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12.07.2019

Die 10 besten Bass-Synthesizer

Welcher ist der beste Bass-Synthesizer?

Die besten Bass-Synthesizer im Überblick

Wer Musik produziert, stellt sich oft die Frage: Welcher Synthesizer liefert eigentlich die fettesten Bässe? Schließlich ist der Bass in vielen Genres der elektronischen Musik neben den Drums eines der wichtigsten Elemente. Drücken muss es, und zwar kräftig! Aber welcher ist der beste Bass-Synthesizer? Hier sind unsere Tipps für die 10 besten Bass-Synthesizer.

Die Auswahl ist riesig, und natürlich muss man gleich zu Anfang feststellen: Den einen, perfekten Bass-Synthesizer gibt es natürlich nicht. Welcher Synthesizer für dich der beste Bass-Synthesizer ist, hängt neben dem Genre vor allem von deinem persönlichen Geschmack und deiner Arbeitsweise ab. Vielleicht bietet dir diese Liste aber einen guten Startpunkt für die Suche. Wir haben Synthesizer zusammengestellt, die zwei Eigenschaften vereinen: Sie produzieren Bässe, die jede Tanzfläche zum Kochen bringen, und kosten dabei nicht allzu viel.

Quick Facts: Bass-Synthesizer

Was ist ein Bass-Synthesizer?

Ein Synthesizer kann als Bass-Synthesizer eingesetzt werden, wenn er Eigenschaften bietet, die das Erzeugen von Frequenzen im Tief-Frequenzspektrum ermöglichen. Zu diesen Eigenschaften gehören Oszillatoren, die im Bassbereich gut und kraftvoll klingen. In vielen Fällen unterstützt ein zusätzlicher Sub-Oszillator. Auch die Filter mancher Synthesizer klingen in den tiefen Frequenzbereichen besonders kraftvoll und sind beim Erzeugen von Bass-Sounds äußerst hilfreich. Zudem sind viele Synths, die als Bass-Synthesizer eingesetzt werden, technisch eher einfach aufgebaut. Das bringt geradlinige, schnörkellose Sounds hervor, die sich sehr gut als Bässe eignen und im Mix druckvoll klingen, ohne zu matschen.

Eine genaue Definition des Begriffs ‚Bass-Synthesizer‘ gibt es nicht. Dennoch existieren Exemplare, wie der Moog Taurus aus den 1970er Jahren, der über eine 13-Tasten-Pedaltastatur mit den Füßen gespielt wurde und von einer Reihe von Pop-, Rock- und Blues-Rock-Bands eingesetzt wurde.

Im Prinzip kann fast jeder Synthesizer Bass-Sounds erzeugen. Andersherum lassen sich auch allen Synthesizern, die von den Herstellern oder Nutzern als ‚Bass-Synthesizer‘ bezeichnet werden, andere Klänge als nur Bässe entlocken. Beispielsweise eignet sich die berühmte Roland TB-303 „Bass Line“ auch bestens für Sequenzen in höheren Frequenzbereichen. Und die Novation Bass Station II erzeugt nicht nur exzellente Bässe, sondern auch alle anderen Formen monophoner Klänge wie Leads, Sequenzen und sogar Drums.

Wichtige Bass-Synthesizer der Geschichte

Da beinahe jeder Synthesizer auch für Bass-Sounds eingesetzt werden kann, gibt es im Vergleich zur Gesamtzahl der jemals erschienenen Synthesizer nur wenige, die ausdrücklich als Bass-Synthesizer konzipiert sind. So hat die Synthesizer-Geschichte einige Ikonen hervorgebracht, die die tiefen Töne besonders gut beherrschten und die zum Teil bis heute Legendenstatus haben.

Moog Taurus (1975)

Im Jahr 1975 brachte Moog den Taurus I heraus. Es handelte sich um einen Synthesizer in Form eines Orgel-Basspedals, eine „Tastatur“, die mit den Füßen gespielt wird. Gedacht war der Taurus I als Bass-Instrument innerhalb eines größeren Synthesizer-Ensembles namens „Constellation“, das in der ursprünglich geplanten Form nie realisiert wurde.

