 12.03.2020

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