Test
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11.02.2019

Praxis

Aufgebaut und angeschlossen

Für den Test schließe ich den DAP Audio CORE CDMP-750 an mein kleines Mischpult von Allen & Heath an. Einschalten, das Display leuchtet genau wie die vielen Buttons. Sehr gut, alles startklar! Jetzt stecke ich einen vorbereiteten USB-Stick in den dafür vorgesehenen Port und es kann losgehen.

Abspielen von USB-Datenträgern und CD

USB-Speicher dürfen in FAT, NTFS und HFS formatiert sein und können eine Speicherkapazität bis zu 2 Terabyte und sogar 16 Partitionen haben. Der CDMP-750 kommt mit MP3- und WAV-Dateien zurecht – egal ob in 16 oder 24 Bit. Auch wenn WAV und MP3 die am meisten benutzten Formate für Musik-Dateien sind, hätte ein kleines bisschen mehr Unterstützung ebenfalls nicht geschadet, wenigstens AIFF hätte doch noch drinsitzen können.

Die Audiodateien werden in Ordnern bis zu acht Ebenen erkannt und abgespielt, mehr als 999 digitale Tracks verarbeitet der Player aber nicht. Die Navigation durch die Musik erfolgt mit dem Push-Encoder direkt neben dem Display. Damit kann man durchaus arbeiten, ich hätte mir aber noch zwei zusätzliche Buttons zum Vor- und Zurück-Skippen für eine noch schnellere Titel-Auswahl gewünscht. 

„Play/Pause“ startet die Musik und pausiert sie wieder. Mit Tippen auf die Title-Taste verändert sich die Info auf dem Display und zeigt Songtitel, Künstlername oder Albumtitel an. Der Time-Button wechselt zwischen der Darstellung von aktueller Spielzeit und Restzeit. Wenn ich auf CD wechseln möchte, muss ich das mit dem in den Details beschriebenen Druckknopf vorbereiten. Dieser reagiert aber nur dann, wenn die gerade laufende Musik gestoppt ist. Das ergibt Sinn, denn wer möchte schon mitten in der Aktion urplötzlich den Sound wechseln? Audio-CDs spielt der Player ohne Rumgezicke ab, so soll das auch sein. Mit CDRs kommt das Laufwerk auch klar, egal ob Audio- oder Musikdateien darauf sind. 

Jogwheel

Die Oberfläche des Jogwheels fühlt sich etwas glatt an, trotzdem geht die Haptik in Ordnung und das Mixen funktioniert auf Anhieb gut. Wie der Plattenteller arbeitet, entscheidet die entsprechende Auswahl des „Jog Mode“. Mit „Search“ spulen DJs innerhalb eines Titels vor und zurück. „Scratch“ macht genau das möglich, was der Name suggeriert. Ansonsten gilt: Der äußere Teil des Jogwheels beschleunigt oder bremst den Track sanft ab, ganz wichtig, um sauber das Tempo anzugleichen. Bereits in der Werkseinstellung bin ich mit der Leistung zufrieden, kann aber bei Bedarf auch noch die Sensibilität an die eigenen Vorlieben anpassen.

Mit dem Jogwheel wird nicht nur die Mixarbeit erledigt, es ist außerdem auch für die Manipulation von Loops und Effekten zuständig, wie ich gleich erläutern werde.

Hot-Cues und Loops

Wenn ein Titel gerade auf Pause gestellt ist, setze ich mit Cue eine neue Markierung. Der aktuelle Track kann dann jedes Mal mit dieser Taste auf die gesetzte Marke zurückspringen. Sehr praktisch, wenn man den Einsatz einer bestimmten Passage gezielt starten will.

Bis zu vier Markierungen lassen sich auf die dafür vorgesehenen Buttons speichern. Das geht ganz einfach, indem ich auf „Rec“ tippe und dann noch mal auf einen der vier Speicherplätze. Der ausgewählte Speicherplatz wird grün als Cue-Punkt angezeigt. Eine kleine Performance ist mit dem Triggern der Hot-Cues durchaus möglich, denn die Speicherknöpfe reagieren sehr schnell, mit richtigen Performance-Pads kann man diese andererseits aber auch nicht vergleichen.

Jetzt will ich mal einen Loop versuchen. Während der Song spielt, beginne ich diesen mit „Loop in“. „Loop out“ setzt den Endpunkt fest und schon spielt die so gewählte Passage in Dauerschleife. Durch die automatische Erkennung des Tempos klappt das Loopen auf Anhieb einigermaßen gut, trotzdem muss ich beim Test präzise drücken, damit das Ergebnis wirklich rund wird. Da sind die häufig teureren Player von Pioneer DJ und Konsorten überlegen, weil diese mit einer sehr guten Quantisierung arbeiten. Wie gesagt, mit ein bisschen Übung bekommt man auch hier befriedigende Dauerwiederholungen hin.

Während man noch im Loop-Modus ist, dieser also nicht „Reloop/Exit“ beendet wurde, verstellt der Push-Encoder die auf das Tempo gerasterte Loop-Länge. Mit „Rec“ und einem nachfolgenden Fingertipp auf einen der Speicherplätze legen Nutzer die Loops dort ab. Die Hintergrundfarbe des Speicherplatzes wechselt in Folge auf Orange. Der zuletzt angelegte Loop kann jederzeit wieder neu gestartet werden, wenn „Reloop/Exit“ betätigt wird.

Reverse

Mit dem gleichnamigen Knopf starte ich das Rückwärtsspielen der Musik. Das passiert nach dem Ein- und Aus-Schema. Beim ersten Tastendruck startet der Reverse-Modus und erneutes Drücken beendet diesen. Ich finde es praxisorientierter, wenn das nur so lange passiert, wie der Knopf gedrückt wird. Für noch mehr Begeisterung würde in diesem Zusammenhang ein Slip-Modus sorgen, der zum Beispiel nach dem Reverse-Spiel, beim Scratching oder auch nach dem Beenden eines Loops wieder an genau der Stelle weitermacht, wo die Musik wäre, wenn sie einfach weiterlaufen würde.

Effekte

Fünf digitale Effekte wollen den Sound verbiegen. Mit den zwei runden „Knöpfchen“ an der oberen rechten Ecke wählt man die FX aus (Select) und startet beziehungsweise beendet diese (On/Off). Flanger, Filter, Echo, Pan und Chop werden angeboten, die Audio-Demos vermitteln euch einen Eindruck. Die Auswahl zeigt das Display an, nicht direkt der LCD-Screen, sondern der schwarze Bereich darunter, wo der aktuelle Effekt mit Licht hinterlegt wird. Ist dieser gestartet, kommt das Jogwheel zum Einsatz.

Mit einer Drehbewegung wechsle ich dann zwischen verschiedenen Taktrastern. Ich kann auch die Intensität des aktivierten Effekts justieren, muss dann aber vorher „Relay“ betätigen, um zwischen diesen Parametern hin und her zu wechseln. Zwei zusätzliche Potis für das Steuern der Effekte wären für eine bessere Performance sinnvoll. Ein Backspin oder Scratching mit gleichzeitiger Filterspielerei sind hier so nicht möglich. Klanglich versprühen die FX nicht gerade besonders viel Charme und sind eher durchschnittlicher Natur, hört selbst.

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Audiobeispiele

Pro & Contra

  • günstiger Preis
  • digitaler Ausgang
  • sehr großer Pitch-Bereich
  • verstellbare Brake
  • integrierte Effekte

  • Track-Auswahl nur mit Drehknopf
  • Effekte nicht sehr spektakulär
  • zusätzliche FX-Regler wünschenswert
  • kein Slip-Mode
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