Die Klangerzeugung des Taurus I war mit zwei Oszillatoren, einem Filter und einer Hüllkurve einfach aufgebaut. Später erschien der Taurus II, dessen Klangerzeugung mit der des Moog Rogue identisch ist. Daher ist der Rogue noch heute sehr gefragt, wenn es ein Vintage-Synthesizer für fette Bässe sein soll. 

2009 brachte Moog den Taurus 3 heraus, eine moderne Neuauflage des Taurus I. Er blieb aber eine Rarität – wohl vor allem wegen der Fußbedienung, die ihn im wahrsten Sinne des Wortes doch etwas unhandlich machte.

Im Jahr 2012 stellte Moog schließlich den kleinen Desktop-Synthesizer Minitaur vor, dessen Klangerzeugung sich an den historischen Taurus-Modellen orientiert. Er wird bis heute gebaut, klingt hervorragend und hat es daher auch in unsere Auswahl geschafft.

Korg SB-100 Synthe-Bass (1975)

Im gleichen Jahr erschienen wie der Moog Taurus I, brachte der „Synthe-Bass“ des damals noch in den Anfängen steckenden Herstellers Korg statt der Fußtastatur ein kleines 2-Oktaven-Keyboard mit. Die analoge Klangerzeugung war noch simpler als beim Moog: Ein Oszillator, eine rudimentäre AD-Hüllkurve und ein Filter. Dafür war der SB-100 aber auch extrem transportabel und war direkt in sein Flightcase eingebaut. Er blieb dennoch eine Randnotiz der Synthesizer-Geschichte.

 

Roland TB-303 Bass Line (1982)

Der berühmteste Synthesizer, der das Wort „Bass“ im Namen trägt, ist sicherlich die Roland TB-303 Bassline aus dem Jahr 1983. Ursprünglich war der kleine graue Analogsynth als Ergänzung zu der zeitgleich erschienenen TR-606 Drummachine gedacht, als Teil eines automatischen Begleitsystems zum Üben. Das Konzept floppte, was der TB-303 aber im Nachhinein nicht schadete. Im Gegenteil: Einige Jahre später entdeckten House- und Acid-Produzenten die Maschine und verhalfen ihr zu einem Kultstatus, der bis heute ungebrochen ist. 

Dabei schadete es auch nicht, dass die TB-303 im Vergleich zu vielen anderen Synthesizern in den tiefen Frequenzbereichen – nüchtern betrachtet – eher dünn klingt. Sie ist einfach Kult, hauptsächlich wegen ihrer Eigenschaft, einzigartige und unerwartete Sequenzen hervor zu bringen, und wegen ihres unwiderstehlichen, rau und ungezügelt zwitschernden Filters. Bis ins Unermessliche steigende Gebrauchtmarktpreise waren und sind die Folge; kaum ein „Normalsterblicher“ Musiker ohne stattliches Erbe kann sich heute noch eine originale 303 in funktionsfähigem Zustand leisten.

Deshalb wurde die TB-303 schon bald kopiert. Ohne Zweifel ist sie der meistimitierte Synthesizer der Geschichte, noch vor dem Minimoog. Schon in den Techno-verliebten 1990er Jahren gab es einige analoge Rack-Synthesizer wie den Syntecno TeeBee und den MAM MB-33, die die Klangerzeugung nachahmten. Letzterer wurde vor einigen Jahren als Desktop-Synthesizer MAM MB-33 Retro neu aufgelegt.

Später kamen diverse „303-Klone“ hinzu, die neben der Klangerzeugung auch einen Sequenzer an Bord haben, der den eigenwilligen 303-Sequenzer mehr oder weniger originalgetreu nachahmt. Hier gehören der Open-Source-Synth Adafruit x0xb0x, der Cyclone Analogic TT-303 Bass Bot V2, sowie Rolands eigene Varianten TB-3 und TB-03 zu den bekanntesten Vertretern.

Novation Bass Station (1993)

Mitten in den tiefen 1990ern überraschte der damals junge Hersteller Novation mit einem analogen, monophonen Bass-Synthesizer. Im dunklen Digital-Zeitalter kam das fast einer Sensation gleich. Angesichts der sich damals auf dem Höhepunkt befindlichen Techno-Welle kam die Novation Bass Station I genau zur richtigen Zeit.

