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03.10.2018

Die besten Freeware Synthesizer

kostenlose Synth-Plugins und Instrumente

Was sind die besten Klangerzeuger für Mac und PC?

Es gibt jede Menge kostenlose Synthesizer-Plug-ins für deinen Rechner und inzwischen klingen viele auch richtig gut. Schnell ist der Plug-in-Ordner aber voll mit Synths, die man dann letztlich doch nicht benutzt, weil ihnen das gewisse Etwas fehlt. Wir haben euch 12 wirklich hochwertige Software Synthesizer rausgesucht, die ihr auf alle Fälle ausprobieren solltest. 

Welches die besten sind, darüber kann man gerne diskutieren und jeder darf auch eine andere Meinung haben. Es gibt jedoch einige Plug-ins, die aus der Masse herausstechen und deshalb auf keinem Musikrechner fehlen sollten – zumal sie alle kostenlos für Mac und Windows zu haben sind, die meisten sogar in 64 Bit! So werdet ihr beim Lesen auf ein Plug-in nicht erst heiße gemacht und beim Klick auf den Download hinterher enttäuscht. 

Noch mehr Freeware Synthesizer für Mac und PC findest auch in unserem großen Special.

1. Matt Tytel Helm

Schick, übersichtlich und modern sieht Helm von Matt Tytel auf den ersten Blick aus. Das GUI ist groß, aufgeräumt und in einem professionell anmutenden Dunkelgrau gehalten. Und hey: Hat eigentlich irgendein Linux-User diese Liste bis hierhin gelesen? Das ist dein Synth, denn es gibt ihn eben nicht nur für OS X und Windows! Helm ist mit allem ausgestattet, was ein polyphoner, subtraktiver VA-Synth so braucht: 2 Osillatoren, ein Sub-OSC und ein Noise-OSC – alles über einen Mixer regelbar. 3 Hüllkurven, die über Schieberegler eingestellt, aber als klassische Kurve angezeigt werden, 3 LFOs, Step-Sequencer und Arpeggiator sowie Stutter- und Formant-Effekt plus die Klassiker Delay, Reverb und Distortion. Das alles sorgt dafür, dass Helm nicht nur schick aussieht, sondern auch hervorragend klingt. Alleine die mitgelieferten Presets zeigen eine riesige Bandbreite, die Lust darauf macht, selbst mit dem Sounddesign loszulegen. Helm befindet sich zwar noch in der Beta-Phase, ist aber bereits sehr ausgereift und komplett einsatzbereit als Plug-in oder Standalone-Version. Andere bringen sowas als Version 2.0 ... Unbedingt ausprobieren, auch wenn Helm regelmäßig um eine Spende bittet. Die ist nicht nötig, aber bei diesem Synth auch nicht verkehrt!

Das Plug-in kannst du unter diesem Link herunterladen.

2. PG-8X

Der PG-8X von Martin Lüders ist eine exzellente Emulation des Roland JX-8P Analogsynthesizers. Viel mehr muss man dann auch gar nicht dazu sagen, denn das Plug-in trifft beim Sound genau ins Schwarze und klingt für meine Ohren "analoger" als die meisten Software Synths. Das Interface ist optisch ein Genuss und leicht zu bedienen. Soeben ist die Version 2.0 erschienen, in der der PG-8X 12-stimmig polyphon ist. Auch gut: JX-8P Patches lassen sich als SysEx-Daten im- und exportieren. Unbedingt zu empfehlen! Einziger Wehrmutstropfen: Bislang gibt es noch keine AU-Version. Aber das kann sich ja noch ändern!

Das Plug-in kannst du unter diesem Link herunterladen.

3. Datsounds OB-Xd

Sieht aus wie ein Oberheim, fühlt sich an wie einer und klingt auch so! Was will man von einer Freeware-Emulation mehr? Eigentlich nichts, denn wie ich ja immer mal wieder betone, gehört meiner Meinung nach zumindest ein Oberheim-Synth ins elektronische Studio – und sei es „nur“ die Freeware-Nachbildung der Klassiker OB-X, OB-Xa und OB-8. Die Oberheim-Synths waren ja schon immer schön aufgeräumt, was auch für das Freeware-Plug-in gilt. Hier und da wurde das Vorbild auch verbessert – oder sagen wir zumindest verändert.  Ein stufenlos überblendbares Multimode-Filter (HP-Notch(BP)-HP im 12dB-Modus und 4-1.Pole im 24dB-Modusmode) gab’s beim Original zum Beispiel noch nicht. Der Klangcharakter der Oberheim-Synths ist ziemlich gut getroffen, was ausreicht, um in fertigen Mixes ausschließlich positiv aufzufallen. Breite, fette Pads und andere virtuell-analoge Sounds sind hier ohne Probleme möglich. Und nur falls jemand fragt: Ja, es gibt auch einen Sound namens „Jump“ in der Brass-Sektion... Sollte OB-Xd bei euch anders aussehen als der im Screenshot, klickt mal mit der rechten Maustaste auf das GUI. Hier stehen nicht nur 10 verschiedene Skins zur Auswahl, sondern so kommt man auch an die 21 mitgelieferten Sound-Bänke!

