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12.03.2018

Das CAGED-System einfach erklärt

Akkorde auf dem gesamten Griffbrett lernen

Akkorde verschieben einfach gemacht

Aufbauend auf den Griffbildern der ersten Akkorde ist das CAGED-System ein bewährtes Mittel, um Einsteigern Akkorde auch in anderen Tonarten auf dem gesamten Griffbrett beizubringen. Der Name dieses Prinzips leitet sich aus den Griffbildern der Durakkorde mit offenen Saiten ab und vermittelt gleichzeitig auch deren Abfolge auf dem Griffbrett beim Erlernen dieser Methode.

Im heutigen Workshop erkläre ich die Grundlagen des CAGED-Systems und gebe euch außerdem einen Einblick, wie ihr diese Methode auch bei fortgeschrittenen Improvisationsübungen anwenden könnt.

Zum Erlernen des CAGED-Systems wird vorausgesetzt, dass ihr Barré-Akkorde greifen könnt. Wenn euch diese Vertreter noch Mühe bereiten, schaut doch mal in unseren Barré-Workshop:

Einführung

Wie anfangs erwähnt, arbeitet das CAGED-System mit den fünf Leersaiten-Akkorden in Dur, die da wären:

Zu Beginn ist es wichtig zu verstehen, wo der Grundton im jeweiligen Griff zu finden ist. Dieser liegt bei C-Dur und A-Dur auf der A-Saite, bei G-Dur und E-Dur auf der E-Saite und bei D-Dur auf der D-Saite.

Dieses Wissen ist übrigens auch absolut elementar im Hinblick auf die Akkordbegleitung, da man sonst schnell Gefahr läuft, die Akkorde mit falschen Basstönen zu unterlegen, was bei manchen Vertretern für einen unsauberen Sound sorgt. Der gegriffene Grundton ist in allen Grafiken rot markiert.

Nachdem wir diese Aufgabe gemeistert haben, gilt es nun, nach und nach die Töne der drei Basssaiten zu lernen, was sich übrigens ganz gut mit dem Erlernen des CAGED-Systems verbinden lässt.

Dazu findet ihr hier eine Übersicht aller Töne auf den drei tiefen Saiten. 

Sinn der Methode ist es nun, die gelernten Griffbilder der fünf Grundakkorde wie Schablonen auf dem Griffbrett zu verschieben um damit einen bestimmten Akkord in unterschiedlichen Umkehrungen parat zu haben. Dabei folgen die Griffbilder in ihrer Anordnung auf dem Griffbrett der Systembezeichnung.

Die meisten der aufgeführten Dur-Akkorde müssen, wie wir gleich an den Praxisbeispielen sehen werden, als Barré-Akkord gegriffen werden. Da dafür der Zeigefinger der linken Hand benötigt wird, ändert sich auch der Fingersatz für die schon bekannten Griffbilder, im folgenden auch als "Typen" bezeichnet.

Umsetzung des CAGED-Systems

Wir rollen das Prinzip im folgenden Abschnitt zunächst am C-Dur-Akkord auf und werden dabei versuchen, diesen mit allen fünf Dur-Typen auf dem Griffbrett zum Klingen bringen.

Dabei starten wir mit dem uns schon bekannten C-Dur Leersaiten-Griffbild. Der Grundton liegt hier auf der A-Saite und wird mit dem dritten Finger gegriffen. Als nächstes folgt der A-Typ. Hier übernimmt der erste Finger die Belegung des selben Grundtons auf der A-Saite und ist außerdem für den Barré verantwortlich. Der A-Typ wird ab der D-Saite aufwärts jeweils mit dem zweiten, dritten und vierten Finger auf dem fünften Bund gegriffen.

Noch einmal zum Verständnis:

Mithilfe des Barré-Prinzips haben wir nun also einen anderen Akkord mit einem schon zuvor bekannten Griffbild "recycled", um den betreffenden Akkord in einer weiteren Umkehrung spielen zu können. Nach diesem Prinzip gehen wir jetzt auch mit den noch übrig gebliebenen anderen drei Grifftypen vor.

Kommen wir nun zum G-Typ. Dieser Vertreter wird später in der Praxis als Barré-Griff wohl eher selten vorkommen, da er etwas unbequem zu greifen ist. Dennoch soll dieser Griff der Vollständigkeit halber natürlich nicht fehlen. Der Grundton dieses Griffbilds liegt auf der E-Saite und damit für C-Dur auf dem achten Bund. Um den Griff umzusetzen müssen wir einen Barré am fünften Bund greifen und den Griff daraufhin ab der tiefen E-Saite aufwärts mit dem dritten, zweiten und vierten Finger greifen.

Als nächstes folgt der E-Typ. Wir nutzen dafür weiterhin den Grundton auf dem 8. Bund der E-Saite. Dieser Barré-Griff dürfte einigen von euch (genauso wie der des A-Typ) bestimmt schon bekannt sein.

Den Abschluss in dieser Reihenfolge macht der D-Typ. Hier suchen wir uns den Grundton auf der D-Saite, der für C-Dur im 10. Bund liegt. Im Falle dieses Griffs können wir auf einen Barré verzichten, müssen aber dennoch den Fingersatz umstellen.

Natürlich lässt sich dieses Prinzip auch von jedem anderen der fünf Akkorden starten und kann auch auf alle anderen Dur-Akkorde in unserem Tonsystem übertragen werden. Dabei kommt der C-Typ ebenfalls als Barré-Version zur Anwendung.

So würden die fünf Griffbilder für A-Dur aussehen.

Wenn man das Prinzip einmal verstanden hat, muss man sich nur noch den Grundton auf der jeweiligen Saite suchen und anschließend die "Schablone" aufsetzen.

Das CAGED-System eignet sich in der Praxis nur teilweise für die Moll-Vertreter der fünf vorgestellten Dur-Typen.

Am besten einsetzen lassen sich hier der E-Moll-, der D-Moll- und der A-Moll-Typ. Dazu nun ein Beispiel anhand eines F-Moll-Akkords.

Das Prinzip lässt sich beispielsweise auch bei Sept-Akkorden fortführen, die ihren Ursprung in den aufgeführten Griffbildern haben.

So würde ein CMaj7 Akkord umgesetzt mit dem A-Typ aussehen.

Betrachtet man, abgesehen vom Grundton, auch die Intervallfunktionen der anderen Töne innerhalb des jeweiligen Akkord-Typs und lernt diese zu benennen, können die aus dem CAGED-System hervorgehen Bilder auch beim Anspielen von wichtigen Akkordtönen, beispielsweise in Gitarrensolos, als Orientierungsstütze auf dem Griffbrett dienen.

Um dies zu veranschaulichen habe ich alle CAGED-Griffe des C-Dur-Akkords auf einem Griffbrett dargestellt und die einzelnen Töne mit ihren Funktionen versehen.

In diesem Zusammenhang können außerdem die fünf CAGED-Positionen mit den fünf Positionen der Durtonleiter bzw. Pentatonik verknüpft werden, wie ihr den abschließenden Grafiken entnehmen könnt.

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