Mit zwei DCOs inkl. PWM, einem bissigen Filter, zwei Envelopes und einem LFO lieferte sie sehr druckvolle Synth-Bässe. Es waren Synthesizer wie dieser, die bei vielen Produzenten und Keyboardern der damaligen Zeit wieder die Lust auf analoge Sounds und viele Regler zum Schrauben weckten – eine glückliche Wendung, die die Synthesizer-Geschichte bis heute prägt.

20 Jahre später brachte Novation 2013 die Bass Station II auf den Markt. Sie vereint die Merkmale der ersten Version mit vielen Neuerungen. Die Bass Station II klingt hervorragend, wird immer noch hergestellt, kostet nicht viel und darf daher auch in unserer Bestenliste nicht fehlen.

Sollte ein Bass-Synthesizer analog oder digital sein?

Fette Bässe lassen sich sowohl mit analogen als auch mit digitalen Synthesizern erzeugen. Die Frage, ob analog oder digital besser ist, kann man nicht pauschal beantworten. Jeder hat dazu eine eigene Meinung, und das ist auch gut so! Klanglich gibt es aber natürlich gewisse Unterschiede, und deshalb steht zunächst einmal die Frage im Raum, in welchem Musikstil das Instrument eingesetzt werden soll.

Bei Synthesizer-Bass-Sounds denken viele zuerst instinktiv an fette, analoge Bässe im Moog-Stil. Und in vielen Stilen der elektronischen Musik, von Synth Pop über Hip Hop bis Deep House, sind solche Bässe auch bis heute sehr gefragt. Aber auch digitale Synthesizer-Bässe sind sehr populär, z. B. in allen Stilen, die mit den Elementen der 1980er Jahre spielen sowie in den Elektro- und EDM-Bereichen. In diesen Genres setzen Produzenten gerne Synthesizer und Plug-ins ein, deren Klangerzeugung auf FM-Synthese oder Wavetables basieren.

Die klangliche Bandbreite ist enorm, und letztlich ist natürlich erlaubt, was gefällt. Unter dem Strich kann man vielleicht festhalten: Analoge Bässe rufen oft Assoziationen, wie warm, saftig, rund, fett und breit hervor, während digitale Bässe gerne mit Adjektiven wie drahtig, aggressiv, kantig oder schneidend beschrieben werden. Allerdings sind die Übergänge fließend und man sollte sich von solchen Attributen nicht allzu sehr beeinflussen lassen. Gerade heute gilt: Analog und digital können beide hervorragend klingen und ihre jeweiligen Stärken ausspielen. Das Ohr und der persönliche Geschmack entscheiden.

Was macht einen guten Bass-Synthesizer aus?

Die gute Nachricht ist: Für druckvolle, wirkungsvolle Bässe ist in der Regel keine besonders komplexe Klangerzeugung notwendig. Oft wirken Bass-Sounds in der Musik sogar überzeugender und entfalten ihre Kraft besser, wenn sie klanglich eher einfach gehalten sind. Komplexe Modulationen kommen bei Bass-Sounds kaum zur Geltung und können den Klang sogar verwässern. Daher können Bass-Synthesizer technisch einfach aufgebaut sein und trotzdem toll klingen. Das wiederum führt dazu, dass sich auch viele Synthesizer im unteren Preissegment hervorragend für Bass-Aufgaben eignen. Den Geldbeutel freut’s!

Ein analoger Bass-Synthesizer sollte einen oder zwei Oszillatoren mit druckvollen Grundschwingungsformen haben. Besonders wichtig für fette Bässe ist die Pulsschwingung (Rechteck), die sich idealerweise modulieren lassen sollte (PWM / Pulsbreitenmodulation). Auch die Dreieckschwingung ist für Bass-Aufgaben wichtig, da sie sich sehr gut dafür eignet, Bässen ein solides Fundament zu geben. Mehr als zwei Hauptoszillatoren sind in der Regel für Bässe nicht nötig, oftmals reicht einer (siehe oben – einfacher ist oft besser!). Allerdings kann ein Sub-Oszillator sehr nützlich sein! Funktionen wie Oszillator-Sync und Ringmodulation kommen bei klassischen Synth-Bässen eher selten zum Einsatz, können das Klangspektrum aber in Richtung drahtig und metallisch erweitern, wenn es etwas heftiger zur Sache gehen soll.

