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02.06.2020

DJ-Software mit Musik-Streaming

Diese DJ-Programme mixen Musik aus Spotify, Beatport, Beatsource, Tidal, Soundcloud ...

Streaming: Vor einigen Jahren verbanden nicht wenige Menschen mit dem Wort Streaming eher Webradios, Podcasts, YouTube-Vidoes oder illegales Kinoprogramm, denn kostenpflichtigen Content. Besonders Musik-Bezahldienste. Doch mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Netflix und C.o haben die Videotheken vielerorts verdrängt, Apple Music, Spotify und Konsorten haben dem CD-Verkauf mächtig zu schaffen gemacht.

In 2019 Betrug der Streaming-Anteil laut RIAA fast satte 80 Prozent. Selbst in DJ-Hardware wie der Denon Prime Serie gibt es bereits WLAN und Tidal-Streaming. Was dem Musikhörer recht ist, scheint dem DJ billig und so machen sich die Streaming-Provider und Softwarehäuser auf, Zweckgemeinschaften zu gründen. 

Kooperationen, um den Protagonisten der beschallenden Zunft und jenen, die es einmal werden wollen oder nur zum Spaß sich und den Freundeskreis ein musikalisches (W)Lan-Intermezzo bieten möchten, zu ermöglichen, X-Millionen Titel zum Flatrate Preis direkt aus der Lieblings-Software zu streamen.

Eine Vollversion des DJ-Programms auf der einen, ein kostenpflichtiges Abo auf der anderen Seite meist vorausgesetzt. Eine Win-Win-Situation. Aber auch für den DJ oder den Künstler? Nun, was den Künstler angeht, verweise ich gern auf Portisheads Geoff Barrows Twitter Post, mit 34 Millionen Streams 1700 Pfund verdient zu haben. Macht 0,0065 Cent pro Hörer.

Mensch oder Maschine: kuratierte Playlisten und KI

Logo: Statt sich eine ausgewachsenen Vinyl- oder CD-Sammlung zuzulegen, spart man mit der „Flatrate“ als DJ eine Menge Kohle und mitunter auch noch einen Haufen Zeit. Moment mal, wie soll das denn bei Millionen von verfügbaren Tracks funktionieren.

Nun, statt sich per pedes bei orkanartigen Außenbedingungen oder Sahara-Temperaturen in den Plattenladen zu begeben und sich nass(geschwitzt) aber nicht weniger glücklich persönliche Tipps und Empfehlungen vom Record-Dealer oder anderen lokalen DJs abzuholen und gegen bare Münze in "schwarzes Gold" umzutauschen, bleibt man für die Bestückung der virtuellen Plattenkiste einfach vor dem Computer mit einem schwarzem Kaffee in der Hand kleben. Dort gibt es dann direkt beim „Auflegen“ einer Scheibe – je nach Streaming-App der Wahl - maschinelle Empfehlungen, Charts oder Tipps, was andere DJs so auflegen - alles ratzfatz im Direktzugriff.

Wo das hin führt, soll hier nicht weiter thematisiert werden, es sei denn, ihr habt Lust, euch darüber in den Kommentaren auszulassen. Vielmehr möchte ich euch in diesem Artikel die Programme vorstellen, die Streaming erlauben oder in Kürze damit ausgestattet werden.

Achtung Spotify-Anhänger:

Spotify ist ab/seit dem 01.07.2020 dann nicht mehr für „Third-Party“ DJ-Programme verfügbar.

Gute Neuigkeiten dagegen für das Offline-Speichern von Tracks:

Beatport und Beatsource Link haben zwei Abo-Modelle dafür im Programm. 50 Tracks pro Monat im Download-Locker kosten 39,99 Euro. 100 Tracks sind für 59,99 Euro monatlich offline spielbar.

Virtual DJ 2020

… ist schon seit einigen Jahren mit Streaming-Content am Start und hat mit dem Release der letzten Softwaregeneration das eContent-Modell etwas umgestellt. Verfügbar sind die Abos Music (9,99 Dollar - iDJPool), Karaoke (19,99 Dollar - digitrax) und Video (49,99 Dollar - VJPro). Dazu kommen Streaming-Anbieter wie Deezer, Soundcloud und Beatport. Hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. 

Streaming Services in Virtual DJ (2020)

  • iDJpool
  • Digitrax
  • VJpro
  • Deezer
  • Soundcloud
  • Mixcloud
  • Beatport
  • Beatsource

Hercules DJUCED

Richtig gelesen, hier ist mit Hercules DJUCED ein Newcomer in unserem Listing der DJ-Software mit Streaming Music vertreten. Für die, denen DJUCED (noch) kein Begriff ist: Das Programm ermöglicht Auflegen auf bis zu vier Decks und ist mit allem Rüstzeug ausgestattet, das eine moderne DJ-Software benötigt. Darunter eine ausgeklügelte Dateiverwaltung, moderne Optik, Effekte, Performance Modi und eben auch Streaming. Allerdings benötigt ihr Hercules Hardware, wenn ihr damit arbeiten möchtet.

