Gitarre Hersteller_D_Angelico
Test
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02.07.2020

Praxis

Schon beim trockenen Anspielen ohne Verstärker liefert die Gitarre einen mittigen, gleichzeitig aber auch offenen Sound, dabei schwingen die Saiten laut und überdurchschnittlich lang aus. Die Bespielbarkeit ist ausgezeichnet, was nicht zuletzt an der sehr guten Werkseinstellung liegt. Auch die Saiten fassen sich gut an und ermöglichen ein nuancenreiches Spiel. Der Hals liegt satt in der Hand und versprüht Vintage-Flair, ohne dabei klobig zu wirken.
Die Bedford SH zeigt sich kopflastig, was mich beim Spielen aber nicht weiter gestört hat, da der rechte Arm ohne weiteren Kraftaufwand das Instrument in der Waagerechten hält.Allerdings gibt es eine Kleinigkeit, die mich nicht so recht überzeugen kann, denn die Position des Pickup-Wahlschalters ist für meinen Geschmack leider nicht optimal gewählt, da er sich unterhalb des Tailpiece und der Brücke befindet und somit nicht wirklich komfortabel zu erreichen ist.

Für die folgenden Aufnahmen kommt ein Marshall JVM 410 zum Einsatz, der eine UA OX BOX antreibt, in der ich eine GB25 bestückte Box angewählt habe. Weiter Klangmanipulationen kamen nicht zum Einsatz.

Los geht es mit dem cleanen Kanal, dabei schalte ich durch alle fünf Positionen des Wahlschalters, beginnend mit dem Hals-Singlecoil.

Mich konnten alle fünf Positionen überzeugen, denn sie liefern allesamt gute bis sehr gute Klänge die sich auch deutlich voneinander unterscheiden und somit das Einsatzgebiet der Gitarre erweitern. Gerade Hals- und Bridge-Pickups besitzen jede Menge Persönlichkeit und wandeln das dynamische Spiel konsequent um. Damit möchte ich die drei weiteren Positionen des Wahlschalters natürlich nicht schmälern!

Weiter geht es mit dem Crunch-Kanal des Marshalls. Dabei schalte ich wieder durch die fünf Positionen des Wahlschalters, beginne mit dem Hals-Pickup und spiele drei unterschiedliche Beispiele ein.

Auch hier macht die Gitarre eine sehr gute Figur. Alle Positionen des Wahlschalters verstehen sich bestens mit dem Amp und erzeugen durch die Bank überzeugende Klänge, wobei das Attackverhalten sehr positiv auffällt. Die Pickups quittieren jeden Anschlag des Plektrums mit einem deutlich vernehmbaren Schmatzen, was einem akzentuierten Spiel sehr entgegenkommt.
Im zweiten Beispiel lässt sich gut heraushören, mit welcher Offenheit die Pickups ans Werk gehen.

Wie sich das heruntergeregelte Tonpoti im Klang bemerkbar macht, zeigt das folgende Beispiel. An der Einstellung am Amp habe ich nichts verändert.

Interessanterweise werden die Höhen nicht komplett abgesenkt, stattdessen werden die Mitten deutlich gepusht, was für mehr Durchsetzungskraft und gleichzeitig einen weicheren Sound sorgt, der die ohnehin schon klanglich recht flexible Gitarre um fünf weitere Optionen erweitert.

Es folgt ein Beispiel am stark zerrenden Amp und wieder schalte ich alle Positionen des Wahlschalters durch.

Hier zeigt sich die Bedford SH mit einer ordentlichen Portion Biss, wobei mich der Hals-Pickup überrascht hat, denn der geht ausgesprochen knackig zur Sache. Aber auch die anderen Stellungen des Pickup-Schalters liefern mehr als überzeugende Klänge, die für meinen Geschmack recht eigen klingen und so das Gitarren-Soundarsenal bereichern.
Dass der Humbucker hier auftrumpft, dürfte kaum verwundern. Er fokussiert die Mitten, dabei treten die Attacks deutlich hörbar hervor.

Abschließend spiele ich ein kleines Solo in der Hals- sowie der Steg-Position am stark zerrenden Amp.

Dank der sehr guten Bespielbarkeit und der überzeugenden Sounds ist das Solieren auf der Bedford SH eine echte Freude. Schade nur, dass der Pickup-Wahlschalter etwas umständlich zu erreichen ist.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • tadellose Verarbeitung
  • ausgezeichnete Bespielbarkeit
  • eigenständiges Design

  • Postion des Pickup-Wahlschalters
  • kopflastig

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