Beim Filter empfiehlt sich ein Tiefpassfilter mit 24dB/Okt. Flankensteilheit. Häufig ist aber der Sound des jeweiligen Filters entscheidender als die Flankensteilheit – auch mit weniger steilen Tiefpassfiltern kann man sehr fette Bässe erzeugen.  Da man für die meisten Bass-Sounds keine komplexen Modulationen benötigt, können die Hüllkurven und LFOs recht einfach ausgestattet sein. Optimal sind zwei ADSR-Hüllkurven für Lautstärke und Filter, aber es gibt auch viele berühmte Bass-Synthesizer, deren Hüllkurven sehr viel simpler aufgebaut sind. Das beste Beispiel dafür ist die TB-303 mit einer einzigen Hüllkurve, bei der zudem nur ein Parameter (Decay) regelbar ist. Ein LFO für Filter und/oder Pulsbreitenmodulation reicht in der Regel aus, es sei denn, man ist auf der Suche nach abgedrehten FM- und Wobble-Bässen für Dubstep und ähnliche Stile.

Bass-Synthesizer: Monophon oder polyphon?

Synthesizer, die speziell für Bass-Sounds entwickelt werden, sind in aller Regel monophon, können also nur eine Note zeitgleich erzeugen. Das reicht für Bässe aus, da es musikalisch nicht sinnvoll ist und obendrein fürchterlich klingt, wenn in einem so tiefen Frequenzbereich zwei Noten gleichzeitig klingen. Ein monophoner Sound bietet außerdem die Möglichkeit, die Bassline durch geschickte Verwendung von Portamento (Glide) und Legato lebendiger und interessanter zu gestalten.

Das bedeutet aber natürlich nicht, dass man auf einem polyphonen Synthesizer keine Bässe spielen kann! Allerdings sollte man den betreffenden Sound bzw. das Programm auf monophon einstellen, sofern der Synthesizer das erlaubt. Dadurch wird verhindert, dass es Klangmatsch gibt, wenn man aus Versehen zwei oder mehr Tasten gleichzeitig trifft. Bei den Presets der meisten Synthesizer ist das für Bass-Sounds oft schon voreingestellt.

Polyphone Synthesizer bieten oft eine Funktion, die für fette Bass-Sounds – richtig angewendet – nützlich sein kann: Den Unison-Modus. Dabei werden die Oszillatoren aller verfügbaren Stimmen zusammengeschaltet, was bei analogen Synthesizern einen fetteren Sound ergibt. Stellt man beispielsweise einen achtstimmig polyphonen Synthesizer auf Unison-Betrieb, kann er nur noch monophon gespielt werden, das aber achtmal übereinander.

Gerade bei VCO-basierten Analog-Synthesizern, deren Oszillatoren leichte Stimmungsschwankungen aufweisen, kann das Ergebnis dann sehr fett sein. Aber Vorsicht: Mit dem Unison-Modus kann man sich gerade bei Bässen auch Probleme schaffen. Unison-Sounds eignen sich vor allem für tiefe, wabernde Bässe mit langen Noten. Für Punchy Bass Lines sind sie oft eher weniger geeignet, weil die Überlagerung mehrerer Oszillatoren zu Frequenzauslöschungen führen kann. Wenn das passiert, klingen mitunter nicht alle Noten gleich kraftvoll. Wenn jede Note gleichmäßig kräftig und druckvoll klingen soll, stellt man den Unison-Modus besser aus.

Braucht ein Bass-Synthesizer einen Sequenzer?

Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Es kommt ganz darauf an, wie du arbeitest und welche Musik du machst. Wenn du elektronische Musik mit Drummachines, Samplern und Sequenzern und/oder einer Loop-basierten DAW wie Ableton Live produzierst, gefällt dir die Arbeitsweise mit einem Step-Sequenzer wahrscheinlich besser, als das Einspielen von Basslines per Tastatur. Dann sollte also auch dein Bass-Synthesizer idealerweise einen Sequenzer besitzen, sodass du deine Bass-Patterns direkt darin programmieren kannst. Synthesizer ohne Sequenzer kannst du mit einem externen Sequenzer wie dem Beatstep Pro oder Keystep von Arturia, oder dem Korg SQ-1 ansteuern.

Kommst du eher vom Keyboard oder Klavier, spielst gerne auf einer Tastatur und nimmst deine Songs in linearen DAWs wie Logic oder Cubase auf? Oder brauchst du einen Synthesizer, um darauf Basslines live auf der Bühne zu spielen? Dann kannst du wahrscheinlich auf einen eingebauten Sequenzer verzichten und solltest eher auf eine gute Tastatur und viele Möglichkeiten zum Schrauben an Sounds Wert legen.

Bei manchen Synthesizern, allen voran der Roland TB-303, trägt der integrierte Sequenzer stark zum Charakter des Instruments bei. Die eigenwillige Programmierung des 303-Sequenzers führt immer wieder zu Ergebnissen, die man vielleicht nicht geplant hatte, die aber musikalisch sehr inspirierend sein können. Generell entstehen bei der Arbeitsweise mit Step-Sequenzern andere Ideen als beim Spielen auf einer Tastatur, weshalb man auch mal über den Tellerrand blicken und seine Komfortzone verlassen sollte – das gilt übrigens in beide Richtungen.

Tipps zur Wahl eines Bass-Synthesizers

Wie finde ich einen passenden Bass-Synthesizer?

Welcher Bass-Synthesizer für deine Zwecke der Beste ist, findest du am besten durch Ausprobieren heraus. Nur du kannst entscheiden, ob dir der Sound, die Funktionen und die Bedienung eines Synthesizers zusagen und deinen Ansprüchen genügen. Deshalb ist es am besten, mehrere Synthesizer im Laden oder bei Synthesizer-Events wie der Superbooth anzutesten und zu vergleichen. Wenn du dir vorher die folgenden Fragen stellst, kannst du die Auswahl aber schon erheblich eingrenzen:

  • In welchen Genres bist du musikalisch unterwegs, wie sollen die Bass-Sounds klingen?
  • Soll der Synthesizer neben Bässen auch andere Klänge erzeugen?
  • Benötigst du einen Synthesizer mit Tastatur?
  • Benötigst du einen Synthesizer mit integriertem Sequenzer?
  • Benötigst du einen Synthesizer mit Speicherplätzen?
  • Wie wird der Synthesizer angesteuert? (MIDI, USB-MIDI, CV/Gate)

Tipps zum Testen und Checken:

  • Verlasse dich bei deinem Urteil nicht nur auf Presets! Klar, wir alle starten beim Antesten eines neuen Synthesizers zuerst das „Preset-Jogging“, und du kannst dabei auch viel über den Synthesizer erfahren. Allerdings lernst du nur diejenigen klanglichen Facetten kennen, die die Programmierer der Presets verwendet haben. Baue also beim Ausprobieren möglichst auch ein paar eigene Sounds. Dadurch lernst du den Synthesizer viel besser kennen und bekommst auch ein Gefühl dafür, ob dir die Bedienung zusagt und ob er klanglich zu deinen Vorstellungen passt.
  • Hat der Synthesizer alle Funktionen, die du für Bass-Sounds brauchst? Für klassische Analog-Bässe bist du mit 1 - 2 Oszillatoren, ggf. einem Sub-Oszillator, Filter, 1 - 2 Hüllkurven und einem LFO gut ausgestattet. Wenn es klanglich brachialer und aggressiver zugehen soll, achte auf Funktionen wie Sync, Ringmodulator, Oszillator- und Filter-FM sowie möglicherweise einen Distortion- oder Overdrive-Effekt.
  • Wie sieht es bei den Anschlüssen aus? Lässt sich der Synthesizer nahtlos in dein Setup integrieren? Wirst du ihn über MIDI, USB-MIDI oder CV/Gate ansteuern? 
  • Wenn der Synthesizer einen integrierten Sequenzer besitzt: Sagen dir die Funktionen und die Bedienung zu? Kannst du deine musikalischen Vorstellungen damit schnell umsetzen? Bietet der Sequenzer die nötigen Möglichkeiten zur Synchronisation mit deinen anderen Geräten?
  • Wenn der Synthesizer eine Tastatur besitzt: Wie ist das Spielgefühl? Ist es eine Tastatur mit normal breiten Tasten oder Minitasten? Wenn Letzteres: Kommst du damit zurecht? Gerade für live gespielte Bass-Sounds sollte die Tastatur knackig abgestimmt und nicht schwammig sein, damit man auch sehr kurze Noten rhythmisch präzise spielen kann.
  • Und natürlich, wie bei allen Instrumenten: Wie ist die Verarbeitungsqualität? Fühlen sich das Gehäuse, die Regler und die Anschlussbuchsen solide an?

