Workshop_Folge Workshop_Thema Gitarre
Feature
1
30.10.2019

Die 5 besten All-in-one Multieffektgeräte für Gitarre

20 Multieffekte, Effektprozessoren und All-in-one-Lösungen aus vier Kategorien

Die besten Multieffekt-Prozessoren im Test

Die Auswahl an Sound- und Effektprozessoren für Gitarre ist in den letzten Jahren nahezu ins Unermessliche gewachsen. Musste man in den 80er Jahren noch ein Vermögen für gut klingende digitale Effekte ausgeben, so steht uns Gitarristen mittlerweile eine breite Palette von Anbietern gegenüber, die für jede Geldbeutelgröße und Klangvorstellung das Passende parat haben. Aber das wachsende Angebot macht die Wahl des korrekten All-in-one Multieffektgerätes nicht unbedingt leichter. Ein Grund, warum wir heute etwas Licht in das Gear-Dickicht bringen möchten.

Der Übersicht halber habe ich die unten aufgeführten Multieffektgeräte und Komplettlösungen in vier Kategorien unterteilt. Zum einen die Effektprozessoren mit integriertem Preamp und Speakersimulation aus der Hi-End-Abteilung und die gleiche Kategorie in der mittleren Preislage, und zum zweiten die reinen Effektprozessoren, die häufig programmierbar sind, und last, but not least die halb-analogen Multieffekt-Fußleisten, die auch bequem ins Handgepäck passen:

a) Effektprozessoren mit integriertem Preamp und Speakersimulation (Hi-End)

In dieser Zusammenstellung findet ihr Amp/Effekt-Kombigeräte, die eher im höheren Preissegment angesiedelt sind und sicherlich die qualitative Speerspitze der All-in-one Geräte darstellt. Das liegt zum einen an hochwertigen Prozessoren, intelligent programmierten Algorithmen und auch am Einsatz von Speakersimulationen auf Impulsantwortbasis.

1. Kemper Profiling Amplifier

Der Kemper Profiler ist primär auf das authentische Abbilden von geprofilten Amps ausgelegt und erlaubt auch selbst Profile zu erstellen, wobei auch die Effektsektion einiges anzubieten hat. Der Kemper ist in diversen Ausführungen, mit oder ohne Endstufe, erhältlich:

Mittlerweile ist auch eine Floorboardvariante mit prinzipiell identischem Prozessor erhältlich:

2. Axe Fx III/FM3

Mindestens auf Augenhöhe bewegt sich das AxeFX III bzw. mit dem FM3 (Erscheinungsdatum ist noch nicht bekannt), die abgespeckte Floorboard-Variante von Fractal Audio. Hier wird der Amp grundlegend digital dargestellt und eine sehr üppige Effektsektion inklusive Impulse Response (IR)-Slots erwartet den User:

3. Line 6 Helix

Das Line 6 Helix schlägt in eine ähnliche Kerbe wie der Kemper Stage, d. h., es liefert digitale Amps, IRs und eine große Effektsektion:

Line 6 Helix LT

Wesentlich günstiger als das Standard Helix ist die LT-Variante, die zwar ein paar kleine Einschränkungen gegenüber dem Flaggschiff hat, aber bezüglich der Soundqualität identisch ist:

4. Headrush

Dem Helix nicht unähnlich, aber mit Touchdisplay ist das Headrush Pedal:

Auch hier bietet das Headrush Gigboard eine kleinere und kostengünstige Alternative:

5. Boss GT 1000

Der jüngste Zugang im Hause Boss besitzt eine sehr hochwertige DSP Engine und ist dadurch auch preislich höher angesiedelt als die Vorgängermodelle. Die restlichen Ingredienzien entsprechen dem aktuellen Modeller-State of the Art mit üppigen Amps, Effekten und Speaker-Simulationen.

b) Effektprozessoren mit integriertem Preamp und Speakersimulation (mittlere Preislage)

Auch im mittleren Preissegment findet man sehr gute und professionell einsetzbare Produkte. Hier leitet sich der niedrigere Preis meist aus der Rechenleistung der Prozessoren, der Herstellung in Fernost und der Bauteilequalität ab. Seltener wird mittlerweile dadurch gespart, dass Filter anstelle von Impulsantworten die Frequenzkorrektur der Speakersimulation übernehmen.

1. Hotone Ampero

Der Hotone Ampero besitzt nahezu alle Funktionen, über die auch die Platzhirsche verfügen, wie diverse Ampmodelle, Effekte und eine Speakersimulation auf IR-Basis, die sogar selbst bestückt werden kann. Zwei Pedale für Preset-Wechsel und ein Expressionpedal machen ihn auch live einsetzbar.

