Test
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26.07.2016

dBTechnologies LVX XM12

Aktivmonitor

Klein & laut!

Die LVX-Serie von dBTechnologies erhält mit den aktiven Monitoren XM12 und XM15 potenten Zuwachs. Die kompakten Speaker besitzen einen koaxialen Aufbau und erhalten ihre Leistung über Digipro-G3-Aktivmodule. Bestückt mit 12/1“ (XM12) und 15/1“ (XM15) Koax-Treibern, streben die Kandidaten eine Pole-Position in der Kategorie „Aktivmonitor der Mittelklasse“ an. Anhand zweier XM12 testen wir, ob die Boxen halten, was das Papier verspricht.

Details

Die LVM-XM-Monitore versprechen professionelle Leistung zum günstigen Preis. Und der liegt bei 1213 Euro. Da muss sich selbst ein Branchenriese wie dBTechnologies anstrengen. Für professionelle Ergebnisse lässt sich nämlich bei Treibern und Aktivelektronik nicht wirklich der Rotstift ansetzten. Auch ein Rennwagen benötigt einen performanten Motor, um seinem Fahrer einen Platz auf dem Siegerpodest sichern zu können. Was er nicht zwingend braucht, ist eine Hochglanzlackierung. Die italienischen Entwickler waren wohl der gleichen Meinung und statteten die LVX-Monitore mit HET-Gehäusen aus. Deren Oberflächen sehen zwar nach Strukturlack aus, zeigen tatsächlich aber eine aufgedampfte Folie.

An kritischen Stellen wird das Gehäuse durch Kunststoffteile abgerundet, die sich im Bedarfsfall einfach austauschen lassen. Somit besitzen die Monitore günstige, aber dennoch road-taugliche Gehäuse. Sieht man etwas genauer hin, könnten einige Übergänge etwas akribischer gearbeitet sein, der Funktion tut das allerdings keinen Abbruch. Verstärkt wird das Gehäuse durch ein stabiles Lautsprechergitter, das mit Akustikschaum hinterlegt wurde. Durch die koaxiale Treiberanordnung (der Hochtöner sitzt mittig auf dem Tieftontreiber) fällt die Box kompakt aus, was sich auf der Waage bemerkbar macht: 20 kg sind für einen aktiven 12-Zoll-Monitor nicht zu viel. Durch zwei unter dem Lautsprechergitter befindliche Griffe ist die Box zudem transportfreudig. Vier massive Gummifüße sichern die Standfestigkeit. 

Next-Generation-Ampmodul Auf der rechten Gehäuseseite befindet sich versenkt angebracht die Aktivelektronik und ein Hochständerflansch. Somit lässt sich die XM12 auch als Topteil verwenden. Die Class-D-Ampmodule mit Weitbereichsnetzteil werden über professionelle PowerCon-Buchsen versorgt. Eine PowerCon-Link-out-Buchse für den Anschluss weiterer Monitore gibt es ebenfalls. Das Audiosignal wird über eine Neutrik-Kombo-Buchse (XLR /Klinke) verwaltet und bei Bedarf über eine XLR-Link-out-Buchse ausgespielt.

Neben dem obligatorischen Gain-Poti samt Signal- und Clip-LED notieren wir eine Mini-USB-Buchse, eine Mic/Line-Umschaltung für den Combobuchsen-Eingang und einen achtstufigen Preset-Schalter . Die Mini-USB-Buchse dient zum Einspielen von Firmware-Updates für den 56-Bit DSP. Audiodaten werden über diese Schnittstelle nicht ausgetauscht.

Durch die Mic/Line-Umschaltung kann man für die kurze Ansage zwischendurch ein Mikrofon andocken. Weniger gut ist, dass der Umschalter nicht versenkt angebracht wurde. Das kann im ungünstigsten Fall ein lautes Erwachen geben. Uneingeschränkten Beifall gibt es für die Presets, die in Nullkommanix den zur Veranstaltung passenden Grundsound liefern. In der 12-Uhr-Position ist der Sound „flat“.

Dreht man den Knopf nach links, lassen sich Klangeinstellungen (Loudness, HF Boost, HF Reduction) für den Betrieb auf einem Stativ/Distanzstange abrufen. Dreht man den Knopf nach rechts, kann der Anwender aus drei Presets für den Monitorbetrieb wählen (Vocal, High Pass 80 Hz, High Pass 120 Hz). Das achte Preset „Service“ dient zur Aktivierung der USB-Schnittstelle.

Nimmt man das stabile Lautsprechergitter ab, blickt man auf das massive Hochtonhorn (90° x 70°), das zudem als Phase Plug dient. Diese Konstruktion bietet mehrere Vorteile: Durch den kombinierten Horn/Phase-Plug-Aufsatz wird der Wirkungsgrad des Tieftöners erhöht und zudem die Lautsprecher mechanisch geschützt. Im harten Rock’n’Roll-Einsatz kann es vorkommen, dass sich der zwei Meter große Bassist, im Hauptberuf Baumfäller, beim Abrocken auf das Lautsprechergitter stellt. Das massive Phase-Plug-Horn verteilt die Krafteinwirkung großflächig, so dass die Treiber keinen Schaden nehmen. 

Durch die Abstrahlcharakteristik von 90 x 70° des Hochtonhorns kann der Monitor problemlos als Topteil arbeiten, der eingebaute Hochständerflansch lässt den XM12 sicher auf einer Distanzstange thronen. In dieser Position befindet sich die Aktivelektronik auf der Unterseite des Lautsprechers und ist somit gut vor Regen oder Flugbier geschützt.

In den XM-Monitoren kommt die neuste Generation der von dBTechnologies entwickelten Ampmodule namens Digipro G3 zum Einsatz. Neben deutlich mehr Verstärkerleistung kommen hier neue Onboard-DSPs für Frequenzverteilung, EQ und Limiting zum Einsatz. Erstmals stehen dafür 56-Bit-DSPs zur Verfügung, die beim Frequenzmanagement auf FIR-Filter zurückgreifen.

FIR-Filter (Finite Impulse Response) besitzen gegenüber IIR-Filtern den Vorteil, dass sie einfacher eine lineare Phase realisieren können. Klanglich soll sich das durch einen transparenten Sound und niedrigere Feedback-Anfälligkeit bemerkbar machen. Ideal für einen Monitor. Sympathisch ist, dass dBTechnologies die Verstärkerleistung sowohl in Peak- als auch in RMS angibt. Das ist deutlich greifbarer, als obskure Leistungsangabe mancher Mitbewerbern, die nur Peak-Werte mit hohem THD-Anteil anführen.

Ein weiterer Vorteil der Digipro-Module ist deren lüfterlose Kühlung. Lediglich ein Kühlkörper auf der  Rückseite des Monitors reicht aus. Keine nervenden Lüfter und große Luftschlitze, durch die Flüssigkeiten ins Innere gelangen könnten – toll! Die Schaltnetzteile mit aktiver Power Factor Correction arbeiten auch auch unter schwierigen Bedingungen zuverlässig und sind echte Leichtgewichte.

Pro & Contra

  • stattlicher Pegel
  • sehr koppelfest
  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Onboard-DSP mit FIR-Filtern und acht Presets
  • PowerCon-In/Out
  • koaxialer Aufbau
  • auch als Topteil nutzbar
  • wartungsfreies Aktivmodul ohne Lüfter
  • zwei unterschiedliche Monitorwinkel

  • Gehäuse könnte etwas genauer verarbeitet sein
  • Mic/Line-Umschalter nicht versenkt

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