Das Plug-in kannst du unter diesem Link herunterladen.

4. Digital Suburban Dexed

Ein FM-Synthesizer als Freeware! So mancher fürchtet sich regelrecht vor dieser Syntheseform, ist sie doch eigentlich als „unbedienbar“ verschrien. Im Handbuch zum FM-Synthesizer Yamaha TX81Z steht dann auch unter dem Punkt „Erlernen der FM-Synthese“: „Das Programmieren einer Instrumentenstimme von Grund auf ist ziemlich zeitraubend, da fast alle (oder alle) 92 Parameter, die eine Einzelstimme ausmachen, eingegeben werden müssen.“ „Mal eben schnell ...“ ist nicht drin, und Dexed zeigt ziemlich gut, warum das so ist. Jeder der 6 Operatoren hat alleine schon 21 veränderbare Parameter. Dazu kommt ein leicht unscharfes GUI, das zum Glück aber aufgeräumt ist und alle Parameter auch auf einmal anzeigt. Dexed hat aber seinen Platz in dieser Liste trotzdem sicher. Denn es ist mit diesem Freeware-Plug-in möglich, alles in Echtzeit zu verändern und selbstverständlich auch zu automatisieren. Die Auflösung der Engine kann von Mark I bis zu Modern (24-bit) eingestellt werden, was beim Einladen von alten DX-7-Sounds für mehr Authentizität sorgt, ohne dass Dexed immer nach dem FM-Klassiker klingen muss. Programme können auch, wenn es denn wirklich unbedingt sein muss, zu einem Hardware-DX7 gesendet werden. Und 33 „Cartridges“, also Sound-Bänke im syx-Format, werden auch mitgeliefert. Es gibt übrigens eine Verwandtschaft mit dem OBX-d, denn der diente als Basis für das Filter. Wer sich in der FM-Synthese ohne finanziellen Aufwand mal richtig austoben will, findet hier das passende Freeware-Plug-in. Und klanglich gefällt mir Dexed auch sehr gut!

Das Plug-in kannst du unter diesem Link herunterladen.

5. Cwitec Music Software TX16Wx

Hat jemand Bock auf die Emulation eines Spätachtziger-12-Bit-Samplers? Wer sich auch nur ein bisschen mit Sampler-Historie auskennt, sieht direkt am Namen, dass es sich bei diesem Freeware-Plug-in um eine Nachbildung des Yamaha TX16W aus dem Jahr 1988 handelt. Auch die alten Factory-Disks und Sounds, die man im Netz ohne Probleme findet, können über den File-Browser eingeladen werden. Dazu versteht TX16Wx jede Menge unterschiedliche Sound-Formate. Auch selber sampeln ist möglich, sofern die Host-DAW Routing ins Plug-in unterstützt. Selbstverständlich gibt es Multi-Outs und 128-stimmige Polyphonie. Das GUI ist ein bisschen klein geraten, doch das tut dem Spaß keinen Abbruch. Wer ein bisschen Nostalgie-Feeling beim Sampeln haben möchte, ist hier sehr gut aufgehoben. Einen großen Funktionsumfang gibt’s oben drauf. Und wenn du den noch erweitern willst, kannst du dir die eine Lizenz für die Pro-Version zulegen, die ist aber nicht Pflicht. Das fühlt sich wirklich ein bisschen an wie in den späten 80ern – und das war ja die große Zeit des Samplings.

Das Plug-in kannst du unter diesem Link herunterladen.

