Gitarre Hersteller_Danelectro
Test
1
10.04.2012

PRAXIS

Insgesamt handelt es sich um eine große Gitarre mit einem wirklich langen Hals. Sobald der etwas fester angepackt wird, ist es schwierig, die Intonation zu halten, aber das ist für Danelectro-Spieler nichts Neues und kann auch als Effekt verwendet werden. Die Bespielbarkeit ist mit ihrer flachen Saitenlage und guten Einstellung hervorragend. Unverstärkt tönt sie laut und schwingt gleichmäßig und langsam aus. Das Klangbild ist tendenziell obertonreich, aber auch satt in den Mitten. Die tiefen Lagen sind gut zu erreichen. Am Gurt hängt sie ausgewogen, aber auch im Sitzen lässt sie sich komfortabel spielen. Gestimmt habe ich sie in H, also von der tiefsten Saite aus H - E - A - D - A# - H.

Für die Audio-Files verwende ich verschiedene Amps, jeweils mit einem SM 57 und einem Sontronics Halo Mikrofon abgenommen. Als Erstes kommt ein Fender Deluxe zum Einsatz. Ich schalte in jedem Durchgang mit dem Steg-PU beginnend durch alle drei Positionen.

Der Steg-Pickup klingt verhältnismäßig dünn und höhenreich, ganz im Gegensatz zur Mittelstellung. Die tönt satt und warm. Auch das Mittenbild hat sich nach unten verschoben. Dadurch bekommt der Sound Tiefe - perfekt für Pickings dieser Art. Der Hals-PU überzeugt ebenfalls mit warmen Sounds, auch hier ist das Mittenbild in den Keller gerutscht. Alle drei Positionen besitzen einen sehr schnellen Attack, was sie fast schon nach einer Telecaster klingen lässt. Ich behalte alle Einstellungen bei und spiele Strummings.

Das Klangbild ist im Grunde dasselbe wie im Beispiel zuvor. Auch hier überzeugt sie mit ihrer Spritzigkeit. Im folgenden Beispiel strumme ich, spiele allerdings nur die Stegposition. Als Amp verwende ich einen Plexi Marshall.

Die Wild Thing Baritone klingt in dieser Kombination breit und fett. Der eher bedeckt klingende Amp bekommt die Portion Höhen, die er braucht, um sich durchzusetzen. Ein AC30 mit einer gesunden Fuhre Gain dient als Grundlage des nächsten Beispiels. Auch hier verwende ich den Steg-Pickup. Die Danelectro weiß auf Anhieb zu überzeugen. Sie klingt in der Tat fast wie eine Telecaster auf Steroiden. Durch die tiefe Stimmung gepaart mit dem Attack entstehen so absolut amtliche Rocksounds.

Jetzt wird es deftiger und ein JCM 800 ist der Amp meiner Wahl. Obwohl die Stimmung wirklich tief ist, sind alle Noten klar herauszuhören und der Marshall klingt schön dreckig. Gut erschließt sich das differenzierte Mittenbild, hier wird nichts beschönigt. Jede kleine Unachtsamkeit beim Spiel wird schonungslos aufgedeckt.

Als Letztes kommt ein Soldano zum Einsatz, der eine ziemlich hohe Verzerrung bringt. Dazu habe ich die tiefe H-Saite auf A runtergestimmt. Hier ist der Beweis, dass Danelectros sehr wohl richtig böse klingen können ...

Der Steg-Lipstick, der bei den Cleansounds noch dünn klang, kann definitiv auch anders! Jetzt kommt dem Sound der etwas unterbelichtete Bass zugute, weil der ohnehin schon fett klingende Amp mit sehr hohem Gain nicht matscht. Tipp: Die Bariton, gedoppelt mit einer Humbuckergitarre bei den nächsten Aufnahmen oder Auftritten, da freut sich der Mischer!

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • Sound
  • Design
  • Bespielbarkeit
  • Preis

  • diverse kleine Fertigungsmängel
  • Lack ist kratzempfindlich

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