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28.08.2019

Kaufberater: Die besten Zweikanal-Mixer für DJs 2019

Battle- und DVS-Mixer, USB- und Zweikanal-Mischpulte kaufen

Überblick: DJ-Mixer Kauftipps für Profis und Einsteiger

Eine Zeit lang schien es fast so, als würde der Zweikanal-Mixer, mit Ausnahme bei der scratchenden Klientel, ein wenig an Bedeutung verlieren. Neue Clubmixer mit Analog-Design oder Digitalpulte mit immer mehr Funktionen (zum Testmarathon DJ-Mixer) dominierten die Produktankündigungen, zudem erlangten DJ-Controller mit Standalone-Mischpultfunktion und DVS-Interface in den letzten Jahren stetig mehr Beachtung, liefern sie doch „das Beste aus zwei Welten“. Die Top-of-the-Range Modelle rufen hier mittlerweile vierstellige Summen auf.

Jedoch benötigt mancher DJ in Abhängigkeit des Betätigungsfeldes oder Genres mitunter weder vier bis sechs Kanäle und allumfassende Effektsektionen, noch ein USB-Interface nebst DVS-Option oder den mächtigen, konfigurierbaren Über-Crossfader, der Abermillionen tighte Cuts ermöglicht und in Begleitung integrierter MIDI-Controller zum Anfahren von Hotcues, Loops und Samples ins Rampenlicht tritt. Ein anderer möchte aber gerade diese technische „Sonderausstattung“ eventuell nicht missen.

Wir haben für euch im nachfolgenden Artikel einige interessant Modelle von Budget bis Pro aus der Kompaktklasse der DJ-Mixer (zur Historie der wichtigsten Mixer) zusammengestellt, denn es tut sich (wieder) was im Feld der Zweikanäler und Battlemixer.

Preisklasse bis 100 Euro

Numark M101

Besonders Budget-schonend sind die Numark Pulte der M-Serie, die es für gut 100 Euro im Laden zu kaufen gibt. Die Ausstattung ist minimalistisch: zwei Kanäle für Phono- und Line-Zuspieler, Mikrofon- und Kopfhöreranschlüsse sowie das Gain-, EQ- und Fader-Regelwerk. Den M101 (99 Euro) gibt es für „nen Zehner mehr“ sogar mit USB-Interface zum Ein- oder Ausspielen eines Signalwegs des Computers. Die sind gut investiert. Mittlerweile mit schwarzer statt grauer Faceplate ausgeliefert, überzeugte das Gerät im Test auch durch sein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis, den austauschbaren Crossfader und ordentlich klingende Phono-Vorverstärker.

Behringer Nox 101

Noch günstiger ist der Behringer Nox 101 mit seinem robusten Chassis, den vergoldeten Anschlussbuchsen und zusätzlichen Klinkenausgängen. Ordentlich dimensionierte, umschaltbare Pegelanzeigen und Curve-Controls für die Flachbahnregler – der Crossfader ist umkehrbar – gehören hier ebenfalls zu den Ingredienzien. Das Battle-Area liegt frei und es gibt einen Cue-Fader statt Cuemix-Poti.

Im Test attestierte DJ Rick Ski dem Nox „viel Scratch für wenig Geld“ – das hat auch nach 3,5 Jahren Marktpräsenz des Pultes Bestand.

Einen separaten Booth- oder Record-Ausgang lassen sowohl Behringer als auch Numark vermissen, dafür könnt ihr sie ins Rack schrauben. Für Einsteiger, die nicht viel Schnickschnack brauchen, ein kostengünstiger Weg, mit dem Auflegen loszulegen.

Mixars Cut MKII

2016 schatte es der Mixars CUT mit 4,5 Sternen aus dem Bonedo-Test zu gehen. Ein preisgünstiger, qualitativ hochwertiger Battlemixer mit strukturierten Layout und hochwertiger, freiliegende Fader Sektion mit Mini-InnoFadern. Unser Tester war der Meinung: der Cut bereitet Scratching-Nerds und Mix-DJs gleichermaßen Freude. Nun ist die MK2-Ausgabe mit überarbeiteter Technik erhältlich und der Hersteller hat hier den Galileo Kallisto Crossfader verbaut. Kostenpunkt für das Mischpult: 99 Euro.

