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14.07.2020

Droht ein Corona-Comeback der illegalen Raves?

Partys und Konzerte in ganz Europa missachten Abstandsregeln

Während in der deutschen Medien-Öffentlichkeit vor allem über nicht eingehaltene Abstandsregeln bei Partys auf der spanischen Insel Mallorca debattiert wird, häufen sich in ganz Europa die Meldungen über steigende Zahlen illegaler Konzerte, Partys und Raves. Allein am vergangenen Wochenende wurden illegale Feiern mit teilweise über 1000 Personen in Brandenburg, Nizza und Innsbruck von der Polizei beendet. Auch in Groß Britannien meldet die Polizei ein vermehrtes Aufkommen von verbotenen Partys in abgelegenen Waldstücken oder leerstehenden Industriegebäuden. 

Man muss kein Nostalgiker sein, um bei solchen Schlagzeilen sofort an die 90er Jahre und die damalige Techno-Szene zu denken. Auch damals feierten vor allem jugendliche Techno-Jünger illegale Warehouse-Raves, bis sich die Bewegung zu einer regelrechten Kultur aufgeschwungen hatte. Der feine Unterschied: vor fast 30 Jahren wurden die Raves vor allem aufgrund von Drogen und Gewalt kriminalisiert, nicht wegen einer Pandemie. Natürlich fürchten sich nun Regierungen in aller Welt vor steigenden Infektionszahlen, wenn teils mehrere tausend Menschen ohne Schutz zusammenkommen. 

Auf der anderen Seite ist es interessant zu beobachten, wie die mittlerweile komplett durchkommerzialisierte Techno-Szene nun wieder – wenn auch gezwungener Maßen und noch deutlich streitbarer als in den 90ern – an ihren Ursprung zurückkehrt. Trotz der Tatsache, dass sich die Corona-Regeln auch in Hinblick auf Großveranstaltungen weiter lockern, darf noch nicht davon ausgegangen werden bereits in diesem Jahr wieder ausgelassene Partys in engen Clubs zu feiern. Sind die illegalen Corona-Raves nun also das großspurige Comeback einer fast vergessenen Szene? 

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