Welche sind die besten Bass-Synthesizer?

Um euch einen Überblick über empfehlenswerte Bass-Synthesizer zu geben, haben wir unsere aktuellen Tipps in drei Kategorien eingeteilt:

  • Bass-Synthesizer mit Tastatur
  • Bass-Synthesizer mit Sequenzer
  • Desktop-Bass-Synthesizer

Wie bereits erwähnt, eignen sich beinahe alle Synthesizer auch für Bässe, weshalb diese Tipps als Anhaltspunkte zum Ausprobieren gemeint sind. Wir haben uns auf Instrumente konzentriert, die relativ erschwinglich sind und mit denen ihr euer Setup ohne allzu großen finanziellen Aufwand um fette Bässe bereichern könnt. Nach oben ist die Skala natürlich offen.

Dass man mit einem Minimoog Model D, einem Sub 37 oder einem MFB Dominion 1 ebenfalls hervorragende Bässe hinbekommt, muss man wohl nicht extra erwähnen, und deshalb stehen Instrumente dieser Klasse hier auch außer Konkurrenz. In dieser Liste geht es um vergleichsweise günstige Synthesizer, die kein allzu großes Loch in euren Geldbeutel reißen und trotzdem toll klingen.

Moog Sub Phatty

Wie alle Phattys bietet der Sub Phatty zwei analoge VCOs und das berühmte Ladder-Filter. Erstmals hielt mit ihm ein zusätzlicher Sub-Oszillator Einzug in die Phatty-Serie, der den Synthesizer für Bass-Aufgaben prädestiniert. In der Filtersektion sorgt die Multidrive-Schaltung bei Bedarf für ordentlich Schmutz. Zwar wurde die Phatty-Reihe später um die größeren und leistungsfähigeren Sub 37 und Subsequent 37 erweitert. Der Sub Phatty bietet aber echten Moog-Sound für vergleichsweise wenig Geld und ist gerade für Bässe nach wie vor eine Empfehlung.

 

Moog Sub Phatty    Produktseite auf thomann.de

Korg Monologue

Der Korg Monologue ist ein vielseitiger, monophoner Analogsynthesizer mit zwei VCOs, die durch den Shape-Parameter, Sync und einen Ringmodulator ein sehr breites Klangspektrum abdecken. Hinzu kommen ein 12dB-Filter und eine Drive-Schaltung, die den kompakten Synth bei Bedarf sehr bissig klingen lassen kann. Der Monologue kann längst nicht nur Bass und eignet sich auch hervorragend für Lead-Sounds, Sequenzen und anderes. Übrigens steht der Synthesizer hier in der Abteilung mit Tastatur, bietet aber dennoch einen vielseitigen Step-Sequenzer, der auch Reglerbewegungen aufzeichnen kann. Das alles gibt es zu einem sehr günstigen Preis.

