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06.02.2019

Die 10 absurdesten Tour Rider der Musikgeschichte

Wer selbst eine Band hat und häufiger mal Live spielt kennt das gute Stück mit Sicherheit und weiß wahrscheinlich auch um dessen verführerische Züge. Es geht um die sogenannten Catering Rider. Hierdrauf wird vor allem festgehalten, was sich eine Band an Verpflegung für ein Konzert wünscht. Aber auch Gegebenheiten drum herum wie Internetanschluss, Duschen oder Handtücher finden Erwähnung. Im Gegensatz zum strengen Tech Rider, kam es die der Zusammenstellung des Catering Rider mit Sicherheit auch bei euch in der Band schon die eine oder andere lustige Idee, die man sich dann aber doch verkniffen hat. Je Größer der Name von Band und Musikern wird aus solchen Witzeleien auch gerne mal ernst. Daher haben wir euch die zehn absurdesten Wünsche von Musikern zusammengestellt. 

1. Der Klassiker und wahrscheinlich der Startschuss für verrückte Forderungen: Van Halens Wunsch nach mehreren Packungen M&Ms – aus denen die Braunen aussortiert werden sollten. Im Nachhinein und nach einer Art Prä-Internet Shitstorm stellte die Band klar, dass es sich bei diesem Punkt auf ihrem Rider lediglich um einen Trick handeln sollte: Wenn Veranstalter schon diesen Wunsch nicht erfüllen, sind sie bei den restlichen Anforderungen umso genauer. Ziemlich clever eigentlich.

2. Wenn man viel und vor allem lange am Stück unterwegs ist vermisst man schnell mal sein Zuhause. So ging es auch Madonna bei ihrer MDNA Tour 2012, die sich immerhin auch von Mai bis Dezember erstreckte. Um nun Heimweh entgegenzuwirken nahm die Queen of Pop also kurzerhand ihr eigenes Wohnzimmer mit auf Tour.

3. Das nächste klassische Tour-Problem: Langeweile. Der legendäre Sänger und Gitarrist Iggy Pop fordert konsequenterweise in seinem 18-seitigen (!) Rider unter anderem  zwei „hingebungsvolle und loyale“ Securities und einen Tonmann, der „keine Angst vor dem Tod“ haben sollte. Das Highlight dieses Rider-Manifest stellt ein Double des amerikanischen Komedian Bob Hope zu Iggy Pops persönlicher Unterhaltung dar. Vor Social Media musste man sich die Zeit zwischen Soundcheck und Stage-Time halt irgendwie anders vertreiben.

4. Wer hier vor allem Geschichten von Alkohol und Drogen-Exzesse erwartet hat weit gefehlt. Bei den mittlerweile pensionierten Glam-Rockern von Mötley Crüe ging nach dem Entzug erst richtig los. Ein Terminplan der örtlichen Anonymen Alkoholiker durfte im Backstage genauso wenig fehlen wie eine Maschinenpistole, eine 12-Meter Boa Konstriktor und ein Glas Senf. Was die Herren mit dieser Kombination wohl anstellen wollten, bleibt eurer Fantasie überlassen.

5. Wo wir gerade schon bei alternden Musikern sind: Die mittlerweile über 70-jährigen Rolling Stones wünschen sich eine einfache schriftliche Anleitung zu allen elektronischen Geräten in Hotelzimmern und Backstage. Ob damit wohl auch ihre Gitarren und Amps gemeint sind?

6. Um ein wenig mehr der Vorstellung von Sex, Drugs and Rock’n’Roll gerecht zu werden kommen wir nun zu Marilyn Manson. Dieser lässt seit Jahren neben der sehr ernst gemeinten Forderung nach Haribo Goldbären auch den Wunsch nach einer glatzköpfigen Prostituierten ohne Zähne auf seinen Rider schreiben. Dieser Wunsch sei ihm allerdings nie erfüllt worden. Dennoch hofft der Schock-Rocker nach eigenen Aussagen noch immer darauf eines Tages auf eine solche Dame in seinem Backstage vorzufinden.

7. Einen ebenfalls als Witz gemeinten, aber dennoch sehr detaillierten Rider legte Slayer den Veranstaltern des „Fun Fun Fun Fest“ vor. Einhundert schneeweiße Ziegen forderte die Band. Die Ziegen sollten natürlich sämtlichen Metal-Klischees entsprechend geschlachtet werden. Doch damit nicht genug, die Veranstalter sollten auch noch den Schlachter bereitstellen. Ach so, an genügend Eis und Kühlboxen für das Fleisch der Ziegen musste natürlich auch gedacht werden.

8. Auf die Toiletten-Situation in den meisten Backstages vor allem kleinerer Venues will ich hier nicht weiter eingehen. Die Meisten von euch haben auch sicher schon ein genaues Bild vor Augen. Für Mary J. Blidge und Beyonce ist eine unhygienische Toilette ein absoluten No-Go. Unabhängig voneinander haben die Künstlerinnen beschlossen, dass vor ihrer Ankunft sämtliche Toilettensitze im Backstage durch neue ersetzt werden müssen. Auch wenn mir persönlich eine Rolle Klopapier oftmals schon reichen würde, kann ich diesen Wunsch sehr gut nachvollziehen.

9. Nach Jahren voller Alkohol und Drogen muss auch Metal-Gott Ozzy Osborne auf seine Gesundheit achten. Der ehemalige Black Sabbath-Sänger braucht bei jedem Auftritt nicht nur einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt sowie einen Arzt, der ihm bei bedarf Vitamin B-12 spritzen kann, sondern auch drei Sauerstoff Tanks

10. Den absolut extravagantesten Rider lieferte Chef-Diva Mariah Carey 2009 ab. Um auf den Beginn der Weihnachtstage einzustimmen sollte die Sängerin in einem Shopping Center in England auftreten. Die Forderung nach einem Rolls Royce, pinkem Teppich und passendem Podium sowie Konfetti in Schmetterlingsform kann man noch nachvollziehen. Dass Carey dazu noch  100 weiße Tauben, die zu ihrem Empfang freigelassen werden sollten und – Achtung – zwanzig Baby-Katzen zu ihrer Entspannung im Backstage haben wollte eher nicht. Dem letzten Wunsch konnten die Veranstalter aus hygienischen Gründen leider auch nicht nachkommen. 

 

Wie ihr es richtig macht und einen angebrachten Rider schreibt erfahrt ihr hier!

 

 

Veröffentlicht am 06.02.2019

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