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30.05.2018

Digital 1 Audio DJ DEX 2 iOS Test

iOS DJ-App

Digital 1 Audio hat ein Generationsupdate für seine iPad-App DJ DEX veröffentlicht. Neben einigen Verbesserungen unter der Haube setzt Version 2 auf ein Redesign der grafischen Benutzeroberfläche. Damit sich der DJ nicht auf das Drücken und Wischen am iPad beschränken muss, unterstützt das Programm auch Mehrkanal-Audiointerfaces und DJ-Controller und erlaubt somit eine professionelleres Auflegen mit echter DJ-Hardware, so man dies in Erwägung ziehen möchte. Wie sich das Handling im Detail darstellt und ob man mit Dex tatsächlich locker aufspielen kann, verrät dieser Artikel.

Details

5 Jahre ist es mittlerweile her, dass die iPad-App DJ DEX in ihrer ersten Fassung bei uns im Test war. Nun kommt Version 2 angerauscht und setzt auf neue Features, Hardware und ein frisches GUI, nicht nur um den wirklich angestaubten Look zeitgemäß aufzuhübschen, sondern auch um einen besseren Workflow zu erzielen.

Wie eingangs erwähnt, kommt DEX für Besitzer der Vorversion kostenlos auf das iPad, Newbies zahlen hingegen – wenn sie schnell entschlossen sind – 4,99 Euro Einführungspreis. Zum Betrieb soll mindestens iOS 10 aufgespielt sein, iOS 11 wird empfohlen. Bei mir war unter iOS 11 das neueste Update erforderlich, damit die iTunes-Bibliothek eingelesen wurde.

Bedienoberfläche

Gleich beim ersten Öffnen kann die Benutzeroberfläche im Vergleich zum Vorgänger erste positive Akzente setzen. Man sieht auf einen Blick, welche grundlegenden Werkzeuge das Programm mitbringt, darunter zwei Decks in Form rotierender Cover-Art-Teller mit übergeordneter Wellenformansicht. Dazu kommen Transport- und Tempokontrollen (Pitch-Bend, Pitchfader und -Anzeige, Reset), der obligatorische Crossfader, Sync und (Crossfader-) Automix sowie eine Ansammlung von Buttons für FX, EQs, Loops und Cues.

Bei Betätigung verdecken deren Bedienelemente (für beide Decks immer gleich) die Jogwheels oder die stattdessen eingeblendeten vertikalen Wellenformen. Schaltet man in das Waveform-Layout, hat man (bei einem 120er-House-Track) etwa 16 Beats im Blick und kann mit der Waveform scratchen, allerdings weder zoomen noch slicen. Die Kreativabteilungen sind – von oben nach unten – schnell erklärt:

FX

FX werden via X/Y-Pads gesteuert, deren Achsen je einer der nachfolgenden Effektalgorithmen zugeordnet werden kann: LP Cutoff, HP Cutoff, Flanger, Echo, Beat Was, Reverb, Bitcrusher, Autopan, Robot Delay oder Tremolo. Die ON/Off-Taste leitet einen Motor-off Effekt ein, allerdings sehr kurz und nicht einstellbar. Hier hätte ich lieber eine Hold-Funktion für die Effekte gesehen.

EQ/Mixer

Gängiges Prozedere beim EQ: drei Bänder für Höhen, Mitten und Bässe, dazu je eine Kill-Taste und der Volume-Regler fürs Deck sowie die Kopfhörertaste. Erstaunlich hier: Betätige ich die Kill-Tasten, erfolgt keine komplette Auslöschung des Bandes, sondern es bleiben Signalanteile zu hören. Sicher ist das durch ein Update korrigierbar.

Loops

Loops dürfen manuell angelegt und verlassen, halbiert und verdoppelt werden. Acht Tasten setzen Autoloops von 1/4 bis 32 Beats. Die Schleifenflanken landen auf dem Taktraster, hier auch bei manuellen Loops, das könnte man durchaus als Option in den Preferences variieren.

Cuepoints

Pro Deck lassen sich sechs Cue-Punkte anlegen. Von Quantisierung aber keine Spur und auch Löschen ist nicht möglich. Zudem werden die Marker in der Wellenübersicht gar nicht angezeigt und auch in der Ausschnittsbetrachtung gibt’s nur kleine dünne orangene Linien. Das geht besser, z.B. mit nummerierten Flags und zuschaltbarer Quantisierung. Manuelles Löschen sollte ohnehin dabei sein. Das macht die Software dann unverständlicherweise automatisch, wenn immer der Track neu geladen wird. 

Pro & Contra

  • ansprechendes Design und Layout
  • unterstützt Controller und Audiointerfaces
  • Automix-Funktion mit Beatsync
  • XY-Pads für die Effekte
  • temporäre Playlist

  • Track-, Playlist- und Cuepoint-Verwaltung
  • Re-Analyse bei Ladevorgang
  • kein Waveform-Zoom
  • keine Quantisierungsoption(en)

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