Korg Monologue    Produktseite auf thomann.de

Novation Bass Station II

Die Novation Bass Station II ist ein echter Dauerbrenner. Es gibt sie schon seit 2013, eine halbe Ewigkeit in Synthesizer-Jahren. Dabei hat sie nie an Charme verloren. Mit zwei Oszillatoren, einem Sub-Oszillator, zwei verschiedenen Filter-Charakteristiken, je zwei Envelopes und LFOs sowie Filter FM und Distortion, ist sie für ihre Größe und ihren Preis ein erstaunlich potenter Analogsynthesizer. Arpeggiator und Step-Sequenzer runden das Gesamtpaket ab. Übrigens betreibt Novation eine sehr gute Produktpflege: Für die Bass Station II gab es mehrere Firmware-Updates, die den Funktionsumfang des Synths zum Teil erheblich erweitert haben, zuletzt um den bemerkenswerten „Aphex-Twin-Mode“. Obwohl sie schon einige Jahre auf dem Buckel hat, darf die Bass Station II in dieser Liste nicht fehlen. 

Novation Bass Station II    Produktseite auf thomann.de

Arturia MiniBrute 2

Der Arturia MiniBrute 2 bietet alles, was schon den Vorgänger zu einem tollen Synthesizer machte: Einen klanglich äußerst vielseitigen Oszillator mit vielen Waveshaping-Optionen, das markante Steiner-Parker-Filter und den „Brute Factor“, eine Art Filter Overdrive. Bei der Neuauflage kam ein zweiter Oszillator hinzu, zudem bietet der „neue“ MiniBrute extrem vielseitige Modulationen durch das semi-modulare Patchfeld. Auch mit Modularsystemen spielt er daher perfekt zusammen. Ebenfalls an Bord ist ein Step-Sequenzer. Was der MiniBrute 2 nach wie vor nicht bietet, sind Speicherplätze. Dafür ist er durch und durch analog, klingt toll und hat klanglich einiges mehr zu bieten als sein Vorgänger. Tastaturmuffel können alternativ zum MiniBrute 2S greifen, der statt der Tasten einen integrierten Sequenzer mit mehr Funktionen bietet.

 

 

Arturia Minibrute 2 Produktseite auf thomann.de
Arturia Minibrute 2S    Produktseite auf thomann.de

MFB Dominion Club

Der MFB Dominion Club ist eine leicht abgewandelte Desktop-Variante des Dominion 1, der in unserem Test hervorragend abschnitt. Er kombiniert zwei analoge VCOs mit einem digitalen Oszillator und einem 24dB-Morph-Filter. Das bedeutet ein breites Klangspektrum, das sich in allen aktuellen elektronischen Genres wohl fühlt. Hinzu kommen gleich zwei Sub-Oszillatoren; für fette Bässe ist also gesorgt. Der Step-Sequenzer des Dominion Club kann Reglerbewegungen aufzeichnen. Im Preisbereich um die 500 Euro ist der Berliner Synthesizer eine echte Empfehlung.

MFB Dominion Club    Produktseite auf thomann.de

Roland SH-01a

Der Roland SH-01a ist die kompakte Wiedergeburt des analogen Klassikers SH-101, der seinerseits schon ein sehr beliebter Bass-Synthesizer war und ist. Die moderne Version arbeitet mit Rolands virtuell-analoger ACB-Technik. Im Unterschied zum Original lässt sich der SH-01a bei Bedarf 4-stimmig polyphon spielen, wobei das beim Einsatz als Bass-Synthesizer kaum gebraucht wird. Der integrierte Sequenzer bietet 64 Patterns und kann per MIDI oder über einen analogen Trigger-Eingang synchronisiert werden. Auch die 64 Speicherplätze hat der SH-01a dem analogen Vorbild voraus. Als kompakter Synthesizer der Boutique-Serie passt der in drei Farben erhältliche SH-01a in den Rucksack und ist eine Bereicherung für jedes Live Set.

Roland SH-01a    Produktseite auf thomann.de

Cyclone Analogic TT-303 Bass Bot V2

Die französische 303-Kopie Cyclone Analogic TT-303 Bass Bot V2 steht in dieser Liste stellvertretend für eine ganze Palette an Klonen. Die erste Version sah noch originaler aus; man munkelt, dass Cyclone Analogic Post von Rolands Anwalt bekommen haben könnte, als die Japaner auf die Idee kamen, mit der TB-03 selbst in das Rennen einzusteigen. Das neue Aussehen ändert aber nichts daran, dass der TT-303 Bass Bot eine sehr empfehlenswerte Alternative für 303-Fans ist. Er bietet mehr Klangvariationen als das Original und auch als Rolands eigener Klon. Hinzu kommt ein leichter zu bedienender Sequenzer mit vielen Performance-Funktionen.