Als einzige Software in diesem Feld setzt Hercules seit geraumer Zeit schon auf Qobuz, das Streaming in Premium (320k – 9,99 Euro), Hi-Fi (16 Bit / 44 kHz – 9,99 Euro) und Studioqualität (24 Bit / 192 kHz max. – 24,99 Euro) erlaubt. Außerdem gibt´s das Sublime+ Abo, das zudem Downloads in Hi-Res aus dem Online-Katalog rabattiert. Soundcloud und Mixcloud sind dagegen nur für Uploads verfügbar

Streaming Services in DJUCED 5 (2020)

  • Qobuz
  • Beatport
  • Soundcloud (nur sharing)
  • Mixcloud (nur sharing)

Serato DJ Pro und Lite

…setzten auf Soundcloud und Tidal (Abo je 9,90 Euro), die bisher jedoch keine Offline-Speicherung von Tracks für DJs bereitstellen, wie es beispielsweise Beatport und Beatsource Link ab 19,90 Euro anbot. Eine essentielle Funktion für das Auflegen vor Publikum und DJ-Disziplinen wie Scratching. Warten wir ab, ob es noch kommen wird.

Streaming Services in Serato DJ Pro und Lite (2020)

  • Soundcloud
  • Tidal

Algoriddim Djay Pro

… setzte beim Streaming-Service immer primär auf Spotify, mittlerweile sind auch Tidal und Soundcloud an Bord. Spotify fällt allerdings zum 01.07.2020 raus. Djay ist aufgrund seiner knallbunten Turntable-Optik, Controller-Unterstützung und einfach zu handhabenden Musikverwaltung und Kreativsektionen nicht nur auf dem Mac sehr beliebt, sondern auch auf dem Tablet/Phone und seit einiger zeit auch für Windows erhältlich. Die Windows Version von DJAY Pro und Djay Pro 2 für Mac liegen bei rund 50 Euro, die iOS Version wurde aktuell zu einem Abo-Modell umgebaut und kostet 39,90 Euro pro Jahr. Tidal oder Soundcloud schlagen je nach Qualitätsstufe und Abo-Modell mit monatlich ab 9,90 Euro in die Portokasse.

Streaming Services in Djay Pro (2020)

  • Tidal
  • Soundcloud

Pioneer rekordbox DJ

Pioneer DJ hat mit rekordbox dj ebenfalls eine "klassische" DJ-Software, also nicht nur für den USB-Stick-Export, im Programm, die mit Laptop und Controllern läuft. Auf vier Decks könnt ihr damit aufspielen. Die App bietet Sampler, Sequencer, etliche Effekte und eine hervorragende Musikverwaltung. Je nach Aboplan DVS, Lighting und Lyrics Add-ons. In puncto Streaming werden Beatport und Beatsource link und Soundcloud unterstützt.

Streaming Services in rekordbox dj (2020)

  • Soundcloud
  • Beatport
  • Beatsource

PCDJ DEX

Vier DJ-Decks, zwei davon für Video-Mixing und Karaoke-Support sowie eine breit gefächerte Liste unterstützter DJ-Controller sind die Schwerpunkte der Software. PCDJ DEX kooperiert mit dem Musik-Download-Dienst Partytime Net Karaoke Cloud und Soundcloud go+. Das Programm kostet als Vollversion 199 €.

Streaming Services in PCDJ DEX (2020)

  • PartyTime net Karaoke
  • Soundcloud

Mixvibes Cross

Track- und Videodecks, Effekte, Empfehlungen, Rekordbox, Traktor und Virtual DJ Import, Mix-Sharing auf diversen Plattformen, DVS und vieles mehr kann sich die französische Mac/PC-Software Cross auf die Brust schreiben. Sie ist außerdem für Android und iOS erhältlich und beinhaltet Soundcloud-Streaming. Für 49,90 Euro bekommt ihr die DJ-Version mit MIDI-Mapping und Co, die „Pro“ Version beläuft sich auf 129 Euro (inkl. DVS-Funktion und Pioneer HID-Unterstützung).

Streaming Services in Mixvibes Cross (2020)

  • Soundcloud

Traktor DJ und Traktor Pro

Soweit wären dann fast alle „Platzhirsche“ im Marktsegment DJ-Software mit einem Streaming-Provider am Start. Native Instruments hat unlängst Soundcloud go+ in der Traktor DJ 2 App bereitgestellt. Aber Traktor Pro 3 fehlt noch.

Streaming Services in Traktor DJ 2 (2020)

  • Soundcloud

Streaming, Nutzung, Speicherung

Aber wie man es auch dreht und wendet und wer auch immer mit wem kooperiert: In Deutschland halten ohnehin diverse Institutionen ihren Daumen drauf. Kein Wunder also, dass Spotify in seinen Lizenzbedingungen die kommerzielle Nutzung ausklammert, ebenso wie Deezer.

Dem Heimanwender und Hobby-DJ hingegen kann es egal sein, denn für eine jährlicheInvestitionssumme, die in etwa gleich aufliegt mit den Kosten für 5 CDs oder Vinyls, darf er  - eine gute Netzwerkverbindung vorausgesetzt - 365 Tage im Jahr mit X-Millionen Titeln, ganz gleich ob Klassiker oder heiße Tunes, die Turntables und Controller rocken. Eines sei allerdings noch angeführt. Das Mix-Recording, früher auf Tape, heute innerhalb der Software und wichtig gerade für Einsteiger, die ihre Mixes und Übergänge kontrollieren wollen, ist in einigen Programmen aus rechtlichen Gründen untersagt.

Was den Download und die Offline-Speicherung angeht, sind Beatport und Beatsource Link noch eine Ausnahme.

Eure Meinung

Wie steht ihr aus Sicht der auflegenden Zunft dazu? Streamen statt kaufen? Oder besser in einen Download-Pool einsteigen? Der Kommentarfunktion steht euch offen.

Happy Mixing

Peter Westermeier

Veröffentlicht am 02.06.2020

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