Preisklasse von 200 bis 500 Euro

Reloop RMX-22i

Reloops digitaler 2 (+1) Kanal Effektmixer RMX-22i wartet mit einer ganz besonderen Eigenschaft auf, dem iPad-Split-Eingang. Dieser bietet die Möglichkeit, das Signal eines iPads, Android-Tablets oder Smartphones via Miniklinkenanschluss und mitgeliefertem Splitterkabel auf zwei separate Mono-Kanäle zu verteilen oder auf einen Stereo-Kanal zu schicken. Der RMX-22i hat aber noch mehr zu bieten, denn neben zwei vollausgestatteten Kanalzügen mit Kill- und Classic-Option für den Dreiband-EQ tritt er mit vier integrierten DSP-Effekten an, die sich via Kanal-Potentiometer justieren lassen: White Noise, Filter, Bit Crush und Gate.

Scratcher dürfte gefallen, dass sich die Flankensteilheit von Line- und Crossfader umschalten lässt. Letztgenannter ist zudem invertierbar und darf gegen einen Innofader getauscht werden. An Schnittstellen zur Außenwelt finden sich hier eingangsseitig je 2x Phono und Line, 1x Aux und 1x Kombo-Mic ein, raus geht’s via XLR (Master), Cinch (Master, Booth) und die beiden Kopfhörerausgänge (Mini/Standardklinke). Weil Reloop hier nicht auf ein spezielles Dock wie Lightning oder USB gesetzt hat, sondern den analogen Signalpfad via Cinch bemüht, lassen sich hier Androiden und Apple-Player gleichermaßen nutzen, sei es als „drittes Deck“, zur Beschallung ohne DJ oder einfach, um Musik auf der Anlage zu hören. Der RMX-22i kostet 269 Euro. Hier geht es zum Test.

Roland DJ-99

Der DJ-99 legt eine wirklich außergewöhnliche Optik an den Tag, denn der Look orientiert sich an der legendären Drum Maschine TR-909. Dazu gibt’s auch gleich die passenden Plattenspieler im Retro-Design. Drums programmieren – wie beim DJ-808 – lassen sich mit dem Pult zwar nicht, doch es hat ein ganz besonderes Schmankerl zu bieten: Für Timecode-User sind an der Rückseite neben den üblichen Phono/Line-Buchsen dedizierte DVS Send/Return Ein- und Ausgänge vorhanden, die sich mit dem externen Audiointerface verbinden lassen, sodass die Umschaltung zwischen Software-Deck, Schallplatte oder CD bequem an der Bedienoberfläche erfolgen kann.

Ausgänge sind im Cinch- und Klinkenformat vorhanden, vorn finden Kopfhörer (hier mit Master/Cue-Switch) und ein Mikrofon Anschluss. Pro Kanalzug steht das übliche Besteck aus Dreiband-EQ nebst Gain-Regler, Preview-Taste und Channelfader zur Verfügung. Rechts haben die Lautstärkeregler für Master und Booth Platz gefunden. Das zentrale LED-Meter zeigt anhand von sechs Lämpchen entweder Master- oder PFL-Pegel an. Scratcher dürften notieren, dass es sich beim stufenlos regelbaren und umkehrbaren Crossfader um einen Mini-Innofader handelt. Auch die Linefader dürfen separat angepasst werden. Ein Pult besonders auch für DJs, die gern sowohl Schallplatten und CDs als auch digitale Tracks im Wechsel „mixen“. Ein weiterer Vorteil: Kommt ein Kollege mit einem DVS-Audiointerface zum Set, kann er sich bequem anstöpseln, derweil es mit Phono und CD weitergeht. Test hier.

Reloop Kut

... ist ein digitaler Zweikanal-Battlemixer für Turntablisten und Scratcher, der mit seinem außergewöhnlichen Retro-Design und modernen Features, darunter eine FX-Sektion und ein 8-In/6-Out USB-Audiointerface, zu beeindrucken weiß. Im Test konnte er zudem mit seiner gelungene Haptik, dem ab Werk verbauten innoFader, Curve-Controls und dem praktischer DVS/USB-Recording-Switch sowie der integrierte Dynamics-Effektsektion punkten.

Allen & Heath Xone 23 und 23:C

... ist ein „Dual-Stereo-Mixer“ mit USB-Audiointerface und Filter. Wer nun über diesen Terminus stolpert, dem sei gesagt, dass die Phono- und Line-Signale, die an einem Kanal anliegen, hier nicht via Drucktaster umgeschaltet, sondern mit eigenständigen Gain-Reglern zugemischt werden. Also auch beide respektive alle vier. Das Mikrofon (XLR) wird oben eingestöpselt und ist mit einer Zweiband-Klangregelung bedacht.