Cyclone Analogic TT-303 Bass Bot V2    Produktseite auf thomann.de

Korg Volca Nubass

Ein Volca darf hier natürlich nicht fehlen. Schließlich eroberten die kleinen, unkomplizierten Schachteln unsere Studios und Live-Setups im Sturm. Mit dem Volca Nubass kündigte Korg vor Kurzem einen Bass-Synthesizer an, der ganz dem Thema Röhrensound gewidmet ist. Der Oszillator basiert auf Korgs neuer Nutube-Röhre. Hinzu kommen ein Sub-Oszillator, ein Ladder-Filter und ein Röhren-Overdrive. Natürlich ist auch der bekannte Volca-Sequenzer mit Motion Sequencing mit an Bord. Etwas traditioneller geht es beim älteren Bruder Volca Bass zu, der ebenfalls nach wie vor eine Empfehlung ist.

Korg Volca Nubass    Produktseite auf thomann.de
Korg Volca Bass Produktseite auf thomann.de

Die besten Desktop-Bass-Synthesizer

Unsere Empfehlungen: Bass-Synthesizer mit Tischgehäuse

Moog Minitaur

Der Moog Minitaur mag klein und unscheinbar sein, aber dank seiner Taurus-Gene stecken in ihm super-fette Analogbässe. Obwohl er schon einige Jahre auf dem Markt ist, kann dem Minitaur in Sachen Druck kaum ein anderer Synth das Wasser reichen. Seine Klangerzeugung ist schnörkellos. Der Minitaur hat zwei VCOs mit Sägezahn- und Pulsschwingungen, die seit dem Firmware-Update 2.2 auch Sync beherrschen. Dazu gibt es das resonanzfähige Taurus-Filter, zwei Envelopes und einen LFO. Mit einer umfangreichen MIDI-Implementation lässt sich der Minitaur problemlos in alle Studios integrieren. Kürzlich erschien mit dem Moog Sirin eine limitierte Neuauflage, die auch für Lead-Sounds ausgelegt ist. Da der Sirin aber stark limitiert ist, hält in dieser Liste sein älterer Bruder Minitaur die Taurus-Fahne hoch.

Behringer Model D

Es kam einer Sensation gleich: Ein waschechter Minimoog-Klon, und das zu einem Zehntel des Preises von Moogs eigener Neuauflage. Man mag von Behringers schamlosen Kopien halten, was man will – am Behringer Model D kommt man nur schwer vorbei. Der Model D klingt gut, kostet unverschämt wenig und bringt zusätzlich einige Patchbuchsen mit, durch die man in den Signalfluss eingreifen und den Synthesizer auch in ein Modularsystem integrieren kann. Fette Minimoog-Sounds mit drei Oszillatoren und Ladder-Filter gibt es zu diesem Preis sonst nirgendwo.

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Schlusswort

Ich hoffe, dass dir die oben stehende Liste einen guten Startpunkt bei der Suche nach einem Bass-Synthesizer bietet. Wie ich bereits angedeutet hatte, hört die Liste hier aber natürlich nicht auf. Es gibt noch viel mehr Synthesizer in allen Preisbereichen, die alle tolle Bässe erzeugen können und ganz verschiedene klangliche Möglichkeiten bieten. Daher steht am Ende, wie so oft, die Empfehlung, möglichst viele Instrumente selbst auszuprobieren. 

Schließlich geht es darum, dass du einen Synthesizer findest, der perfekt zu deinem ganz persönlichen Geschmack und deiner Arbeitsweise passt. Da kann eine solche Liste natürlich nur ein Anhaltspunkt sein. Fest steht aber: Die oben stehenden Synthesizer haben sich allesamt bewährt, wenn es um fette Bässe geht. 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Veröffentlicht am 12.07.2019

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