Gitarre Hersteller_Danelectro
Test
1
21.08.2019

Praxis

Die Gitarre pendelt sich im Stehen wie im Sitzen in der Waagerechten ein und lässt sich aufgrund der sehr guten Werkseinstellung komfortabel bespielen. Danelectro gibt das Halsprofil als "C" an, ich würde es jedoch eher als "D" bezeichnen. Gepaart mit der flachen Saitenlage gehen sämtliche Spieltechniken locker von der Hand. Schon trocken angespielt kommt ein lauter, ausgewogener Klang zustande, wobei die Saiten lang und gleichmäßig ausschwingen. Auch die Wilkinson-Tremoloeinheit macht einen guten Eindruck und lässt, moderat bedient, einen weitgehend verstimmungsfreien Einsatz zu.

Ich verbinde die Gitarre mit meinem Marshall JVM 410 und nehme die angeschlossene 2x12" Box mit einem SM57 aus dem Hause Shure ab. Natürlich wurden alle Audiofiles nicht weiter im Klang bearbeitet.

Los geht es mit dem cleanen Kanal des Marshalls, den ich auf einen leicht angeschmutzten Cleansound eingestellt habe. Hier schalte ich durch alle drei Positionen des Dreiwegschalters und beginne mit dem P90 am Hals.

Die 64XT liefert durch die Bank charakterstarke, durchsetzungsfähige Cleansounds, wobei der Steg-Humbucker naturgemäß ein wesentlich mittigeres Klangbild abgibt als die Hals- und Zwischenposition des Dreiwegschalters. Die Attacks kommen klar und deutlich und auch in Sachen Dynamik gibt es hier nur Positives zu berichten.

Wie der Humbucker im Split-Mode agiert, zeigt das nächste Beispiel. Hier schalte ich erst in die Zwischenposition, dann auf den Humbucker, der natürlich in beiden Beispielen nur auf einer Spule läuft.

Die Zwischenposition liefert einen glasigen Klang, der als Singlecoil betriebene Doppelspul-Lipstick gefällt mir dank seiner ausgeprägten Mitten sehr gut.

Ich wiederhole das Durchschalten des Dreiwegschalters, jetzt aber am zerrenden Amp. Im Beispiel danach ziehe ich wieder am Tone-Poti und aktiviere den Coil-Split des Humbuckers.

Auch am zerrenden Amp liefert die 64XT den im cleanen Kanal des Amps gehörten knackigen Grundsound, wobei natürlich der Humbucker am Steg seine Muskeln spielen lässt.

Sobald der Coil-Split aktiv ist, wird das Klangbild drahtiger und die Attacks dominieren.

Weiter geht es im selben Kanal des Amps, jetzt aber mit einem Single-Note-Riff. Das zweite Beispiel ist nur mit dem gesplitteten Steg-Humbucker gespielt.

Dank der klar hervortretenden Attacks ist die Danelectro ein wahres Riff-Monster, solange klar akzentuierte, knackige Töne gesucht sind. Sie liefert für meinen Geschmack in sämtlichen Positionen überzeugende Resultate.

Es wird Zeit für mehr Gain am Amp. Ich wiederhole die Vorgehensweise aus den vorherigen Beispielen und spiele erst alle drei Positionen, beginnend am Hals-PU, im zweiten Beispiel splitte ich den Steg-Humbucker.

Auch hier liefert die Danelectro ab. Alle drei Schalterstellungen können überzeugen, wobei sich in dieser Situation der Steg-Humbucker pudelwohl fühlt und wie der Kollege am Hals auch mit genügend Attacks aufwarten kann. Dabei verschafft er dem Sound genügend Kontur, was wiederum ein klarer Vorteil beim Spielen von knackigen Riffs ist.

Bevor ich die Gitarre auf ihre Lead-Qualitäten hin teste, schnell noch ein Beispiel im Heavy-Kanal des Marshalls. Wieder erst in der Standardschaltung, dann den Steg-Humbucker gesplittet.

Der gesplittete Steg-Humbucker liefert erwartungsgemäß mehr Biss als im Doppelspulbetrieb und erweitert das Spektrum der Gitarre um eine weitere klangliche Option. Die drei Standardschaltungen können auch hier überzeugen und lassen die 64XT auch in moderneren Rock- und Metal-Gefilden strahlen.

Fehlt nur noch ein kleines Solo-Beispiel. Hier ist erst der Hals P90, dann der Lipstick-Doppelspuler am Steg zu hören.

Die Danelectro lässt nichts anbrennen und liefert einen drahtigen, schmatzenden Grundsound mit langem Sustain. Dank der hervorragenden Werkseinstellung macht das Bespielen der 64XT wirklich Spaß und geht sehr leicht von der Hand.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Verarbeitung bis auf siehe Contra
  • typischer Danelectro-Sound (Lipstick-PU)
  • angenehme Bespielbarkeit
  • stimmstabiles Tremolo

  • unterschiedlich laufende Potis

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