Bass
Test
7
22.06.2020

Dingwall NG3 Adam "Nolly" Getgood 5-String Test

Fünfsaitiger E-Bass

Eigenständig und erstklassig!

Den Namen Dingwall assoziieren die meisten Tieftöner sicherlich mit Multiscale-Bässen. In der Tat kann Sheldon Dingwall, seines Zeichens Gründer und Chef der kanadischen Bassschmiede, als Pionier auf diesem Gebiet bezeichnet werden. Er suchte bereits Anfang der 90er-Jahre nach einen Weg, die tiefe H-Saite bei Fünfsaitern zu verbessern und stieß auf das patentierte "fanned-fret-system" von Ralph Novak, bei dem jede Saite eine eigene, für die Tonhöhe optimale Mensurlänge aufweist. Dingwall adaptierte das System für seine Bässe und stattet seit 1993 alle Modelle mit dem "Fanned Fret System" aus. Sieben der insgesamt neun Bassmodelle von Dingwall kommen direkt aus dem Shop in Saskatoon/Kanada, während die etwas preisgünstigeren Combustion- und NG-Serien in China gefertigt werden. Für diesen Test haben wir uns einen Dingwall NG3, also das Signature-Modell des Periphery-Bassisten Adam "Nolly" Getgood in der Version mit drei Tonabnehmern, ins Testlabor liefern lassen. Ob sich der Multiscale-Fünfsaiter so komfortabel wie ein normaler Longscale-Bass spielen lässt und was er klanglich zu bieten hat, könnt ihr in diesem Test erfahren.

Details

Die NG-Serie wird zwar in China hergestellt, alle verwendeten Materialien stammen allerdings aus Nordamerika und die Bässe erhalten im kanadischen Shop ein gründliches Setup, bevor sie zum Vertrieb oder zum Kunden geschickt werden. Qualität wird bei Dingwall also groß geschrieben, was man auch an der hochwertigen Gigbag erkennen kann, welche zum Lieferumfang meines Testkandidaten gehört. Die elegante Tasche besitzt einen flexiblen Rahmen, ist dick gepolstert und bietet ausreichend Stauraum für Zubehör wie etwa Noten, Kabel oder ein Stimmgerät.

Noch deutlich mehr Eindruck als die Gigbag macht allerdings ihr Inhalt, denn der hochgezüchtete Signature-Bass sieht mit seinen dynamischen Korpuskonturen und den Fächerbünden schon wirklich scharf aus! Den Rest besorgen die Metallic-Lackierung in Schwarz und ein aufwändiges Pickguard aus Kohlefaser, das Dingwall ausschließlich bei den NG-Bässen installiert.

Bei der Holzauswahl geht Dingwall eher traditionelle Wege und verwendet bewährte Hölzer: Der Korpus besteht als Erle und für den aufgeschraubten fünfteiligen Hals und das Griffbrett kommt hartes Ahornholz zum Einsatz. Die kompakte Kopfplatte des NG3 ist nicht abgewinkelt, weshalb Dingwall einen breiten Saitenniederhalter installiert, der den Druck der Saiten auf den Sattel gewährleisten soll.

Auf der Kopfplatte sitzen außerdem fünf lizensierte Hipshot-Mechaniken, die sich auf unzähligen Bässen bewährt haben und bekanntermaßen sehr zuverlässig funktionieren. Als Bassbrücke kommen fünf einzelne versetzte Mono-Rail-Elemente zum Einsatz - das ist sicherlich technisch die einfachste Lösung für einen Multiscale-Bass, zumal die Saiten dadurch auch noch voneinander entkoppelt werden und freier schwingen können.

Die daraus resultierenden Mensurlängen betragen stattliche 37" für die H-Saite, 36,25" für die E-Saite, 35,5" für die A-Saite, 34,75" für die D-Saite - und schließlich das übliche Longscale-Maß (34") für die G-Saite.

In Sachen Tonabnehmer geht Dingwall beim NG3 in die Vollen, denn die Zahl "3" steht für die Austattung mit insgesamt drei passiven FD-3N-Humbuckern, die mit kräftigen Neodym-Magneten bestückt sind. Mit einem Drehschalter können insgesamt vier verschiedene Schaltkombinationen der Tonabnehmer abgerufen werden.

Zur Klangregelung gibt es darüber hinaus einen aktiven Dreiband-Preamp von Darkglass, der mit entsprechenden Reglern für Bässe, Mitten und Höhen im Cockpit des NG3 bedient wird. Hier finden wir, neben dem bereits erwähnten Pickup-Wahlschalter, noch einen Lautstärkeregler und einen Kippschalter, mit dem der NG3 in den Passiv-Modus ohne Equalizer geschaltet werden kann.

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Vor- und Nachteile aktiver und passiver Bass-Elektroniken

Der Tone-Capsule-Preamp aus dem Hause Darkglass aus Finnland benötigt zum Betrieb zwei 9V-Batterien, die in einem gesonderten Fach auf der Rückseite sitzen und für eine Betriebsdauer von etwa 220 Stunden sorgen. Wirklich clever ist der von vier Magneten gehaltene Batteriefachdeckel, der super bequem und ohne jegliches Werkzeug entfernt werden kann, wenn die Stromspender den Dienst quittieren und ausgewechselt werden müssen.

Video

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • eigenständiges, durchdachtes Konzept
  • kraftvolle, klare Sounds
  • große Flexibilität
  • hoher Spielkomfort
  • erstklassige Verarbeitung

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