In den beiden Kanalzügen warten Dreiband-EQs auf ihren Einsatz sowie das in der Resonanz und im Cutoff (20 Hz bis 20 kHz) einstellbare, gut klingende Hoch- oder Tiefpassfilter. Selbst eine Effektschleife ist an Bord, die es ermöglicht, beispielsweise ein Mini-Kaoss-Pad oder sonstiges Effektgerät einzusetzen. Dafür stehen an der Rückseite zwei Cinch-Paare bereit. Dort finden sich auch die obligatorischen Phono/Line-Inputs, weiterhin der symmetrische XLR-Master-Ausgang und ein getrennt regelbarer Booth- und Record-Ausgang. Das ist doch was. Ein Schalter legt die Flankensteilheit (Mix, Cut) des Crossfaders fest, der bei Bedarf gegen einen Innofader ausgetauscht werden kann. 

Als besonderes Bonbon und Unterscheidungsmerkmal zum etwas preiswerteren Xone:23 (299 Euro) wartet das C-Modell mit einer X-Link-Schnittstelle zum Anschluss kompatibler XONE-Produkte und einem integrierten USB-Audiointerface auf. Dieses arbeitet mit bis zu 96 kHz und 24 Bit. Kein Problem also, eure Lieblings DJ-Software zu nutzen, es sei denn, sie erfordert ein spezielles DVS-Dongle-Interface. Bei Mixvibes ist das nicht der Fall, das mitgelieferte Mixvibes Cross LE bietet bereits Dual-Deck Timecode-Vinyls-Steuerung (DVS) und erlaubt die Plug&Play-Inbetriebnahme eines Xone:K1-Controllers. Der Xone:23C ist für 429 Euro UVP zu haben und ein ziemlich flexibles Tool. Bonedo-Bewertung: 4,5 Sterne. Zum Test bitte hier entlang.

Pioneer DJM-250MK2

Der Einsteigermixer unter Pioneers DJ-Pulten – namentlich DJM-250 – geht mit redesigntem Look und Layout sowie taufrischen Funktionen an den Start. Die wohl wichtigste Neuerung ist sein DVS-fähiges 24 Bit/48 kHz USB-Interface zur Steuerung von rekordbox Software-Decks über Timecode-Vinyl oder jeder x-beliebigen Software, die kein eigenes Dongle-Interface einfordert.

Außerdem ist das Pult mit Pioneers Magvel Crossfader ausgerüstet, dessen Flankencharakteristik umschaltbar ist, genau wie der Regelweg.Dem Kanalfilter steht nun ein Parameter-Regler für die Resonanz zur Seite. Neben zwei paar Cinch-Eingängen für Plattenspieler und Line-Signalquellen stehen XLR- und Cinch-Outputs zur Verfügung. Auf einen separat regelbaren Booth-Out oder einen Record-Out muss man hier verzichten. Weiterhin wurde die Faderstart-Funktion gestrichen.

Redselige Naturen können auf eine Mikrofonsektion mit Tone-Knopf zugreifen. Ferner ist ein getrennt regelbarer Aux-Kanal mit Line- und USB-Option an Bord. Dieser lässt das Einspeisen eines weiteren Zuspielers oder auch eines Rechnersignals zu. Fürs Protokoll: Der Vorgänger bot statt USB drei Aux-Inputs: 1x Miniklinke, 2x Stereo-Cinch.

Der Verkaufspreis des DJM-250MK2 liegt bei 349 Euro UVP, also etwa 50 Euro mehr als beim Vorgänger. Lizenzen für rekordbox dj und dvs im Gesamtwert von 248 Euro liegen dem Paket bei, was in Kombination mit dem USB-Audiointerface das Preis-Leistungs-Verhältnis zum Vorgänger auf dem Papier schon einmal aufwertet. Unser Test folgt in Kürze und wird dies genauer untersuchen.

Preisklasse von 500 -1000 Euro

Native Instruments Traktor Kontrol Z2

Der 2+2-Kanäler bietet ein Traktor Scratch Pro zertifiziertes, integriertes Audiointerface und einen doppelten USB-Hub zum Anschluss weiterer Peripherie wie X1 oder F1-controller oder einen D2. Eine respektable Anzahl an MIDI-Controllern für Loops, Cues und Effekte ermöglichen, die Software-Features direkt von der Pult-Oberfläche aus zu bedienen.

