Bass Workshop_Folge
Workshop
7
10.07.2015

Die Tricks der Studiobassisten #2: Bossa Bass-Workshop

Crashkurs Bass - Bossa-Basslines online lernen

Nachdem wir in Teil 1 bereits eine ordentliche Reggae-Basslinie abgeliefert haben, möchte unser Produzent mit dem nächsten Song sommerlich bleiben und nun eine Latin-Stilistik mit uns ausprobieren. In Teil 2 dieses Workshops geht es daher um einen Bossa Nova Groove.

Die Akkordfolge ist natürlich dieselbe geblieben, damit es aber auch authentisch nach Bossa klingt, habe ich unsere Standardharmonien C | Am | F | Dm  G | mit den für diese Stilistik typischen Optionstönen erweitert. Dies äußert sich vor allem in der Jazzkadenz (II-V-I) im letzten Takt, da hier nun auch Töne verwendet werden, die normalerweise nicht in C-Dur vorkommen.

Die Akkordfolge lautet mit den Erweiterungen somit folgendermaßen:

| Cmaj7/9 | Am7/9 | Fmaj7 | Dm7b5  G7b9 |

Das Tonmaterial ist bei unserer Bossa-Basslinie ähnlich wie beim Reggae: es werden hauptsächlich der Grundton und die Quint in einer wiederkehrenden Rhythmik gespielt. Die Rhythmik ist dabei wieder entscheidend, damit die Basslinie diesmal als Bossa funktioniert.

Zwei Besonderheiten um es schön jazzig klingen zu lassen, möchte ich bei meiner Basslinie noch mit aufzeigen: einmal die chromatischen Durchgänge und dazu die Fills in den Klammern 1 und 2 mit Tönen des Dominantsept-Arpeggios. Hierbei verwende ich gerne den spannenden Tritonusklang zwischen der großen Terz (Ton H bzw. das englische B) und der kleinen Septim (Ton F) des Akkordes G7.

Diesmal kommen auch Leersaiten zum Einsatz, die uns das Leben im richtigen Moment etwas leichter machen; der Quartdoppelgriff kommt aber natürlich auch wieder zum Einsatz. Auch vermische ich bei dem notierten Groove nun zwei Fingersätze: einmal den Fingersatz im weiten System und dazu den Fingersatz im engen System (Kontrabass-Fingersatz), bei dem der Ganzton oder auch die Quint nach oben mit dem 1. und 4. Finger gegriffen werden, wodurch die Greifhand etwas entlastet wird. Meine Fingersätze sind aber immer nur als Vorschlag zu verstehen. Wenn du also einen Fingersatz findest, der dir besser liegt, kannst du diesen natürlich auch verwenden.

Zur Phrasierung noch Folgendes: die punktierte Viertel auf der Zählzeit 1 spiele ich nicht komplett aus, was dem Groove eine gewisse Leichtigkeit gibt. Auch zu beachten wäre noch das Glissando im Takt 8 und Takt 10, das die Linie etwas geschmeidiger macht.

Beim Sound achte ich darauf, einen etwas weicheren aber trotzdem präsenten Sound einzustellen. Ich spiele daher hier beide Tonabnehmer voll offen und setze einen Mittencut bei 800 und einem Bassboost bei 120 Hz ein. Auf diese Weise lässt sich ein schöner runder Klang realisieren. Die Saiten schlage ich dabei mittig zwischen den Pickups an.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Grooven und Experimentieren!

Euer SAMY

 

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Veröffentlicht am 10.07.2015

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