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21.03.2019

Die besten Bass Riffs in Tabs und Noten – TOTO (David Hungate): „Rosanna“

Legendäre Bass Hit-Riffs zum Nachspielen

Die berühmtesten Bass-Riffs in Noten und Tabs

Unlängst hat euch mein Kollege Thomas Meinlschmidt den Megahit "Africa" des TOTO-Albums "IV"aus dem Jahre 1982 vorgestellt und dabei auch auf den weiteren Erfolgssong dieser Platte hingewiesen: Die Rede ist von "Rosanna", einem Song, dessen 16tel-Shuffle-Drumgroove Musikgeschichte geschrieben hat! Dieser ternäre Schlagzeugbeat ist auch bekannt als "Purdie-Shuffle - benannt nach seinem Erfinder, dem Drummer Bernard Purdie - und besticht durch seine vielen Ghost Notes. Uns soll es hier und heute natürlich um die Basslinie gehen, die tonal zwar nicht wirklich schwer zu spielen ist, doch der berühmte typische Halftime-Shuffle kommt selbstredend auch bei der Basslinie zum Tragen.

Schauen wir uns zunächst noch einmal das Original an - übrigens mit keiner Geringeren als Cynthia Rhodes (der "Penny" aus dem Blockbuster "Dirty Dancing") als Tänzerin:

Vielleicht wundert sich der eine oder andere beim Lesen der Credits des Plattencovers: David Hungate war der damalige Bassist von Toto und hat die gesamte Platte "IV" eingespielt, jedoch sieht man im Video Mike Porcaro am Bass! Der Grund: Hungate hatte vor dem Videodreh die Band für eine Karriere als Sessionmusiker verlassen, und Mike Porcaro durfte seinen Platz einnehmen.

"Rosanna" (TOTO) - Komplette Transkribtion

Hier könnt ihr gleich schon mal einen Blick in die gesamte Transkription werfen:

David Hungate - Meister der Reduktion

David Hungate ist Gründungsmitglied von Toto, arbeitete aber auch schon vor dieser Zeit als Sessionmusiker, zum Beispiel für namhafte Künstler wie Shania Twain, Alice Cooper, Barbara Streisand u.v.a. - der Mann ist also mit allen Wassern gewaschen!

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Hungate ist ein echter "Meister der Reduktion" - und so besticht sein Bass-Arrangement durch vorwiegend kurze prägnante Töne. Auf Deadnotes verzichtet Hungate fast völlig, da dieser perkussive Sound ja bereits von den Ghost Notes des Drummers zur Genüge abgedeckt wird.

Im Vers reduziert David Hungate die Bassfigur abermals, indem er die Zählzeit "4" zumeist freilässt und auf die Zählzeit "2+" das G lange hält. Auf diese Weise schafft er viel Raum für seine Mitmusiker, außerdem kommt mehr Ruhe in den Song, bevor der synkopierte Unisono-Lauf im letzten Takt des Pre-Chorus mit anschließendem 16tel-Offbeat-Kick des eingeschobenen 2/4-Taktes den Zuhörer wachrüttelt.

Im federnd gespielten Pre-Chorus nimmt Hungate gerne auch die geshuffelten 16tel mit in sein Spiel hinein, was einen schönen Fluss erzeugt. Harmonisch auffällig ist der erste Akkord des Refrains, der eine tolle Spannung erzeugt: Es handelt sich um einen sogenannten Slashchord, was bedeutet, dass der eigentliche Akkord Bb-Dur ist, während darunter der Basston C gespielt wird. Dies spricht man "Bb über C" aus.

Das berühmte Slaplick im Refrain von "Rosanna"

Wie es schon mein Kollege Meinlschmidt so wunderbar treffend bezeichnet hat, beschert uns David Hungate auch in diesem TOTO-Hit wieder einen "Alle warten drauf"-Moment, nämlich die geslappte Passage im Refrain!

Auf die Zählzeiten "2" und "3" des jeweils ersten Taktes der viertaktigen Phrase zaubert Hungate ein derart kurzes, aber knackiges Slaplick aus dem Hut, bei dem einem kurz der Atem wegbleibt: Hungate spielt hierbei die ternären 16tel komplett aus, was mit einer 16tel-Triole notiert ist.

Technisch ist das gar nicht so leicht zu spielen, daher übt das Ganze lieber erst sehr langsam, um den Bewegunsablauf mit dem Pull-Off sicher in die Greifhand zu bekommen. Damit sich der Lauf im Mix schön abhebt, darf mit dem Slapdaumen ruhig sehr hart angeschlagen werden!

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"Rosanna" - Variationen im Keyboard-Solo

Nach dem zweiten Refrain im Keyboard-Solo bricht Hungate die Basslinie gegen Ende des Riffs minimal auf, indem er smoothe Übergänge auf der vierten Zählzeit spielt. Dadurch treibt er die Band elegant von unten an und sorgt für eine Steigerung. Gleichzeitig spielt er aber auch nicht zu viel und setzt auch hierbei die Attitüde "weniger ist mehr" genial um.

"Rosanna" - coole Jam-Session im Outro

Im Fade Out des Songs jammt die Band über den G-Moll-Akkord. Dabei gibt es natürlich viel Spielraum für Fills und Variationen. Das ist eine tolle Möglichkeit für den Bassisten, mal wieder die G-Moll-Pentatonik oder auch die G-Bluesskala auszupacken und richtig kreativ zu werden.

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Der Bass-Sound von "Rosanna"

Vermutet wird, dass Hungate bei der Aufnahme einen Fender Precision Bass bearbeitet hat. Ich hatte einen 74er Fender Jazz Bass zur Hand und damit habe ich auch das Audiofile eingespielt. Der Sound klingt überraschend authentisch, so dass jetzt spekuliert werden darf, welcher Bass (Preci oder Jazz Bass) letztlich im Studio zum Einsatz kam. Effekte wurden nicht eingesetzt - der gute Ton kommt ja bekanntlich eh aus den Fingern! ;-)

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Weiterführende Links

Eine etwas neuere Live-Version von "Rosanna" mit dem ebenso grandiosen Nathan East am Bass seht ihr im nachfolgenden Link. Das Arrangement hat die Band dabei - typisch für eine Live-Version - etwas ausladender gestaltet:

Noch ein Tipp: Im Netz findet sich bekanntlich allerhand Sinnvolles - so auch diese Drumspur, zu der es sich fantastisch üben lässt!

Viel Spaß und Erfolg beim Üben und Spielen von "Rosanna" wünscht euer Samy Saemann

Veröffentlicht am 21.03.2019

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