Test
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11.10.2016

DJiT edjing 6 mix Test

DJ-App für iOS

Cos I can do it in the Mix!

DJiTs neuester Streich, die vorerst nur für iOS erhältlich App edjing mix, bringt frische Farben, satte 15 Effekte, einen 16-Slot-Sampler pro Deck sowie Zugriff auf Soundcloud und Deezer aufs Tablet und hebt sich durch ein logisches, übersichtliches, aber auch ästhetisches Design hervor. Sollte jemanden das Daddeln auf dem Tablet- oder Smartphone-Display haptisch nicht befriedigen, darf via Bluetooth der Mixfader aus selbem Hause angeschlossen oder edjing gar als DVS per Turntable gesteuert werden. Hält die App in der Praxis, was sie auf dem Papier verspricht?

Details

Mit edjing mix möchten die französischen Software-Tüftler von DJiT an die Erfolgsgeschichte der Vorgänger anknüpfen, schließlich rühmen sie sich damit, dass edjing die weltweit am meisten gekaufte DJ-App sei. Es gilt also, eins drauf zu setzen. Zunächst wurde an der Optik gefeilt: Das eingeblendete virtuelle Turntable-Setup wirkt glaubwürdiger als beim Vorgänger. Gut, der Tonarm ist optisch zu nah an den Plattenteller programmiert und der Tonabnehmer liegt auf dem Tellerrand, was einem im realen DJ-Einsatz mitunter die Nadel kostet, aber diese pedantische Kritik eines Turntable Fanatikers fließt natürlich nicht in die Wertung ein. Ansonsten gefällt die klare und übersichtliche Struktur des GUI. Die Pads der Transport- und Controlling-Sektion fallen recht groß in der iPad-Version aus. Selbst wuchtige Finger sollten auf Anhieb treffen.

Im Detail stehen zum Starten und Stoppen der Decks jeweils ein Cue- und Play-Button bereit. Daneben befindet sich der Sampler, der auf zwei Layern mit 16 Effekten, Shout-Outs und Drums gefüttert ist. Damit sofort klar ist, welche Samples zusammengehören, sind diese farblich gruppiert. Die Lautstärke passe ich über einen, auf meinem Test-Tablet gut 60 Millimeter langen Fader an. Soll der Sampler nur auf dem jeweils aktiven Deck zu hören sein, aktiviere ich den Schalter zum Verbinden des Samplers mit dem Crossfader. Sampler A wäre dann also „gemutet“, solange der Crossfader komplett auf Deck B steht.

Die FX-Batterie besteht aus 15 Effekten, wobei ein Großteil nur in der käuflichen Vollversion für 21,99 Euro freigeschaltet wird. Neben Klassikern wie Echo, Flanger und Filter hält die App auch außergewöhnlichere Effekte wie Color Noise, Beatgrid und Steel parat. Bis zu zwei FX können gleichzeitig auf ein Deck zugreifen. Loops lassen sich entweder manuell oder automatisch in Beat-Längen von ¼ bis 32 setzen. Hinter EQ versteckt sich ein Dreiband-Equalizer, der Bässe, Mitten und Höhen in einem Umfang von -30 bis 8 dB modifiziert. Zudem finde ich hier einen Gain-Regler mit Levelmeter. Für Hotcues stellt edjing mix acht farblich unterschiedliche Pads bereit. Die Positionen sind anschließend in der Wellenform markiert.

Die zentrale Mixer-Sektion wartet mit Sync und Automix, Cross-, Line- und Pitchfadern nebst Keylock auf. Die Wellenformen darüber sind im Gegensatz zu den Spektrogrammen berührungsempfindlich und eignen sich zum Spulen. Stimmt das Beatgrid nicht mit den BPM überein, lassen sich diese manuell einklopfen, verdoppeln und halbieren.

Edjing bietet Pre-Cueing via Kopfhörer an, allerdings nur in der kostenpflichtigen Vollversion. Record zeichnet den Mix auf. Die beiden blinkenden Notensymbole weisen darauf hin, dass noch Tracks in die Decks zu laden sind: iTunes, Soundcloud, Deezer – ihr entscheidet selbst.

Bevor es an den Praxistest geht, nehme ich mir noch die Preferences zur Brust. Neben Skins, die der Oberfläche einen neuen Look verpassen, gibt es auch „Wesentliches“ einzustellen, darunter Pitch, Automix, Anschlussmöglichkeiten für externe Hardware oder Audio-Splitting. So lässt sich zum Beispiel über ein DJ-Splitterkabel vorhören, DVS aktivieren oder der DJiT Mixfader via Bluetooth koppeln, dazu später mehr.

Audiobeispiele

Pro & Contra

  • übersichtliches Layout
  • einfaches Handling
  • Zugriff auf Soundcloud und Deezer
  • viele Effekte
  • exaktes Beat-Sync
  • DVS- und Mixfader-kompatibel

  • geänderte Beatgrids nicht speicherbar
  • keine Controller-Unterstützung

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