Test
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15.09.2020

Praxis

Der Denon DN-300R MKII kann mit dem passenden Werkzeug in ein Rack eingeschraubt oder nach dem Aufkleben der Füße am Aufstellungsort platziert werden. Dank gängiger Anschlussoptionen (XLR, Cinch) gelingt die Verkabelung mit dem gewünschten Equipment recht einfach und nur bei Klinkenkabeln werden Adapter benötigt.

Um einen Aufnahmevorgang zu starten, beginnt man mit der Selektion des oder der gewünschten Datenträger per Tastendruck auf der Vorderseite des Geräts. Die beiden Kontroll-LEDs helfen hierbei den Überblick zu behalten, welcher Datenträger aufnahmebereit ist. Nach der Konfiguration der Aufnahmefunktion im Record-Menü und der Selektion des Recording-Modus (Mono, Stereo, Dual), muss man das Record-Menü verlassen und das gewünschte Dateiformat (MP3, WAV) im System-Menü und dem Unterpunkt „Format“ selektieren. Dies ist meiner Meinung nach etwas unglücklich gelöst, da man recht viele Navigationsschritte auf dem Gerät ausführen muss und der Menüpunkt „Format“ im System-Menü noch ein zweites Mal unter „Info“ auftaucht.

Der Info-Bereich des System-Menüs erlaubt die reine Überprüfung einer ganzen Reihe an Parametern. Hier kann das zuvor bestimmte Format und der Recording-Modus sowie die Größe des Datenträgers eingeblendet werden. So lässt sich der freie Speicherplatz und die noch zur Verfügung stehende Aufnahmezeit sowie die Anzahl der Tracks und Ordner auf dem Datenträger anzeigen.

Für meinen Praxistest habe ich verschiedene Aufnahmen in unterschiedlichen Formaten angefertigt und dabei mit der Automatikfunktion (Auto Level) und manuell ausgesteuert. Interessanterweise hat bei mir die manuelle Pegelwahl besser funktioniert, da man in diesem Fall den tatsächlichen Eingangspegel optisch im Auge behalten und so Übersteuerungen vermeiden kann. Nutzt man Auto Level und wählt einen zu hohen Pegel, kommt es zu Übersteuerungen, wie ein Blick auf die Wellenform im Computer dokumentiert.

Gut gefallen hat mir die Dual-Recording-Funktion, die in meinem Test problemlos auch mit zwei Datenträgern nutzbar war. Selektiert man diese Funktion, bietet der DN-300R MKII einen Performance-Test für die Datenträger an und überprüft deren Schreibgeschwindigkeit. Die Dual-Recording-Funktion generiert vier parallele Aufnahmen und somit Sicherheitskopien „on the fly“. Die Gefahr von misslungenen Aufnahmen lässt sich somit reduzieren, denn nichts ist ja ärgerlicher als Dropouts auf besonders gut gelungenen Einspielungen oder bei Live-Mitschnitten.

Zu beachten gilt, dass sich die Dual-Aufnahmen ausschließlich im WAV-Format mit 44,1 kHz und 16 Bit aufzeichnen lassen die Aufnahmedauer aufgrund der FAT (32) formatierten Datenträger in diesem Format bei maximal sechs Stunden liegt. Wer länger aufnehmen möchte, kann dann immer noch im „normalen“ Modus zwei Dateien auf unterschiedlichen Medien speichern, muss dann aber auf das verlustbehaftete MP3-Format ausweichen. In den meisten Fällen sollte diese zeitliche Limitierung nicht weiter ins Gewicht fallen, da Solid-State-Recorder oft das Erbe von CD-Brennern oder DAT-Recordern antreten und diese in der Regel kürzere Aufnahmedauern bieten.

Um die Qualität der Aufnahmefunktion zu dokumentieren, habe ich einen Musikloop in allen vier Formaten aufgenommen. Meiner Meinung nach klingen die Aufnahmen insgesamt recht ordentlich klingen, einen Unterschied zwischen den MP3- und WAV-Dateien kann man aber dennoch ganz gut heraushören. Ich empfehle daher das WAV-Format, wenn Instrumente oder andere Einspielungen im Studio aufgenommen werden sollen und MP3 für Demotapes, musikalische Skizzen oder wenn ein digitaler Versand gewünscht ist.

Mediaplayer

Der Denon DN-300R MKII kann auch als einfacher Mediaplayer genutzt werden. Im Browse-Menü lässt sich hierzu der gewünschte Datenträger selektieren und die zu spielende Datei auswählen. Das Display blendet die Dateinamen und Track-Nummern ein, Titel- oder Artist-Infos sind nicht darstellbar. Mit den Navigationstastern spult man innerhalb eines Titels vor- oder zurück, pausiert oder stoppt die Wiedergabe. Ist nichts Abweichendes selektiert, werden die Songs in der Reihenfolge wiedergeben in der sie einem Medium hinzugefügt wurden, danach erfolgt ein Abarbeiten der Ordner. 

Möchte man eine davon abweichende Wiedergabe, so kann man durch Drücken der Repeat-Taste bestimmen, dass nur der Inhalt eines selektierten Ordners oder eine Datei gespielt werden. Zudem lassen sich wiederholte Wiedergaben aller oder einzelner Dateien oder Ordner anstoßen. Wer möchte kombiniert die Repeat- mit einer Zufallsfunktion. Der DN-300R MKII kann somit auch zur unbeaufsichtigten Hintergrundbeschallung in einer Lounge oder Bar zum Einsatz kommen.

 

Pro & Contra

  • kompakter, robuster (Rack-) Recorder
  • symmetrische Ein- und Ausgänge
  • parallele Aufnahme auf zwei Medien
  • Dual-Recording-Funktion mit abgesenktem Pegel
  • Player-Funktion für Hintergrundbeschallung

  • Menüführung für Aufnahmen teilweise umständlich
  • wenige Speicherformate

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