2. Line 6 Helix HX Stomp

Hier erhält der User die Klangqualität der Helix-Modelle, allerdings auf sehr engem Raum. Abstriche müssen aber lediglich in der Bedienung, nicht im Klang gemacht werden.

3. Zoom G3Xn

Das G3Xn fällt in eine ähnliche Kategorie wie das Boss GT-1 und erlaubt einiges an Effekten und Amps. Zoom bietet mit dem G5n eine etwas üppigere Variante und mit dem G3n einen baugleichen Prozessor, allerdings ohne Expressionpedal.

Test

4. Boss GT-100

Auch wenn das GT-100 mit dem Release-Datum 2012 schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist es immer noch die bevorzugte zentrale Effekt- und Switching-Station auf vielen Floorboards. Auch hier ist flexibles Effektrouting, 4-Kabel-Methode und sogar Channel Switching des Amps möglich.

5. Mooer GE Serie

Als Update zum GE200 wartete Mooer jüngst mit dem GE300 auf. Auch hier erhält man das komplette Paket an Amps und Effekten sowie Fußschaltern, Expressionpedal und leicht zu bedienenden Editoren zum kleinen Preis.

Test

Eine leicht reduzierte und günstigere Version findet sich im GE150:

c) Reine Multieffektprozessoren

Diese Kategorie findet man häufig auf Pedalboards als Ergänzung zu analogen Tretminen. So schafft man sich mit dem Besten aus der digitalen und analogen Welt eine pragmatische und sehr flexiblen Einheit.

1. TC Electronic Nova System

Das Nova System bietet als klassisches "Vorschaltgerät" alle erdenklichen Effekte und analoge Verzerrer. 

2. Eventide H9

Das Eventide H9 ist ein Multieffektgerät höchster Güte, das prinzipiell mit verschiedenen käuflichen Effektalgorithmen gefüttert werden kann. Erhältlich sind drei Ausbaustufen: die nahezu leere Core-Version, die Harmonizer-Funktion mit einer speziellen Algorithmus-Auswahl und die voll ausgestattete Max-Version.

3. Line 6 Helix HX Effects

Das HX Effects bietet die Effektsektion des Helix Floorboards, allerdings abzüglich der Ampsektion. Alle Verzerrermodelle sowie der Cabinet-Block sind jedoch ebenfalls enthalten. Zwei programmierbare Einschleifwege qualifizieren das Pedal darüber hinaus auch als Schaltzentrale für Pedalboards.

4. Boss MS-3

Das MS-3 vereint Multieffekt mit einer Looper/Switcher-Option, die drei Bodentreter einschleifen lässt, und bietet somit einen idealen digitalen Sparringspartner für das ansonsten analoge Board:

5. Fractal Audio FX 8 MK II

Das FX8 ist speziell für die 4-Kabelanwendung in Kombination mit einem Amp ausgelegt. Es bietet analoge Relaisschaltung, Unity Gain und eine unerschöpfliche Auswahl an Effekten und Verzerrermodellen:

d) Halbanaloge Multieffektboards

In dieser Kategorie finden wir Effektboards, die meist sehr handlich sind und analoge Verzerrer mit zwei bis drei digitalen Effekten kombinieren. Damit eignen sie sich als All-in-one Lösung für das Handgepäck oder als To-Go Variante für das Gigbag.

 

 

1. Valeton Dapper

Der Dapper ist in den Ausführungen Standard, Mini und Dark erhältlich. In der Standardversion erhält man zwei Verzerrer, ein tapbares Delay und ein Stimmgerät:

2. Mooer Red Truck

Etwas üppiger ist der Mooer Red Truck ausgestattet, denn hier erhält der Kunde obendrein noch ein Reverb- und Modulationsmodul.

3. Carl Martin Quattro

Das Quattro bietet einen zweikanaligen Verzerrer, Kompressor, Chorus und Tap-Delay. Dabei ist es mit sechs Fußschaltern sehr großzügig bestückt.

4. TRex Soulmate

Auch das Soulmate bietet alle Brot-und-Butter-Effekte, ist allerdings hinsichtlich der Pedalkombinationen speicherbar (ohne Settings) und einen Einschleifweg gibt es auch:

5. Tech 21 Fly Rig 5

Das Fly Rig ist in diversen Ausführungen erhältlich, unter anderem in einer Ritchie-Kotzen-Signature-Variante. Prinzipiell vereint das Pedal einen Verzerrer, einen Preamp mit Speakersimulation und ein Delaypedal in einer Einheit:

Tech 21 Fly Rig PL1 Paul Landers Signature

Ein Neuzugang der Serie ist das Paul Landers Signature Pedal:

Veröffentlicht am 30.10.2019

Verwandte Artikel

User Kommentare

Zum Seitenanfang
ZUR STANDARD WEB-ANSICHT X