Zusätzlich zu den beiden Hauptkanälen, die mit Dreiband-Kill-EQs und Filtern aufwarten, lassen sich via Drehregler die Traktor-Decks 3 und 4 zumischen. Curve Controls, Loop-Displays und zwei Kopfhöreranschlüsse sowie professionelle Outputs (XLR, Klinke, Cinch) gehören ebenfalls zur Ausstattung. Genauso wie ein Satz Timecode-Medien und natürlich die Betriebssoftware Traktor Pro 2. Kostenpunkt: 599 Euro.

Wer ein Pult für Traktor Scratch sucht und dazu den Schwerpunkt auf Softwarefunktionen wie FX, Loops und Samples oder Cues legt, ist hier gut bedient. Unser Test.

Pioneer DJM-450

Auch in dieser Preiskategorie hat Pioneer einen Mixer anzubieten, den DJM-450. Für 649 Euro setzt dieses Pult auf Ingredienzien, die man vom Pioneer DJM-900NXS2 Flaggschiff kennt, darunter einen 64-Bit-DSP, eine Handvoll Beat-FX mit Display, vier Color FX mit Parameter-Regelung, eine integrierte rekordbox DVS-fähige USB-Soundkarte und eine USB-Send/Return-Einheit für iOS-Apps. Darüber hinaus bringt der Mischer EQs mit optionalem Isolator-Modus und Pioneers hauseigenen, langlebigen Magvel-Crossfader mit.

Im Test konnte das Pult mit seiner Ausstattung, Verarbeitung, Haptik und Audioqualität überzeugen. Ferner gehören je einer Lizenz für rekordbox dj und das DVS-Plug-in zum Lieferumfang, Wert 248 Euro. Der Verkaufspreis ist nicht ohne, das trifft aber auch auf die Ausstattung zu, insofern ist das Preis-Leistungs-Verhältnis in meinen Augen stimmig. Nähere Details findet ihr hier.

Mixars Duo MK2

Ein weiteres Scratch- und DVS-Pult darf an dieser Stelle nicht fehlen: Mixars Duo wendet sich an Serato DJs und bringt die benötigte Timecode- und Software-Ausstattung gleich mit. Ebenso gehören ein 24-Bit/96-kHz USB-Audiointerface, ein doppeltes USB-Hub und diverse MIDI-Controller zur Navigation in der Musikbibliothek und zum Anfahren von Hotcues, Loops und Samples zum Repertoire.

Was ein amtliches Scratch-Pult sein will, bringt selbstverständlich auch Fader-Controls mit. So lässt sich der Cut-in des Crossfaders justieren und dessen Blendcharakteristik festlegen, zudem ist ein Reverse-Switch vorhanden. Die Flankensteilheit der beiden Channelfader darf separat angepasst werden und auch hier ist die Blendrichtung umkehrbar. Professionelle Anschlüsse runden das Angebot ab. Mixars Duo MK2 schlägt aktuell mit 599 Euro zu Buche.

 

Preisklasse über 1000 Euro

Rane Seventy Two

Der 72er ist mit allen nötigen Stellschrauben ausgerüstet, die man als Scratch-DJ einzufordern gewohnt ist. Die neuen, verschleißfreien „MAG THREE“ Fader für Cross- und Linefader konnten im Test überzeugen, ebenso wie das integrierte Touch-Display mit Wellenformanzeige zur Effektsteuerung und Navigation. Dazu kommen ein Dual-USB-Interface für fliegende DJ-Wechsel und Back2Back-Performances sowie diverse MIDI-Controller und Performance-Pads. Unser Tester ist der Meinung: Mit dem Seventy-Two setzt Rane in Sachen Qualität und Ausstattung eine neue Benchmark. 

Pioneer DJM-S9

Der nächste Kandidat auf der Liste ist der Flaggschiff-Battlemixer von Pioneer: DJM-S9. Mit 1799 Euro UVP angesetzt, besitzt das Pult ein duales, für Serato DJ zertifiziertes USB-Audiointerface, diverse MIDI-Controller und große Performance-Pads, dazu eine stattliche Auswahl an On-Board-Effekten und Pioneers Magvel Pro Fader.

Das übersichtlich strukturierte Layout, die optimale Interaktion von Mixer und Software, seine exzellente Audioqualität und Verarbeitung sowie eine innovative Effektabteilung und nicht zuletzt ein hoher Spaßfaktor sind Gründe, warum der DJM-S9 im Test die vollen 5 Bewertungssterne einheimst. Weitere Details verrät dieser Artikel.

 

Happy Mixing

Euer Peter Westermeier

Veröffentlicht am 28.08.2019

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