6. U-He Podolski

Ja, der Synthesizer hieß schon immer so wie der Kölner Fußballprinz. Und er wurde seit 2005 auch jahrelang als Beilage eines damals bedeutenden Magazins aus Köln vertrieben, dessen Gründer wohl nicht ganz zufällig großer Fan des 1. FC Köln ist. Somit dürfte die Namens-gebung erklärt sein und wir kommen jetzt zu dem Synth selbst. Der ist inzwischen nach einer Generalüberholung durch Urs Heckmann zusammen mit einer neuen Soundbank von Howard Scarr Freeware und kann auf der Webseite von U-He kostenlos geladen werden. Eigentlich handelt es sich bei Podolski um eine abgespeckte Version von FilterscapeVA mit nur einem virtuell-analogen Oszillator. Dieser Sägezahn-Oszillator kann durch PWM alle möglichen Schwingungsformen erzeugen, wodurch eine riesige Sound-Bandbreite entsteht. Zur Ausstattung gehören ferner ein Arpeggiator sowie ein Delay und ein Chorus/Flanger. Podolski klingt sehr eigenständig und überhaupt nicht nach irgendeiner Hardware-Emulation. Ich benutze ihn wirklich andauernd.

Das Plug-in kannst du unter diesem Link herunterladen.

Der „Krachmacher“ erinnert ein bisschen an einen alten Roland SH-1 mit Moog-Reglern und ein bisschen Farbe dazu. Aber der bis zu 6-stimmig polyphone Noize Maker von Togu Audio Line hat so einiges auf dem Kasten: 2 Oszillatoren, Sub-Oscillator, 2 LFOs, Filter mit 11 Varianten, Ringmodulator, diverse Effekte inklusive Reverb, Delay und Bitcrusher ... und falls man sich mal in den Parametern verliert, gibt’s auch einen Panic-Knopf! Doch das Beste an dieser verbesserten Version des TAL Elek7tro ist der Sound! Wer nur durch die ersten Factory-Presets steppt, die allesamt monophon sind, bekommt zwar den mächtigen virtuell-analogen Druck dieses kleinen Monsters mit, aber dennoch nicht mal die Hälfte der tatsächlich vorhandenen Möglichkeiten. Dabei lädt der Noize Maker ein, selbst Hand anzulegen. Um kein optisches Chaos anzurichten, kann man dabei im GUI immer nur zwei der vier Sektion auf einmal aufrufen. Das ist manchmal ein bisschen vertrackt, da man einige Parameter gerade nicht sieht, aber immer noch besser, als alle Parameter auf einem Bildschirm darzustellen, was keineswegs besser sein muss (siehe Dexed). Noize Maker hat sich längst etabliert und darf ein keiner Synthesizer-Plug-in-Sammlung fehlen!

Das Plug-in kannst du unter diesem Link herunterladen.

8. Braincontrol Tunefish4

Tunefish4 schwimmt nicht in Öl und kommt auch nicht in der Dose. Vielmehr handelt es sich bei diesem virtuell-analogen Freeware-Synth um einen sehr gut klingenden Vertreter seiner Art mit vielen Effekten und einem sehr aufgeräumten GUI. Mit den vier voneinander getrennten und auch in allen Kombinationen zuschaltbaren Filtern (Lowpass, Highpass, Bandpass und Notch) lässt sich schon alleine einiges anstellen. Zwei LFOs, zwei Hüllkurven sowie jede Menge stackbare Effekte, inklusive Formant-Sektion,  und eine Modulationsmatrix machen diese polyphone Freeware (bis zu 16 Stimmen) zu einem vielseitigen Synth, der gute Chancen auf einen Dauereinsatz im Setup hat. Die klangliche Bandbreite wird dabei sehr schön von den mitgelieferten Presets demonstriert. Vom Hands-up-Sägezahnsound über breite Streicher und fette Bässe bis zu wunderbar elektronischen Drums ist hier alles vorhanden. Und Platz für eigene Sounds ist noch reichlich vorhanden. Eine Installation lohnt sich auf alle Fälle!

Das Plug-in kannst du unter diesem Link herunterladen.

9. Futucraft Kairatune

Kairatune erinnert mich in seiner Farbgebung irgendwie an den Film „Ghost in the Shell“ – und zwar die Anime-Version von 1995, nicht diese neumodische Realverfilmung.  Was aussieht wie ein Yamaha-Gerät mit ein paar Watt zu viel auf den Lämpchen, entpuppt sich schnell als druckvoller Synth zur Produktion elektronischer (Tanz-)Musik. Hersteller Futucraft schreibt selbst, dass Kairatune kein „All-in-one“-Synth sein will, und damit hat er absolut recht. Monophon, kraftvoll und mit einem Master-Level-Regler, der bis +24 dB geht: Damit bekommt man fast jeden Studiomonitor gesprengt. Der Freeware-Synth verbraucht für meinen Geschmack ein bisschen zu viel CPU, doch er will ja auch nicht auf allen Spuren eingesetzt werden. Für schneidende Leads, böse Bässe und elektronische Bleeps ist er aber genau der richtige Klangerzeuger.

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10. Green Oak Software Crystal

„Hoffentlich gibt’s den auch in 64 Bit!“, war mein erster Gedanke, als ich  beim Zusammenstellen dieser Hitliste auf Crystal von Green Oak Software stieß. Bei mir lief der in letzter Zeit nämlich mit einem 32-Bit-Wrapper, da ich gar nicht nach einem Update geguckt hatte. Doch siehe da: Das GUI ist zwar gefühlte 25 Jahre alt und die Entwickler haben sich offensichtlich in letzter Zeit lieber der iOS-Version von Crystal gewidmet, aber trotzdem läuft dieser Freeware-Klassiker auch auf aktuellen Rechnern – und auch bei mir jetzt mit 64 Bit. Crystal ist ein semi-modularer Software-Synthesizer mit subtraktiver und FM-Synthese. Besonders seine riesige Modulationssektion mit über 90 Parametern macht die Freeware mit den drei Oszillatoren dank der großen Klangvielfalt auch heute noch zur Pflichtinstallation. Außerdem gibt’s Wave-Sequencing, Granularsynthese, Programm-Morphing und Soundfont-Import. Okay, letzteres ist wirklich nicht mehr Neuzeit, aber solange es funktioniert, muss es das ja auch nicht sein. Sehr gelungen ist auch die Breeding-Funktion, bei der man aus zwei vorhandenen Klängen einen neuen Sound inklusive vorgewählter Mutation erstellen kann. Crystal darf in keiner Software-Synth-Sammlung fehlen, egal ob gekauft oder Freeware.

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11. U-He Zebralette

Und noch eine Freeware von U-He. Zebralette ist eigentlich ein Teaser-Tool und gedacht, Leute von den Vorzügen des Software-Supersynths Zebra 2 zu überzeugen. Im Netz geistert gelegentlich die Meinung rum, Zebralette wäre keine Freeware mehr. Stimmt aber nicht, die kleine Zebra-Schwester befindet sich im frei von der U-He-Seite downloadbaren Zebra-Paket und läuft nach der Installation ohne Einschränkungen. OK, Zebralette hat nur einen Zebra2-Oszillator. Doch der ist schon alleine so fett, dass die Freeware auch als Kauf-Plug-in durchgehen könnte. Zwei LFOs, eine Multistage-Hüllkurve, integrierte Effekte (Chorus, Phorus, Phaser, mehrere Delay-Varianten und ein EQ) sowie die von Zebra2 übernommenen Dual-Spectral-Effekte machen nicht nur Lust darauf, die große Zebra-Variante zu erwerben, sondern sorgen auch so für mehr als nur ein Aha-Erlebnis. Für mich eine Pflichtinstallation im Freeware-Bereich.

Das Plug-in kannst du unter diesem Link herunterladen.

12. TAL NOIzE M4K3R

Der „Krachmacher“ erinnert ein bisschen an einen alten Roland SH-1 mit Moog-Reglern und ein bisschen Farbe dazu. Aber der bis zu 6-stimmig polyphone Noize Maker von Togu Audio Line hat so einiges auf dem Kasten: 2 Oszillatoren, Sub-Oscillator, 2 LFOs, Filter mit 11 Varianten, Ringmodulator, diverse Effekte inklusive Reverb, Delay und Bitcrusher ... und falls man sich mal in den Parametern verliert, gibt’s auch einen Panic-Knopf! Doch das Beste an dieser verbesserten Version des TAL Elek7tro ist der Sound! Wer nur durch die ersten Factory-Presets steppt, die allesamt monophon sind, bekommt zwar den mächtigen virtuell-analogen Druck dieses kleinen Monsters mit, aber dennoch nicht mal die Hälfte der tatsächlich vorhandenen Möglichkeiten. Dabei lädt der Noize Maker ein, selbst Hand anzulegen. Um kein optisches Chaos anzurichten, kann man dabei im GUI immer nur zwei der vier Sektion auf einmal aufrufen. Das ist manchmal ein bisschen vertrackt, da man einige Parameter gerade nicht sieht, aber immer noch besser, als alle Parameter auf einem Bildschirm darzustellen, was keineswegs besser sein muss (siehe Dexed). Noize Maker hat sich längst etabliert und darf ein keiner Synthesizer-Plug-in-Sammlung fehlen!

Das Plug-in kannst du unter diesem Link herunterladen.

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